{"id":12442,"date":"2026-04-03T13:55:39","date_gmt":"2026-04-03T13:55:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=12442"},"modified":"2026-04-04T13:02:08","modified_gmt":"2026-04-04T13:02:08","slug":"karfreitagsgedanken-2026-gott-will-kein-opfer-gott-will-keine-kriege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=12442","title":{"rendered":"Karfreitagsgedanken 2026: \u201eGott\u201c will kein Opfer, Gott will keine Kriege"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/kreuz-g\u00e4nsebl\u00fcmchen-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/kreuz-g\u00e4nsebl\u00fcmchen-2-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6244\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/kreuz-g\u00e4nsebl\u00fcmchen-2-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/kreuz-g\u00e4nsebl\u00fcmchen-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/kreuz-g\u00e4nsebl\u00fcmchen-2-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Die islamistischen und christlich-fundamentalistischen Gotteskrieger opfern Menschleben. M\u00e4rtyrertum ist angesagt. Der amerikanische Pr\u00e4sident und sein Kriegsminister preisen in ihren goldenen Pal\u00e4sten den Kampfesmut ihrer Soldaten. Gleiches tut Putin. Gleiches tut Selenskyi. Die nationalen Hymnen werden gespielt, wenn von Bomben und Granaten zerschossene Menschen in mit Staatsflaggen geh\u00fcllten S\u00e4rgen aus den Transportflugzeugen getragen werden. F\u00fcr christliche Fundis waren die Soldaten die Vorfront der gro\u00dfen Schlacht Armaggeddon, nach der Christus als Weltenf\u00fcrst wiederkommen wird. Islamistisch verblendete Djihadisten tr\u00e4umten von einer Belohnung im Paradies. Tausende tote Zivilisten, zerbombte St\u00e4dte und selbst das Risiko eines atomaren Schlagabtausches werden f\u00fcr eine angeblich gerechte Sache hingenommen, f\u00fcr die es sich lohne, sein eigenes Leben zu opfern.<\/p>\n\n\n\n<p>Gott will keine Opfer \u2013 er will das Leben, ein gutes Leben f\u00fcr alle Menschen. Das ist der rote Faden durch die biblischen Schriften, beginnend mit dem Propheten Abraham\/Ibrahim, dem Gott verbietet, seinen eigenen Sohn zu t\u00f6ten. Auch Jesus hat sein Leben nicht \u201egeopfert\u201c, wie es gef\u00e4hrlich ambivalent in liturgischen Texten der Kirchen so oft hei\u00dft. Jesus von Nazareth wollte das Leben in seiner F\u00fclle. Deswegen wurde er von den Herrschenden grausam hingerichtet. Nie darf sein Tod mehr als \u201eS\u00fchnetod\u201c f\u00fcr unsere S\u00fcnden interpretiert werden. Zu lange schon beherrschte die scholastische Satisfikationslehre eines Anselm von Canterbury die christliche Theologie und damit die Liturgie sowie die Volksreligiosit\u00e4t. Jesus ist nicht unserer S\u00fcnden wegen gestorben. Gott ist kein strafendes \u00dcber-Ich, das durch eine S\u00fchneleistung seines Sohnes vers\u00f6hnt werden<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wurde in Kindes- und Jugendjahren noch mit einer Kreuzestheologie konfrontiert, die sich etwa in den klassischen Karfreitagsliedern manifestierte. In \u201eOh Haupt voll Blut und Wunden etwa hei\u00dft es in der 4. Strophe: \u201eNun, was du, Herr, erduldet, \/ ist alles meine Last; \/ ich hab es selbst verschuldet, \/ was du getragen hast. \/ Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat.\u201c Einen fast schon suizidaler, lebensverachtender Grundton lassen manche dieser alten Texte erkennen. Etwas weiter hei\u00dft es in dem Liedtext: \u201eAch m\u00f6cht ich, o mein Leben, \/ an deinem Kreuze hier \/ mein Leben von mir geben, wie wohl gesch\u00e4he mir!\u201c Als flei\u00dfiger Ministrant \u00fcbte ich die Heilig-Kreuz-Verehrung am Karfreitag \u2013 wohl war mir bei diesem Ritual nie. In der Schule dann konnte ich als Lehrperson die blutigen Kruzifixe aus den Klassenzimmern entfernen und mit bunten befreiungstheologischen Kreuzen aus den Basisgemeinden Lateinamerikas ersetzen. Wenn heute in Gottesdiensten das &#8222;Agnus Dei&#8220; gebetet wird, das &#8222;Lamm Gottes, das hinwegnimmt die S\u00fcnde(n) der Welt&#8220;, dann verstumme ich.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Blick auf eine kriegstrunkene, bluttriefende Weltwirklichkeit gilt es heute, jeglichem verkehrten M\u00e4rtyrerkult eine religi\u00f6se Legitimierung zu entziehen. Das Buch des Grazer Bibelwissenschaftlers Peter Trummer, &#8222;Jesus ohne Opfer. Glaube der befreit&#8220; (Herderverlag.Freiburg 2026) zeigt die Kehrtwendung auf, die es br\u00e4uchte. Keine Satisfikationslehre mehr, keine S\u00fchnetheologie. Allerdings, und da unterscheide ich mich von Peter Trummer, glaube ich auch nicht, dass Jesus freiwillig in den Tod ging, um damit im Sinne einer paradoxen Intervention seine Lehre der absoluten Gewaltfreiheit mit der eigenen Lebenshingabe zu demonstrieren. Gleichwohl gilt: Die Hinrichtung Jesu eignet sich nicht f\u00fcr eine Instrumentalisierung, bei der dann Kriegsherren ihre M\u00e4nner und Frauen im Dienst f\u00fcr eine nationalistische Sache in die Kriege entsenden. Jesus wollte nicht den Tod. Er wurde von den M\u00e4chtigen hingerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>klaus.heidegger, Karfreitag 2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/kreuz-g\u00e4nsebl\u00fcmchen-2-1024x768.jpg' class='thumbnail' \/>Die islamistischen und christlich-fundamentalistischen Gotteskrieger opfern Menschleben. M\u00e4rtyrertum ist angesagt. 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