{"id":12696,"date":"2026-07-12T16:53:42","date_gmt":"2026-07-12T16:53:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=12696"},"modified":"2026-07-13T03:40:51","modified_gmt":"2026-07-13T03:40:51","slug":"long-distance-rennradtour-von-biarritz-bis-feldkirch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=12696","title":{"rendered":"Long-Distance-Rennradtour: Von Biarritz bis Feldkirch"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d-20-grenze.jpeg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d-20-grenze-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12697\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d-20-grenze-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d-20-grenze-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d-20-grenze-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d-20-grenze.jpeg 1200w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Pyren\u00e4en vom Atlantik zum Mittelmeer in ganzer West-Ost-Ausrichtung mit dem Rennrad durchqueren. Ohne fossile Brennstoffe in Erderhitzungstagen klimabewusst unterwegs sein. Pyren\u00e4en-P\u00e4sse wie an einer Perlenschnur miteinander verbinden. Legend\u00e4re P\u00e4sse der Tour-de-France wie den Tourmalet oder Col d\u2019Aspin ersp\u00fcren. Auf einsamen Gebirgsstra\u00dfen unterwegs sein und fern von jedem Overtourism in kleinen Bergd\u00f6rfern \u00fcbernachten. Stets \u00fcber die mit Komoot geplante Route GPS-gesteuert auch noch so kleine Wege finden, die von den gro\u00dfen Stra\u00dfen wegf\u00fchren.  An einem Brunnen sitzen und nach einer langen Berg-Tal-Berg-Tal-Berg-Tal-Fahrt das erfrischende Wasser trinken. Anfangs mehr Pferde und K\u00fche entlang schmaler Stra\u00dfen und dann aber auch das tosende Br\u00fcllen von schweren Motorr\u00e4dern. Sich an einem Brunnen oder Bach am Weg mit einer Wasserflasche das Wasser \u00fcber den Kopf sch\u00fctten. Im Wiegetritt steile Rampen emporklimmen \u2013 manche bis zu 18 Prozent &#8211; und stets vorsichtig bei der Abfahrt bleiben. Der Asphalt wird manchmal so hei\u00df, dass er weich wie Gummi wird, und der Stra\u00dfenbelag hat die Temperatur einer eingeschalteten Herdplatte. An einem Tag mit 100-Kilometern in den Beinen und fast 2000 H\u00f6henmetern auch noch die letzten Kilometer bis zur Unterkunft schaffen und m\u00fcde ins Bett fallen. Nicht verzweifeln, wenn in der Mitte des Tages oder am Ende pl\u00f6tzlich ein Platten im Reifen ist. Jeden Tag neu sich \u00fcberraschen lassen von der Art der Unterk\u00fcnfte. Jeden Morgen wieder die Satteltasche mit den paar Habseligkeiten stopfen, damit alles m\u00f6glichst dicht ist und nicht wackelt. D\u00f6rfer mit viel Abwanderung und geisterhafte Wintersportorte. Zighunderte Br\u00fccken und zighunderte Kreisverkehre &#8211; und dabei die richtige Ausfahrt finden. Lavendelfelder, Sonnenblumenfelder, Getreidefelder, Walnussbaumw\u00e4lder, Weinberge, Auw\u00e4lder, Nationalparks &#8211; und dann wieder verkehrsreiche Vorst\u00e4dte mit Industrieanlagen, Wohnsilos und Einkaufszentren. Vom Mittelmeer weg t\u00e4glich neu die Etappen planen in Richtung \u00d6sterreich. Grobe Kieswege entlang von D\u00fcnen an der Mittelmeerk\u00fcste und Nationalstra\u00dfen mit nervigem Massenverkehr. Gastfreundschaft in Herbergen und Unterk\u00fcnften verschiedenster Art. Dunkles kr\u00e4ftiges franz\u00f6sisches Bier in 750ml-Gr\u00f6\u00dfe. Kathedralen und kleine romanische Bergkirchen am Weg. Tiefblauer Himmel und goldene Getreidefelder. Liebevoll vorbereitete Fr\u00fchst\u00fccksvariationen und immer wieder schnelle Eink\u00e4ufe in Superm\u00e4rkten entlang der Strecke f\u00fcr ausgetrocknete und hungrige K\u00f6rper. Bekannte St\u00e4dte mit historisch bedeutsamer Geschichte und Radwege entlang von bedeutsamen Fl\u00fcssen wie Rhone und Isere. Im Kampf gegen die Windb\u00f6en des Mistral Richtung Norden nicht verzweifeln und dankbar f\u00fcr den Windschatten sein. Die Route \u00e4ndern und entlang vieler Seen die Schweiz durchqueren. Sich Zeit nehmen f\u00fcr eine Abk\u00fchlung in einem der Seen. Um den gro\u00dfen autoverseuchten Durchzugsstrecken auszuweichen \u2013 ganz l\u00e4sst sich dies nicht bewerkstelligen \u2013 kleine Wege im Auf und Ab ansteuern. Begegnet uns der Massenverkehr, der L\u00e4rm der Stra\u00dfen, die gl\u00fchenden Pkws \u2013 dann zweifle ich einmal mehr an der \u00f6kologischen Vernunft der Masse der Menschen. \u00a0Wie kann man angesichts der so deutlich sp\u00fcrbaren Folgen des Klimawandels &#8211; Rekordhitze, D\u00fcrre, Waldbr\u00e4nde &#8211; noch seine Spa\u00dffahrten mit fossilen Fahrzeugen machen? Am Ende unserer Reise schlie\u00dflich der Grenzstein des F\u00fcrstentums Liechtenstein und der ge\u00f6ffnete Grenzbalken nach \u00d6sterreich. Das Ziel erreichen, doch ist das eigentliche Ziel der Weg gewesen und die erfahrene Gemeinsamkeit auf diesem Weg. Und wie so oft im Leben: Manche Tr\u00e4ume lassen sich nur in einem Team erreichen, das aufeinander schaut, sich ermutigt, wenn M\u00fcdigkeit eintritt, und arbeitsteilig Aufgaben \u00fcbernimmt nach einem Tag im Sattel. Zeitlos fahren ohne Druck, von morgens bis abends, 20 Tage ohne Ruhetag. Drei Wochen, die zeigen, dass gerade die Reduktion auf das ganz Wenige hilft, die Welt in ihren vielen Dimensionen zu erfahren, vom lauten Zirpen von Millionen Zikaden entlang hei\u00dfer Wege in S\u00fcdfrankreich bis zum morgendlichen Kr\u00e4hen der H\u00e4hne im Appenzellerland, von einem weichgewordenen Ziegenk\u00e4se mit Baguette in den Pyren\u00e4en und einer gro\u00dfen Flasche Cola aus dem einzigen Lebensmittelladen in einem der D\u00f6rfer entlang der Strecke, von dem hei\u00df ersehnten Bier am Ende einer hei\u00dfen Etappe, von Menschen, die uns ungl\u00e4ubig wie Au\u00dferirdische betrachten, wenn sie nach dem Anfangs- und Endpunkt unserer Reise fragen. Die einzelnen Tage der Reise werde ich nun wohl auch noch dokumentieren. Wie Puzzlest\u00fccke f\u00fcr ein gro\u00dfes Ganzes. 2338 Kilometer und 25.830 H\u00f6henmeter im Aufstieg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d-20-grenze-768x1024.jpeg' class='thumbnail' \/>Die Pyren\u00e4en vom Atlantik zum Mittelmeer in ganzer West-Ost-Ausrichtung mit dem Rennrad durchqueren. Ohne fossile Brennstoffe in Erderhitzungstagen klimabewusst unterwegs sein. Pyren\u00e4en-P\u00e4sse wie an einer Perlenschnur miteinander verbinden. Legend\u00e4re P\u00e4sse der Tour-de-France wie den Tourmalet oder Col d\u2019Aspin ersp\u00fcren. Auf einsamen Gebirgsstra\u00dfen unterwegs sein und fern von jedem Overtourism in kleinen Bergd\u00f6rfern \u00fcbernachten. 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