{"id":12679,"date":"2026-06-12T07:36:20","date_gmt":"2026-06-12T07:36:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=12679"},"modified":"2026-06-12T11:29:22","modified_gmt":"2026-06-12T11:29:22","slug":"ueber-technologischen-groessenwahn-in-zeiten-der-erderhitzung-ueber-die-projektierte-zerstoerung-von-einzigartigen-naturraeumen-und-vom-widerstaendischen-engagement-fuer-wirklich-nachhaltige-energiev","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=12679","title":{"rendered":"\u00dcber technologischen Gr\u00f6\u00dfenwahn in Zeiten der Erderhitzung, \u00fcber die projektierte Zerst\u00f6rung von einzigartigen Naturr\u00e4umen und vom widerst\u00e4ndischen Engagement f\u00fcr wirklich nachhaltige Energieversorgung"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/platzer-2.jpeg\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"835\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/platzer-2-1024x835.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12680\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/platzer-2-1024x835.jpeg 1024w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/platzer-2-300x245.jpeg 300w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/platzer-2-768x626.jpeg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/platzer-2.jpeg 1528w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich ging noch in Kindergarten und Volksschule Prutz, als f\u00fcr mich ungeheuerlich riesige Monsterlaster und Monsterbagger vorbei an meinem damaligen Zuhause donnerten. Es wurde der Kaunertalstausee gebaut. Das Bauprojekt sp\u00fclte Geld und Arbeitspl\u00e4tze in die kleinen Ortschaften meiner Heimat. Schon vor dem Bauende, als sich der Speicher aus dem damals noch m\u00e4chtigen Gletscher des Gepatschferners f\u00fcllte, hing im Eingangsbereich unseres neugebauten Hauses an der Kaunertalerstra\u00dfe ein Flutwellen-Alarmplan. Dort stand auch, wie viel Zeit wir h\u00e4tten, um bei einem Alarm m\u00f6glichst schnell einen Abhang hinauf zu laufen. Den Sirenenton mit einem bestimmten Intervall h\u00f6rten wir aus \u00dcbungszwecken. Zu meinen fr\u00fchen Kindheitserinnerungen z\u00e4hlt der kleine Rucksack, den ich f\u00fcr den Notfall stets mit ein paar Lieblingsdingen gepackt hatte. Beim Einschlafen sp\u00fcrte ich manchmal die Angst. Werde ich den Alarm rechtzeitig h\u00f6ren?<\/p>\n\n\n\n<p>Jahrzehnte sp\u00e4ter ist mir diese Erinnerung geblieben. Der Stausee mit seinem m\u00e4chtigen Sch\u00fcttdamm hat gehalten und \u00fcber die Jahrzehnte wohl wertvolle Energie geliefert. Seither ist die Nordwand der m\u00e4chtigen Wei\u00dfseespitze dahinter im Sommer l\u00e4ngst nicht mehr wei\u00df und die Gletscherzunge des Gepatschferners hat sich weit zur\u00fcckgezogen. \u00d6lgrubenspitzen und andere der m\u00e4chtigen Dreitausender, die ich sp\u00e4ter als Student noch gefahrlos besteigen konnte, sind inzwischen auf manchen Routen kaum mehr ohne Steinschlaggefahr begehbar. Der auftauende Permafrost hat sichtlich das ganze Gebirge rund um das Kaunertal instabil gemacht. Ein Hangrutsch auf der linken Seite des Speichersees \u2013 gerade dort \u2013 wo ein Tunnel hin\u00fcber ins Platzertal gebaut werden soll \u2013 demonstriert ein neues Gefahrenpotenzial f\u00fcr den Speicher heute. Und trotzdem halten TIWAG und politische Verantwortungstr\u00e4ger weiterhin an dem Magaprojekt zum Ausbau des Kaunertalkraftwerks mit einem gigantischen Pumpspeichersee im benachbarten Platzertal und mit kilometerlangen Ableitungen aus den B\u00e4chen des \u00d6tztals fest.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute bin ich wieder Teil einer Demonstration in Innsbruck. Treffpunkt ist vor dem Goldenen Dachl. 17 Meter gl\u00e4nzt es \u00fcber uns. Der Stadtturm gegen\u00fcber ist 51 Meter hoch. Die Staumauer im Platzertal w\u00e4re 120 Meter hoch und 660 Meter breit w\u00e4re ihre Krone. Es versammeln sich an diesem Abend gen\u00fcgend Menschen, um eine Menschenkette von ebendieser Dimension zu bilden. Sie reicht vom Goldenen Dachl die ganze Maria-Theresien-Stra\u00dfe bis zum Landhaus hinauf. Es ist nicht die erste Demonstration gegen das Platzertal-Projekt der TIWAG. Seit mehr als einem Jahrzehnt haben Betroffene aus den T\u00e4lern, Umweltschutzorganisationen, B\u00fcrgerinitiativen und vor allem auch Energieexperten und Wissenschaftler vor diesem Projekt gewarnt. Hunderte Demonstrationen, Kundgebungen, Petitionen, Informationsveranstaltungen, Filmprojekte, eine Dorfbefragung in Pfunds und Exkursionen in das Platzertal gab es dazu. Auf den Websites \u2013 zum Beispiel \u201elebenswertes Kaunertal\u201c \u2013 kann nachgelesen werden, warum aus Naturschutz- und Klimaschutzgr\u00fcnden aber auch aus der Perspektive einer nachhaltigen Energieversorgung die bisherigen TIWAG-Pl\u00e4ne f\u00fcr Ausbau vom Kraftwerk Kaunertal gestoppt werden m\u00fcssten. Es g\u00e4be eine Politik, die nachhaltige Energieversorgung und Natur- und Klimaschutz in Einklang bringen k\u00f6nnte. Und &#8211; was heute schon f\u00fcr jede und jeden lebbar ist &#8211; es gibt die M\u00f6glichkeit zu einem energiesensiblen Lebensstil, in dem die planetarischen Grenzen im Alltagsverhalten beachtet werden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/platzer-2-1024x835.jpeg' class='thumbnail' \/>Ich ging noch in Kindergarten und Volksschule Prutz, als f\u00fcr mich ungeheuerlich riesige Monsterlaster und Monsterbagger vorbei an meinem damaligen Zuhause donnerten. Es wurde der Kaunertalstausee gebaut. Das Bauprojekt sp\u00fclte Geld und Arbeitspl\u00e4tze in die kleinen Ortschaften meiner Heimat. 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