{"id":12713,"date":"2026-07-15T07:03:40","date_gmt":"2026-07-15T07:03:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=12713"},"modified":"2026-07-15T08:05:13","modified_gmt":"2026-07-15T08:05:13","slug":"persoenliche-tour-de-france-und-tour-de-suisse-kombi-die-reise-im-detail","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=12713","title":{"rendered":"Pers\u00f6nliche Tour-de-France und Tour-de-Suisse-Kombi &#8211; die Reise im Detail"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260623_100158-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260623_100158-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12716\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260623_100158-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260623_100158-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260623_100158-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260623_100158-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260623_100158-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Prolog<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-container-2 wp-block-gallery-1 wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped\"><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Pyren\u00e4en vom Atlantik zum Mittelmeer in ganzer West-Ost-Ausrichtung mit dem Rennrad durchqueren. Ohne fossile Brennstoffe in Erderhitzungstagen klimabewusst unterwegs sein. Pyren\u00e4en-P\u00e4sse wie an einer Perlenschnur miteinander verbinden. Legend\u00e4re P\u00e4sse der Tour-de-France wie den Tourmalet oder Col d\u2019Aspin ersp\u00fcren. Auf einsamen Gebirgsstra\u00dfen unterwegs sein und fern von jedem Overtourism in kleinen Bergd\u00f6rfern \u00fcbernachten. Stets \u00fcber die mit Komoot geplante Route GPS-gesteuert auch noch so kleine Wege finden, die von den gro\u00dfen Stra\u00dfen wegf\u00fchren. An einem Brunnen sitzen und nach einer langen Berg-Tal-Berg-Tal-Berg-Tal-Fahrt das erfrischende Wasser trinken. Anfangs mehr Pferde und K\u00fche entlang schmaler Stra\u00dfen und dann aber auch das tosende Br\u00fcllen von schweren Motorr\u00e4dern. Sich an einem Brunnen oder Bach am Weg mit einer Wasserflasche das Wasser \u00fcber den Kopf rinnen lassen. Im Wiegetritt steile Rampen emporklimmen \u2013 manche bis zu 18 Prozent \u2013 und stets vorsichtig bei der Abfahrt bleiben. Der Asphalt wird manchmal so hei\u00df, dass er weich wie Gummi wird, und der Stra\u00dfenbelag hat die Temperatur einer eingeschalteten Herdplatte. An einem Tag mit 100-Kilometern in den Beinen und fast 2000 H\u00f6henmetern auch noch die letzten Kilometer bis zur Unterkunft schaffen und m\u00fcde ins Bett fallen. Nicht verzweifeln, wenn in der Mitte des Tages oder am Ende pl\u00f6tzlich ein Platten im Reifen ist. Jeden Tag neu sich \u00fcberraschen lassen von der Art der Unterk\u00fcnfte. Jeden Morgen wieder die Satteltasche mit den paar Habseligkeiten stopfen, damit alles m\u00f6glichst dicht ist und nicht wackelt. D\u00f6rfer mit viel Abwanderung und geisterhafte Wintersportorte. Zighunderte Br\u00fccken und zighunderte Kreisverkehre \u2013 und dabei die richtige Ausfahrt finden. Lavendelfelder, Sonnenblumenfelder, Getreidefelder, Walnussbaumw\u00e4lder, Weinberge, Auw\u00e4lder, Nationalparks \u2013 und dann wieder verkehrsreiche Vorst\u00e4dte mit Industrieanlagen, Wohnsilos und Einkaufszentren. Vom Mittelmeer weg t\u00e4glich neu die Etappen planen in Richtung \u00d6sterreich. Grobe Kieswege entlang von D\u00fcnen an der Mittelmeerk\u00fcste und Nationalstra\u00dfen mit nervigem Massenverkehr. Gastfreundschaft in Herbergen und Unterk\u00fcnften verschiedenster Art. Dunkles kr\u00e4ftiges franz\u00f6sisches Bier in 750ml-Gr\u00f6\u00dfe. Kathedralen und kleine romanische Bergkirchen am Weg. Tiefblauer Himmel und goldene Getreidefelder. Liebevoll vorbereitete Fr\u00fchst\u00fccksvariationen und immer wieder schnelle Eink\u00e4ufe in Superm\u00e4rkten entlang der Strecke f\u00fcr ausgetrocknete und hungrige K\u00f6rper. Bekannte St\u00e4dte mit historisch bedeutsamer Geschichte und Radwege entlang von bedeutsamen Fl\u00fcssen wie Rhone und Is\u00e9re. Im Kampf gegen die Windb\u00f6en des Mistrals Richtung Norden nicht verzweifeln und dankbar f\u00fcr den Windschatten sein. Die Route \u00e4ndern und entlang vieler Seen die Schweiz durchqueren. Sich Zeit nehmen f\u00fcr eine Abk\u00fchlung in einem der Seen. Um den gro\u00dfen autoverseuchten Durchzugsstrecken auszuweichen \u2013 ganz l\u00e4sst sich dies nicht bewerkstelligen \u2013 kleine Wege im Auf und Ab ansteuern. Begegnet uns der Massenverkehr, der L\u00e4rm der Stra\u00dfen, die gl\u00fchenden Pkws \u2013 dann zweifle ich einmal mehr an der \u00f6kologischen Vernunft der Masse der Menschen. &nbsp;Wie kann man angesichts der so deutlich sp\u00fcrbaren Folgen des Klimawandels \u2013 Rekordhitze, D\u00fcrre, Waldbr\u00e4nde \u2013 noch seine Spa\u00dffahrten mit fossilen Fahrzeugen machen? Am Ende unserer Reise schlie\u00dflich der Grenzstein des F\u00fcrstentums Liechtenstein und der ge\u00f6ffnete Grenzbalken nach \u00d6sterreich. Das Ziel erreichen, doch ist das eigentliche Ziel der Weg gewesen und die erfahrene Gemeinsamkeit auf diesem Weg. Und wie so oft im Leben: Manche Tr\u00e4ume lassen sich nur in einem Team erreichen, das aufeinander schaut, sich ermutigt, wenn M\u00fcdigkeit eintritt, und arbeitsteilig Aufgaben \u00fcbernimmt nach einem Tag im Sattel. Zeitlos fahren ohne Druck, von morgens bis abends, 20 Tage ohne Ruhetag. Drei Wochen, die zeigen, dass gerade die Reduktion auf das ganz Wenige hilft, die Welt in ihren vielen Dimensionen zu erfahren, vom lauten Zirpen von Millionen Zikaden entlang hei\u00dfer Wege in S\u00fcdfrankreich bis zum morgendlichen Kr\u00e4hen der H\u00e4hne im Appenzellerland, von einem weichgewordenen Ziegenk\u00e4se mit Baguette in den Pyren\u00e4en und einer gro\u00dfen Flasche Cola aus dem einzigen Lebensmittelladen in einem der D\u00f6rfer entlang der Strecke, von dem hei\u00df ersehnten Bier am Ende einer hei\u00dfen Etappe, von Menschen, die uns ungl\u00e4ubig wie Au\u00dferirdische betrachten, wenn sie nach dem Anfangs- und Endpunkt unserer Reise fragen. Die einzelnen Tage der Reise werde ich nun wohl auch noch dokumentieren. Wie Puzzlest\u00fccke f\u00fcr ein gro\u00dfes Ganzes. 2338 Kilometer und 25.830 H\u00f6henmeter im Aufstieg.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Montag, 22. Juni 2026: Von Biarritz nach Saint-Jean-Pied-de-Port<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Startpunkt unseres Rennradabenteuers ist in der baskischen Stadt Biarritz im S\u00fcdwesten Frankreichs. Aber eigentlich war der Aufbruchspunkt schon daheim: mit all den Tr\u00e4umen, Erwartungen und Vorbereitungen und der Lust nach gemeinsamem Abenteuer, nach dem Austesten von Grenzen und der Bereitschaft, sich Neuem und Unbekanntem zu \u00f6ffnen \u2013 einmal nicht kurz und schnell ein paar Tage, sondern \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum hinweg. In der Hitzewelle, die in Deutschland herrschte, wurde schon die Anfahrt mit den Z\u00fcgen zum Abenteuer. Einige der geplanten Z\u00fcge fielen ganz aus, andere hatten dann in Folge Versp\u00e4tung, Reservierungen verfielen. Deutschland steckt Milliarden in die Aufr\u00fcstung \u2013 an der Bahninfrastruktur hapert es aber ordentlich. Die sorgf\u00e4ltig gepackte Radtasche und minimalistisch konzipierte Radtasche meiner Companera wurde im Zug entwendet. In K\u00f6ln musste dann alles neu gekauft werden. Der Interrail-Global-Pass f\u00fcr 5 Tage macht das Reisen sehr g\u00fcnstig und mit den leichten Radtaschen sind die Carbonr\u00e4der schnell verstaut und finden auseinandergebaut Platz in den Gep\u00e4cksregalen der Schnellz\u00fcge. Reservierungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr den TGV sind freilich schon komplizierter. Es gibt nur eine beschr\u00e4nkte Anzahl f\u00fcr Global-Pass-Fahrende. So hatten wir noch einen zus\u00e4tzlichen Aufenthalt in Paris, fanden dort ein kleines einfaches Hotel mit freundlicher Aufnahme in der N\u00e4he vom Gare Montparnasse. Bis dorthin ging es abends durch die Stadt, die wegen eines j\u00e4hrlich stattfindenden Musikfestivals im Ausnahmezustand war. Vor vielen Lokalen wurde Musik gemacht und standen jeweils Hunderte Menschen. Auf dem Umweg vom Bahnhof Gare du Nord quer durch die Stadt und entlang einiger der bekannten historischen Geb\u00e4ude und Pl\u00e4tze geschah dann der Unfall. Kurz vor dem Eifelturm, wir wollten dort bei Sonnenuntergang sein, machte es einen lauten Knall, dem ein Schmerzens- und Wut-Schrei folgte. Blutend am Ellbogen und am Bein lag meine Companera auf der Stra\u00dfe. Das Hinterrad hatte einen Platten. Einer der Tausenden E-Bike-Fahrer ist voll von hinten in sie gekracht, als sie wegen Scherben auf dem Weg leicht abgebremst hatte. Der Kn\u00f6chel war geschwollen. Sollte das schon das Ende der geplanten Tour gewesen sein, noch bevor sie richtig angefangen hatte? Die herbeigerufene Polizei war wenig hilfreich. Mit etwas M\u00fche und geschockt konnte ich den Platten flicken. In einer nahen Polizeistation wurden die Wunden versorgt. Knochen, Gelenke und das Rad funktionierte noch. Das kleine Hotel mit dem freundlichen Portier war tr\u00f6stend.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck nach Biarritz. Nur wenige Leute steigen aus dem TGV. Unsere R\u00e4der werden aus den leichten Nylons\u00e4cken gepackt. Die Montage geht schnell: Laufr\u00e4der befestigen, Sattel wieder auf ideale Sitzposition bringen, die Satteltaschen unter dem Sattel festbinden. Von Beginn an erweist sich das Fahrrad als klimatauglich bestes Fahrzeug. High Noon-Stimmung am entlegenen Bahnhof. Der TGV, mit dem wir von Paris bis Biarritz in rund vier Stunden durch Frankreich sausten, war akklimatisiert. Hitze hier in Biarritz. Der Bahnhof liegt rund sieben Kilometer au\u00dferhalb der Stadt. Das Startfoto der Tour soll aber am Strand des Atlantiks sein. Wir finden die Bucht unterhalb der mond\u00e4nen Fassaden der Hotelanlagen aus dem 19. Jahrhundert, die von jener Zeit erz\u00e4hlen, als hier Mitglieder der europ\u00e4ischen K\u00f6nigsh\u00e4user in ihrem Reichtum schwelgten. Der Reichtum von damals br\u00f6ckelt ab. Die Belle Epoque und ihre Prasserei sind vorbei. Die Reichen von heute verdienen ihr Geld mit Finanzverm\u00f6gen und ihre Yachten sind in den H\u00e4fen und ihre Luxusautos stehen vor den noblen Hotels. Nur wenige Menschen sind an diesem Tag am Sandstrand. Der Sand ist gl\u00fchend hei\u00df. Selbst das Wasser des Atlantiks f\u00fchlt sich nicht kalt an. Eine M\u00f6we erobert die Jause eines Menschen, der sie w\u00e4hrend des Bades im Meer liegen lie\u00df. Wir st\u00e4rken uns noch mit einem Picknick am Strand und dann beginnt die Fahrt ins Landesinnere.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260622_160907-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260622_160907-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12717\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260622_160907-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260622_160907-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260622_160907-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260622_160907-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260622_160907-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Rund 60 Kilometer und 750 H\u00f6henmeter sind es von Biarritz bis zum ersten Etappenort in Saint-Jean-Pied-de-Port. F\u00fcr einen normalen Rennradtag daheim nicht viel. F\u00fcr die Reise mit Gep\u00e4ck und vor allem bei der Hitze reicht es aber f\u00fcr einen Halbtag. Meist f\u00fchrt die Strecke entlang von Radwegen oder Nebenstra\u00dfen direkt entlang der Nive. Vor uns ist die Silhouette der westlichen Pyren\u00e4en sichtbar. An einer Wasserstelle sch\u00fctte ich mir die Flasche mit kaltem Wasser \u00fcber den Kopf. Sp\u00e4ter f\u00e4llt das Handy aus mit der Botschaft: \u201eWegen \u00dcberhitzung wird das Smartphone in den Ruhemodus gesetzt.\u201c Auf rund der H\u00e4lfte des Weges geht es in schluchtenartiges Gel\u00e4nde. Es wird Abend, bis wir in der kleinen Stadt ankommen. Ich freue mich auf diesen Ort, weil ich hier vor acht Jahren mit meinem Sohn Jakob auf der Rad-Pilgerfahrt von Innsbruck bis Santiago rund die H\u00e4lfte des Weges hinter mir hatte. Es war unser letzter Tag in Frankreich und es ging dann \u00fcber einen Pass nach Spanien. Auf der steinernen Br\u00fccke \u00fcber die Nive standen wir. Durch das Jakobustor gingen wir in die Altstadt. Noch lagen damals rund 80 Kilometer bis Pamplona als Tagesziel vor uns. Heute wirkt die Stadt menschenleer. Die Hitze scheint auch die Pilgerinnen und Pilger vertrieben zu haben. In der traditionellen Pilgerherberge sind nur ein paar Leute. In der Pizzeria daneben sind wir die einzigen G\u00e4ste. Der erste Tag unserer Pyren\u00e4endurchquerung ist gut gelungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dienstag, 23. Juni 2026: von Saint-Jean-Pied-de-Port nach Bedous<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260623_210742-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260623_210742-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12720\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260623_210742-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260623_210742-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260623_210742-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260623_210742-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260623_210742-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Geplant war ein fr\u00fcher Aufbruch. Hier ganz im Westen Europas wird es aber erst sp\u00e4ter hell. Es war eine Tropennacht ohne Abk\u00fchlung. Rund 80 Kilometer verteilt auf knapp 2.000 H\u00f6henmeter im Aufstieg sind geplant. Nach 20 Kilometern beginnt der erste von vielen Anstiegen. Eine kleine Bergstra\u00dfe f\u00fchrt weit \u00fcber die H\u00fcgellandschaft hinauf. Teils betragen die Steigungen bis zu 18 Prozent. Da es keinen Verkehr gibt, l\u00e4sst sich aber gut in Schlangenlinien fahren. Pferde weiden \u2013 manche von ihnen haben Glocken \u2013 entlang der Stra\u00dfe. Gleich nach dem zweiten Pass macht es ein pl\u00f6tzliches Ger\u00e4usch am Hinterreifen. Pffffffffffffffff. Der Schlauch ist geplatzt. Ich setze den Reserveschlauch ein. Ein paar Kilometer sp\u00e4ter dann wieder: Pffffffffffffff &#8211; Reifenplatzer. Die Alufelge ist aufgrund der Hitze und der Wirkung der Bremsbacken gl\u00fchend hei\u00df. Nun beginnt das Flicken. Vergeblich. Gleich nach dem Anbau macht es wieder pfffffffffffff. In einiger Entfernung ist eine Auberge. Ein paar M\u00e4nner, die sich als sehr kundig darstellen, versuchen mit einem Pannenspray aus ihrem Auto den Reifen zu flicken. Ich fahre dann ein paar Meter und wieder macht es dieses schreckliche Pffffffff-Ger\u00e4usch. Ein empathischer Mann erkennt die Not und bringt uns mit seinem schwarzen BMW in das n\u00e4chste Dorf. Hier gibt es eine Fahrradwerkst\u00e4tte. Und wieder geht es mit dem Auto zur\u00fcck auf den Berg, zur\u00fcck zur Auberge, wo die Fahrr\u00e4der einstweilen standen. Es wird vier Uhr. Wir haben erst die H\u00e4lfte der Strecke geschafft und noch stehen drei weitere P\u00e4sse vor uns. Ich bremse nun vorsichtig, gebe wenig Druck in den Reifen, lasse die Bremse nicht schleifen, mache Pausen bei den Abfahrten, damit sich die Felge nicht wieder erhitzt. Mein Rad mit Felgenbremsen und d\u00fcnner Bereifung entspricht nicht mehr dem Stand der Technik angesichts von Hitze und grobem, schlaglochdurchsetzten Fahrbanuntergrund. Am Talgrund zeigt eine Temperaturanzeige bei einer Pharmazie 45 Grad. In Abendstimmung, bei der die einsame Berglandschaft besonders eindrucksvolle Farben schenkt, geht es dann noch trotzdem sehr locker \u00fcber zwei P\u00e4sse und hinunter in das kleine Dorf Bedous. In der kleinen privaten Unterkunft werden wir gastfreundlich empfangen. Eine junge Spanierin hat dort ein Haus gekauft und liebevoll f\u00fcr Reisende hergerichtet. Es wird dunkel, als wir am Dorfplatz gerade noch eine Pizza aus einem Pizzawagen erhalten. Zum Trinken gibt es das Wasser vom Dorfbrunnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mittwoch, 24. Juni 2026: Von Bedous nach Aucun<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260624_164408-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260624_164408-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12721\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260624_164408-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260624_164408-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260624_164408-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260624_164408-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260624_164408-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Am Tagesprogramm stehen drei Cols mit zusammen 2.330 H\u00f6henmetern im Anstieg und 74 Kilometern. Die Landschaft wird gebirgiger. Der Col d\u2019Aubisque und der Col du Soulor fordern strategisches Fahren in der Hitze. Es gilt, jeden Schatten zu n\u00fctzen, den ein Baum entlang der Strecke spendet, und mit dem Wasser achtsam hauszuhalten. In irgendeinem Brunnen halte ich zur K\u00fchlung das Rad ins Wasser. Die Unterkunft im Etappenort war reserviert. Diesmal ist es ein einfaches Hotel \u2013 und der Radraum mit vielen teuren Rennr\u00e4dern zeigt, dass wir nun das Herzst\u00fcck des Rennradsports der Pyren\u00e4en erreicht haben. Morgen steht ja der bekannteste Pass der Pyren\u00e4en f\u00fcr uns am Programm.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Donnerstag, 25. Juni 2026: Von Aucun nach Arreau<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260625_153520-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260625_153520-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12722\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260625_153520-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260625_153520-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260625_153520-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260625_153520-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260625_153520-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>91 Kilometer und im Anstieg 2.470 H\u00f6henmeter. 4 Anstiege, darunter als H\u00f6hepunkt der Tourmalet mit 1461 Metern im Anstieg. Es ist der h\u00f6chste Pyren\u00e4enpass mit 2.100 H\u00f6he und f\u00fcr alle Rennradfahrende der Traum. Hier wird jedes Jahr neu Tour-de-France-Geschichte geschrieben. Wir gehen es freilich besonnen und gem\u00fctlich an. Bei der Hitze w\u00e4re es anders auch nicht machbar. Am Tourmalet surren viele Rennr\u00e4der. Mit Gep\u00e4ck sind wir aber so ziemlich die einzigen. Die Landschaft gleicht schon etwas den Alpenp\u00e4ssen. Ausgewiesen h\u00e4sslich sind die riesigen Hotelanlagen in den Skiorten auf beiden Seiten des Passes. Nochmals geht es hinauf auf einen Col und auf der anderen Seite \u2013 als es schon Abend wird und die Farben besonders sch\u00f6n sind \u2013 in vielen Serpentinen steil hinunter. Es ist gut zu wissen, dass wir am Ende der Tour die Unterkunft bereits gebucht haben. Ein Hotel, das schon ganz zugeschnitten ist f\u00fcr Menschen, die mit Rennr\u00e4dern unterwegs sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Freitag, 26. Juni 2026: Von Arreau nach Cierp<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>69 km, 1700 HM<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260626_103255-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260626_103255-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12723\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260626_103255-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260626_103255-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260626_103255-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260626_103255-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260626_103255-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Wieder haben wir P\u00e4sse vor uns. W\u00e4re mein Rad weniger anf\u00e4llig f\u00fcr Pannen und w\u00fcrde ich nicht Angst vor dem vibrierenden Ger\u00e4usch im Vorderrad haben, k\u00f6nnte ich die Abfahrt wohl besser genie\u00dfen. Die Landschaft ist wundersch\u00f6n. Diesmal kommen wir so fr\u00fch am Etappenort an, dass wir auf die Landlady warten, die ein altes Landhaus besitzt und uns so gastfreundlich empf\u00e4ngt, dass sie uns und den zwei weiteren G\u00e4sten \u2013 ebenfalls Rennradfahrer \u2013 ein dreig\u00e4ngiges Men\u00fc hervorzaubert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Samstag, 27. Juni 2026: Von Cierp-Gaud nach Seix<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>79km, 2300 HM<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260627_204817-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260627_204817-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12724\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260627_204817-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260627_204817-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260627_204817-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260627_204817-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260627_204817-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Welche Erinnerung wird von diesem Tag wohl bleiben? Das liebevoll zubereitete Fr\u00fchst\u00fcck, das wir gemeinsam mit den beiden anderen Rennradfahrern serviert bekommen. Die vielen P\u00e4sse \u2013 der erste war Col d\u2019Mente, der zweite Col de Portet d\u2019Aspet, der dritte Col de la Cor. Die Einraum-Boulangerie-Patisserie, wo wir uns ein Baguette kauften \u2013 viel mehr gab es nicht. Das gute Essen in einem Restaurant knapp danach. Die Hitze des Tages und die vielen Kilometer und vielen H\u00f6henmeter. Der Naturladen in Siex mit lokalen Produkten am Fluss mit einem Platz davor, wo sich gleich ideal noch ein abendliches Picknick f\u00fcr die Hungrig-Durstigen anbot. Das einfache Hotel direkt am Fluss, dessen Rauschen uns in der Nacht begleitete und wo auf der anderen Seite eine alte Burg \u00fcber der Stadt thront? Das Bier im Gastgarten am Rande eines Platzes, wo Einheimische Boccia spielten und wir unsere Getr\u00e4nke hatten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sonntag, 28. Juni 2026: Von Seix nach Ax-les Thermes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>84km, 1670 HM<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260629_095036-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260629_095036-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12725\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260629_095036-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260629_095036-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260629_095036-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260629_095036-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260629_095036-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Der freundliche Hotelangestellte hilft mit seinem Deutschkenntnissen bei der Suche nach der Kontaktlinsenfl\u00fcssigkeit. Es ist Sonntag. Die Pharmazien haben geschlossen. Irgendwo mitten auf unserer Strecke \u2013 scheinbar im Nirgendwo \u2013 zuf\u00e4llig, weil eine Ausfahrt zu sp\u00e4t genommen wurde \u2013 finden wir aber eine Pharmazie und ein kleines Problem hat sich damit gel\u00f6st. Zwei H\u00fcgel sind zu \u00fcberwinden. Zun\u00e4chst der Col des Caouignous und dann der Col de Poret. Nach dem zweiten in einem Tal, das von der Hauptstra\u00dfe nach Andorra gepr\u00e4gt ist, auf der Tausende Autos fahren, finden wir nichts anderes als ein McDonalds. Das Ende der Etappe ist in Sicht. Der Thermalkurort Ax nicht mehr weit, wobei die letzten Kilometer eines Tages gef\u00fchlt immer weit sind. Ich versuche den Nackenschmerz weg zu mobilisieren, der mich am Ende einer Etappe oft anh\u00fcpft. Auf der Nationalstra\u00dfe gibt es zumindest meistens einen Fahrradstreifen. Das Hotel entspricht so ganz den Vorstellungen eines Kurortes. Es ist die letzte \u00dcbernachtung in den Pyren\u00e4en vor einer langen Etappe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Montag, 29. Juni 2026: Von Ax-les-Thermes nach Perpignan<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>131 km, 1340 HM<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260629_103513-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260629_103513-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12726\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260629_103513-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260629_103513-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260629_103513-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260629_103513-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260629_103513-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Es wird der Tag, an dem wir das erste Projekt abschlie\u00dfen werden: Die Durchquerung der Pyren\u00e4en. Dazu passt ein reichliches Fr\u00fchst\u00fcck. Von Ax f\u00fchrt eine sehr kleine Stra\u00dfe und ganz ohne Verkehr zun\u00e4chst ein paar hundert Meter auf den Col du Chioula hinauf. Und dann noch der Col des Sept Freres. Es sind unsere letzten beiden P\u00e4sse in den Pyren\u00e4en. Ich habe nicht gez\u00e4hlt, wie viele es waren. Drei bestimmt jeden Tag. Nun stehen nur mehr rund 100 Kilometer Abfahrt zum Mittelmeer bevor. Die Strecke ist wundersch\u00f6n. Sie f\u00fchrt durch ein Tal, das an manchen Stellen zu einer Schlucht wird, zuletzt immer entlang eines Flusses, der sich in den Ebenen von Perpignan verliert. Ein kr\u00e4ftiger R\u00fcckenwind unterst\u00fctzt uns und wir k\u00f6nnen \u00fcber weite Strecken \u00fcber 30km\/h fahren. Das Zirben der Zikaden \u00fcbert\u00f6nt jedes vorbeifahrende Auto. An einer kleinen Raststation st\u00e4rken wir uns noch mit franz\u00f6sischem K\u00e4se und Baguette. Kurz vor Perpignan hei\u00dft es allerdings noch einmal Nerven bewahren. Komoot-Steuerung f\u00e4llt aus, weil der Akku meines Handys gar ist und ich zu sp\u00e4t den externen Akku ansteckte. Google-Maps ist verwirrend, wir sind m\u00fcde, Wolken t\u00fcrmen sich im S\u00fcden auf, Industriegebiete sind noch zu durchqueren. Endlich in Perpignan. Mitten im Zentrum am Place de la Republique ist unsere private Unterkunft. Zun\u00e4chst allerdings haben wir noch keinen Code f\u00fcr den Schl\u00fcsseltresor am Eingang. In einer Bar daneben sind hilfreiche Menschen und schlie\u00dflich schaffen wir es, einen Zugang zu bekommen. Wieder einmal stehen dann unsere R\u00e4der im Apartment. Ziel erreicht. Erf\u00fcllt von vielen Eindr\u00fccken und m\u00fcde k\u00f6nnen wir zur Ruhe kommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dienstag, 30. Juni 2026: Von Perpignan nach Port-la Nouvelle<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>60 km, 410 m<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260630_162015-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260630_162015-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12728\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260630_162015-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260630_162015-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260630_162015-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260630_162015-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260630_162015-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Das erste gro\u00dfe \u201eProjekt\u201c ist beendet. Die Pyren\u00e4en vom Atlantik bis zum Mittelmeer sind durchquert. Dazu hatte ich jede Etappe geplant. Irgendwie war es also klar eingeteilt. Wie soll es nun weitergehen? Wie weit und welche Strecke werden wir nun w\u00e4hlen. Es gibt nun keine vorgegebenen Etappenorte und Unterkunftsm\u00f6glichkeiten. Wir werden eben nun Tag f\u00fcr Tag planen. Eine kurze Etappe soll es heute werden, um auch noch Zeit f\u00fcr den Strand zu haben. Dieser ist nicht weit. Der Tag ist hei\u00df. Der Sand am Meer ist sehr hei\u00df. Das Baden im Meer k\u00fchlt und lockert die Muskeln. Nur wenige Menschen sind an diesem langen Sandstrand. Den meisten wird es wohl zu hei\u00df sein. Im Strandrestaurant sind jedenfalls weit mehr Menschen. Unsere Fahrt geht weiter. Kilometerlang reihen sich nun Apartment und Hotelanlagen und Vergn\u00fcgungspark aneinander. Erst sp\u00e4ter wird die Meereslandschaft unbebaut. Eine kleine Stra\u00dfe windet sich entlang von typischer Mittelmeervegetation. Hunderttausende Zikaden zirpen in der gl\u00fchenden Hitze. Das Str\u00e4\u00dfchen endet in einem Schotterweg entlang der D\u00fcnen, der kaum noch befahrbar ist. Ausweg gibt es keinen. Da m\u00fcssen wir nun eben durch. Belastung f\u00fcr Mensch und Material. Aus einer kurzen Tour wird doch eine zeitlich l\u00e4ngere. In der kleinen Ortschaft werden wir aber von privaten Gastgebern herzlich empfangen. Die Wirtin spricht Deutsch. Kommt aus M\u00fcnchen. Die R\u00e4der k\u00f6nnen wir im Eingangsbereich abstellen. Ein Gesch\u00e4ft ist f\u00fcr den ersten Hunger und ersten Durst in der N\u00e4he. F\u00fcr den zweiten gibt es dann eine Pizzeria gegen\u00fcber. Der Besitzer ist Iraner, der fr\u00fcher in Deutschland gearbeitet hat, und freut sich, uns zu bekochen \u2013 neben uns ist nur noch eine andere Familie \u2013 und mit uns Deutsch reden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mittwoch, 1. Juli 2026: Von Port-la-Nouvelle nach Pezennas<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>87km, 1020m<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fahrt wird zun\u00e4chst sehr anstrengend und nervig. B\u00f6iger Wind bl\u00e4st vom Norden. Wir k\u00f6nnen nur eine Nationalstra\u00dfe nehmen. Ausweichroute gibt es keine . Wenn ein Schwerlaster vorbeisaust, hei\u00dft es in dem starken Wind noch einmal mehr, das Gleichgewicht beim Radeln nicht zu verlieren. So geht es viele Kilometer. Ab Narbonne wird es leichter. Mittags in Narbonne. Die Stadt verzaubert mit ihrem mittelalterlichen Reiz, einem wundersch\u00f6nen Stadtplatz und einer Kathedrale. Da nehmen wir uns Zeit im Schatten der B\u00e4ume und der alten Gem\u00e4uer f\u00fcr eine Mittagsrast. Ein weiterer H\u00f6hepunkt wird die Stadt Beziers. Schon von weitem wird die m\u00e4chtige Kathedrale sichtbar, die hoch auf einem H\u00fcgel thront und das Zentrum der alten Stadt bildet. Man k\u00f6nnte hier tief in die Geschichte eintauchen \u2013 in die Zeit, als Kreuzritter im Auftrag des Papst die blutigen Albigenserkriege f\u00fchrten und ein Massaker an der Bev\u00f6lkerung von Beziers geschah. F\u00fcr uns stehen heute noch einige Kilometer bevor. Pezennas selbst ist wieder eine typische kleine franz\u00f6sische Stadt. Die private Unterkunft in einem alten Haus mittendrin. Die R\u00e4der tragen wir ein enges Stiegenhaus hinauf in den zweiten Stock. Etwas au\u00dferhalb der Altstadt finde ich einen Supermarkt f\u00fcr Ess- und Trinkbed\u00fcrfnisse. In der Stadt finden wir dann ein kleines Restaurant mit Stra\u00dfengarten und leckerer vegetarischer Gem\u00fcse-Falaffel-Sch\u00fcssel.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Donnerstag, 2. Juli 2026: Von Pezennas nach Cassarac<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>102 km, 850m Anstieg<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck im Apartment drehen wir noch eine Runde durch die Stadt, die doch eine stattliche Gr\u00f6\u00dfe hat. Es geht hinaus ins Hinterland zwischen K\u00fcste und den gro\u00dfen St\u00e4dten wie Montpellier mit Bauten aus der Jetztzeit \u2013 wie dem Wei\u00dfen Turm.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260703_124543-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260703_124543-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12729\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260703_124543-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260703_124543-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260703_124543-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260703_124543-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260703_124543-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Als Unterkunft finden wir diesmal ein B&amp;B-Hotel am Rande der vielen gro\u00dfen Stra\u00dfen, die hier zusammenkommen. Viele Auswahlm\u00f6glichkeiten gab es nicht. Die Bed\u00fcrfnisse nach Schlafen und kurzem Regenerieren f\u00fcr den n\u00e4chsten Radtag gen\u00fcgen. Au\u00dferdem wird es ein Fr\u00fchst\u00fcck geben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Freitag, 3. Juli 2026: Von Nimes nach Bollene<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>99 km, 1100 HM<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260702_092741-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260702_092741-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12730\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260702_092741-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260702_092741-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260702_092741-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260702_092741-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260702_092741-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Fr\u00fchst\u00fcck in dem B&amp;B-Hotel. Es hat nicht den Charme jener Herbergen, in denen wir in den Pyren\u00e4en \u00fcbernachtet hatten, vielmehr passt es zu den Bed\u00fcrfnissen der Autofahrenden, die es nicht weit zur nahen Autobahn haben. Sie ist un\u00fcberh\u00f6rbar. Zweckrationalit\u00e4t einer Autofahrgesellschaft. Radfahrende wie wir passen da nicht dazu. Gest\u00e4rkt und mit Vorfreude auf das Rhone-Tal geht es f\u00fcr uns weiter. Kleine Landstra\u00dfen verw\u00f6hnen die Seele. Es geht zwischen Weinbergen und Getreidefeldern dahin. Avignon wird zu einem kulturellen H\u00f6hepunkt. Wir fahren \u00fcber die Rhone-Br\u00fccke in die Altstadt. Gerade noch k\u00f6nnen wir uns mit den Rennr\u00e4dern zwischen Touristen durch die Stra\u00dfen schl\u00e4ngeln und vor dem m\u00e4chtigen Papstpalast sind wir dann fast allein. Auf die ber\u00fchmte Dreiviertel-Br\u00fccke \u00fcber die Rhone \u2013 einem der Wahrzeichen von Avignon \u2013 k\u00f6nnen wir mit den R\u00e4dern allerdings nicht fahren. So bekommen die Touristen aus aller Welt keine Gesellschaft von uns. Es zieht uns weiter. Der Rhone entlang. An einer Rhonebiegung essen wir die Melone, die wir schon sehr lange mit uns herumschleppen. Die n\u00e4chsten Kilometer werden dann immer anstrengender. Der Mistral bl\u00e4st uns entgegen. Kurz vor dem Ziel noch einmal ein Stopp bei einem Verkaufsort f\u00fcr lokale Produkte. Obst und Getr\u00e4nk ebendort bauen auf \u2013 schenken Kraft f\u00fcr die n\u00e4chsten Kilometer im Windkanal des Rhonetales und ich bin dankbar f\u00fcr den Windschatten, weil mein Nacken ziemlich schmerzt. Froh sind wir \u00fcber die Herberge. Ein einfaches Zimmer. Fredo, der Wirt, kocht f\u00fcr die G\u00e4ste ein Abendessen. Mehr brauchen wir an&nbsp; diesem anstrengenden Tag wieder nicht. Wir planen den morgigen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Samstag, 4. Juli 2026: Von Bollene nach Valence<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>80 km, 820 Hm<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260706_115055-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260706_115055-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12731\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260706_115055-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260706_115055-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260706_115055-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260706_115055-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260706_115055-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Weiter geht es nun gegen den Mistral. Stets das Rhonetal hinauf \u2013 allerdings sehen wir den Fluss so gut wie nie. Der st\u00fcrmische Wind aus dem Norden &#8211; dorthin fahren wir ja &#8211; macht alles sehr anstrengend. Wir steuern direkt das Zentrum von Valence an. In einem alten Haus haben wir ein privates Studio gebucht. Im dritten Stock. Unter dem Dach. Unter uns eine der Kopfsteinpflasterstra\u00dfen. In einem Restaurant auf einem Platz finden wir einen sch\u00f6nen Ort, um das bekannteste Essen der Stadt zu genie\u00dfen: Winzige Ravioli, die mit lokalem K\u00e4se gef\u00fcllt sind. In der Nacht wird es sehr laut. Klimaanlage gibt es keines im Apartment. Die Franzosen feiern auf der Stra\u00dfe unter uns lautstark einen weiteren Sieg der franz\u00f6sischen Nationalmannschaft bei der Fu\u00dfball-WM.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sonntag, 5. Juli 2026: Von Valence nach Grenoble<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>99,8 km, 680 Hm<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-05-at-18.07.45.jpeg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-05-at-18.07.45-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12743\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-05-at-18.07.45-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-05-at-18.07.45-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-05-at-18.07.45-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-05-at-18.07.45.jpeg 1536w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Wir \u00e4ndern die Route.&nbsp; Es soll an diesem Sonntag nicht mehr das Rohne-Tal hinauf weitergehen, sondern \u00f6stlich nach Grenoble. So k\u00f6nnen wir etwas dem Nordwind entgehen. Sonntagsstimmung. Kilometerlange kerzengerade Stra\u00dfen entlang von Lavendelfeldern. Erster Stopp ist in der Stadt Romans. Dort findet gerade ein Fest statt. Marktget\u00fcmmel. Wir sitzen auf den Stufen vor der Kathedrale und lassen uns auf das Spektakel ein, bevor es wieder in die Landschaften hinausgeht. &nbsp;Und dann kommen die ber\u00fchmten Walnussbaum-Plantagen. In einem Dorf um die Mittagszeit hat ein einziges Gesch\u00e4ft offen. Wir trinken einen Liter Cola, um uns Energie zuzuf\u00fchren. Es hilft. Der letzte Teil der Strecke wird wundersch\u00f6n. Wir radeln auf einem Flussdamm st\u00e4ndig der Isere entlang. Der Weg f\u00fchrt uns \u2013 zuletzt noch mit Unterst\u00fctzung von R\u00fcckenwind \u2013 direkt in die Stadt Grenoble, die so viel gr\u00f6\u00dfer und anders als in meiner bisherigen Vorstellung ist. An einem der alten Pl\u00e4tze steht ein gro\u00dfes Hotel \u2013 f\u00fcr uns so geeignet, um zur Ruhe zu kommen. Noch einmal gibt es in einem Gastgarten das bereits bekannte lokale Ravioli-Gericht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Montag, 6. Juli 2026: Von Grenoble nach Aix-les Bains<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>71 km, 620 H\u00f6henmeter<\/p>\n\n\n\n<p>Heute gibt es wieder ausreichend Fr\u00fchst\u00fcck. Luxusfr\u00fchst\u00fcck sogar. Ich muss wieder gar nicht schauen, wie das Wetter wird. Hei\u00df. Sehr hei\u00df. Keine Wolke am dunkelblauen Himmel. Sonnig.  Am Postamt in Grenoble geben wir ein Paket mit all den Regensachen auf, die wir stets ungebraucht mit uns herumschleppten. An vielen Orten merkt man die innere Sicherheitslage in Frankreich. Der bewaffnete Sicherheitsbeamte mit Schussweste ist uns hilfreich. Die Postbeamtin ist hilfreich. Das Paket wird aufgegeben. Um gut zwei Kilo weniger schwer werden wir nun die n\u00e4chsten Etappen unterwegs sein. Wie weit? Es ist uns noch unklar. Die heutige Etappe plus Unterkunft in Aix-les-Bains haben wir am Abend noch geplant. Umgeplant. Spontan. Wir werden nicht direkt nach Genf fahren. Die Preise in den dortigen Unterkunftsoptionen sind jenseits des Normalen. Die Umplanung ist bei der Ausfahrt noch nicht in meinem Orientierungssinn verankert. Der will mich nach Norden lenken. Es geht aber zun\u00e4chst s\u00fcd\u00f6stlich. Nochmals etwas der Isere hinauf. So machen wir eine Zusatzrunde durch Grenoble. Die n\u00e4chsten Kilometer werden landschaftlich spannend. Es geht zwar entlang einer Bundesstra\u00dfe, aber der Verkehr ist ertr\u00e4glich und meist gibt es einen Radstreifen. Wir sind, wie meistens in der ersten H\u00e4lfte einer Etappe, gut gestimmt. Da steckt immer auch mehr Kraft im K\u00f6rper. Die Route f\u00fchrt durch ein breites Tal der Is\u00e9re. Auf der linken Seite sind hohe senkrechte Felsw\u00e4nde der franz\u00f6sischen Kalkalpen. F\u00fcr Extremkletterer muss das ein Paradies sein. In einem der Seitent\u00e4ler liegt abgelegen Chartreuse, wo Bruno von K\u00f6ln den Karth\u00e4userorden begr\u00fcndet hatte. Rechts von uns ist die Bergkette h\u00f6her aber sanfter. Mittags eine kurze Rast bei einer kleinen romanischen Kirche. Es gibt ein Mittagsschl\u00e4fchen. Dann geht es teils auf kleinen Stra\u00dfen weiter. Getreidefelder und W\u00e4lder wechseln sich ab. Kleine D\u00f6rfer. Ein kleiner Fluss. Wir treffen auf eine gr\u00f6\u00dfere Rennradgruppe, die im Pulk fahren. Etwas reihen wir uns hinten in den Windschatten ein. Da wird das Treten pl\u00f6tzlich um vieles leichter. Dann verlieren wir kurz vor der gr\u00f6\u00dferen Stadt Chambery die Gruppe und fahren in unserem eigenen Tempo. Bei einer Unterf\u00fchrung knalle ich mit dem Vorderrad in ein Schlagloch. Pfffffffffffffffff. Reifenplatzer. Reifenflicken. Es wird Zeit f\u00fcr eine Jause und vor allem f\u00fcr Fl\u00fcssigkeit. Da nehmen wir gerne einen Umweg zu einem Supermarkt in Kauf. Ein k\u00fchles Smoothie, ein Saft, eine Zuckermelone, ein Baguette und K\u00e4se. Der Nussbaum, unter dem wir es essen, spendet Schatten. Weiter geht es. Allerdings wegen des Umweges zun\u00e4chst ohne die geplante Komoot-Runde. So geraten wir zun\u00e4chst in ein etwas undurchdringliches Stra\u00dfengewirr, wo wieder einmal alle Stra\u00dfenverl\u00e4ufe nur hin zur Autobahn f\u00fchren. Etwas zur\u00fcck \u2013 und wir finden den Radweg und die Schilder zum Etappenort Aix-les-Bains. Neun Kilometer vor dem Ziel &#8211; pfffffffffffffff &#8211; diesmal hat meine Companera einen Platten. \u00dcberraschend leicht f\u00e4llt das Flicken. Ein Dorn steckt im Mantel.  Es wird wieder Abend, bis wir in jenen Ort kommen, der eigentlich am gr\u00f6\u00dften S\u00fc\u00dfwassersee Frankreichs liegt und als \u201eRiviera der Alpen\u201c bezeichnet wird. F\u00fcr den See bleibt aber f\u00fcr uns keine Zeit mehr. Er liegt unterhalb der dicht verbauten Stadt und wir sehen ihn gar nicht. Bei der Fahrt zu unserer Unterkunft fuhren wir zuvor noch an einem alten r\u00f6mischen Torbogen vorbei. Schon zur R\u00f6merzeit sollen hier die Thermalquallen gen\u00fctzt worden sein. Das alte schloss\u00e4hnliche Hotel atmet etwas das Flair eines Thermalkurortes. Bei der Ankunft trinken wir die H\u00e4lfte des Zitronen-Melissewassers. Im Garten unter Rosenstr\u00e4uchern zwischen dem Hotel und der benachbarten Kirche machen wir unser franz\u00f6sisches Picknick. Die Planung der n\u00e4chsten Etappe wird dann doch etwas komplizierter. &nbsp;Marin am Nordufer des Genfer Sees wird das n\u00e4chste Ziel. Die einzige Unterkunftsm\u00f6glichkeit dort wird wohl eine Art \u201eNotunterkunft\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dienstag, 7. Juli 2026: Von Aix-les-Bains nach Marin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d-genf-1.jpeg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d-genf-1-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12732\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d-genf-1-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d-genf-1-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d-genf-1-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d-genf-1.jpeg 1536w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>104km, 1320 Hm<\/p>\n\n\n\n<p>Der Tag beginnt diesmal wieder mit einem ausgiebigen Fr\u00fchst\u00fccksbuffet. Unser Plan ist, fr\u00fch los zu starten. Das schaffen wir fast. Dann aber gleich nach den ersten hundert Metern l\u00e4sst sich die elektronische Schaltung vom Rad meiner Companera nicht mehr bewegen. Der Akku ist leer. Also zur\u00fcck zum Hotel. Warten w\u00e4hrend des Aufladens und es wird drau\u00dfen immer w\u00e4rmer. Meist geht es heute entlang von Stra\u00dfen \u2013 zum Gl\u00fcck wieder oft mit Radfahrstreifen \u2013 zun\u00e4chst nach Annecy. Wir streifen die Stadt aber nur und lassen auch den dortigen See links liegen und kurven \u2013 teils auf einer markierten Radspur &#8211; durch das dichte Verkehrsgew\u00fchl dieser Stadt. Weiter geht es zur Stadt Evian-les-Bains zum Genfer See. Hier fand erst vor kurzem der G7-Gipfel statt. In dieser Stadt wurde auch das Waffenstillstandsabkommen zwischen Frankreich und Algerien unterzeichnet, das 1962 den Algerienkrieg beendet hatte. Ich denke an die BBC-Nachrichten vom heutigen Tag: Die Kriege in der Ukraine und im Mittleren Osten gehen weiter. Wann werden die M\u00e4chtigen dieser Welt endlich zur Vernunft kommen? Als wir vor der Stadt Evans die m\u00e4chtige Dranse \u00fcberqueren, vermuten wir weit im Hintergrund das Mont-Blanc-Massiv strahlend wei\u00df hervorleuchten. Der Tag klingt schlie\u00dflich wundersch\u00f6n aus \u2013 mit franz\u00f6sischem Bier am Strand vom Genfer See schon in Abendstimmung und einer Pizza in der kleinen Stadt.&nbsp; Erwartet weniger sch\u00f6n ist freilich die Unterkunft. Notunterkunft eben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mittwoch, 8. Juli 2026: Von Marin nach Freiburg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>110 km, 1430 Hm<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach einem doch etwas mickrigen Fr\u00fchst\u00fcck machen wir uns gleich auf zum Genfer See. Die Etappe ist lang, aber ein Bad im See muss dann doch sein. Tats\u00e4chlich finden wir auch bald eine einsame Bucht. Ein Supermarkt in der N\u00e4he st\u00e4rkt uns mit Produkten, die zu unserem Ern\u00e4hrungsverhalten passen. Viele Kilometer geht es direkt am S\u00fcdufer des Genfer Sees entlang. Teils sind wir auf dem Rhone-Radweg. Fast unbemerkt bleibt der Wechsel in die Schweiz. Weit und gr\u00fcn ist das Delta, in dem die Rhone in den Genfer See flie\u00dft. Wir \u00fcberqueren sie auf einer kleinen Radbr\u00fccke. Weit im Hintergrund heben sich die Walliser Alpen hervor. Vor uns ist die Stadt Montreux. Am s\u00fcd\u00f6stlichen Ufer zuerst das m\u00e4chtige Schloss Chillon. Die Autobahn mit dem Massenverkehr verl\u00e4uft auf Br\u00fccken und durch Tunnels hoch \u00fcber der Stadt. Unser Weg f\u00fchrt an Hotelpal\u00e4sten vorbei. An der ber\u00fchmten Uferpromenade machen wir Rast. Mittagsschl\u00e4fchen im Schatten eines Baumes und mit Genfersee im Vordergrund. Fast kitschig. In der Mittagshitze geht es dann wieder rund 500 H\u00f6henmeter hinauf in die Freiburger Vorberge. Hitze \u2013 aber kaum Autos. Die Landschaft wird lieblich. Komoot gibt kleinste Str\u00e4\u00dfchen vor. An einer Stelle allerdings m\u00fcssen wir einen Umweg nehmen. Baustelle \u2013 und eine gesetzgesteuerte Stra\u00dfensperrarbeiterin will uns nicht daran vorbeilassen. Schlie\u00dflich finden wir aber auf Umwegen zur urspr\u00fcnglichen Route zur\u00fcck und viele Kilometer geht es in einem st\u00e4ndigen Auf-und-Ab nach Fribourg. Dort wartet ein Apartment auf uns. F\u00fcr Selbstkochen wird es allerdings zu sp\u00e4t. Die Gesch\u00e4fte sind geschlossen. In der Hauptstra\u00dfe gibtr es aber ein Programmkino, das gerade noch Pizza und Aufstriche anbietet \u2013 und dazu trinken wir Bier. Ziel nach all dem Unerwarteten wieder gut erreicht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-09-at-22.32.34.jpeg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-09-at-22.32.34-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12742\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-09-at-22.32.34-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-09-at-22.32.34-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-09-at-22.32.34-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-09-at-22.32.34.jpeg 1200w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Donnerstag, 9. Juli 2026: Von Freiburg nach Luzern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>120 km, 1520 HM<\/p>\n\n\n\n<p>Eine lange Etappe steht bevor mit vielen H\u00f6henmetern. Der 9. Juli ist ein besonderer Tag. Fr\u00fchst\u00fcck besorge ich uns vom Supermarkt, zu dem ich mit dem Rad fahre. Ein kultureller H\u00f6hepunkt ist gleich am Beginn die historische Altstadt mit der Kathedrale St. Nikolaus und dem markanten Turm im Stil der Glamboyantgotik. Wie zuletzt mit Jakob hole ich mir dort einen Pilgerstempel. Teils kommt mir die Gegend danach bekannt vor. Mehrmals queren wir den Jakobsweg. Bern mit seiner touristischen Einzigartigkeit liegt auf unserer Strecke. Dort bietet sich auch ein Kaffee an, das bestimmten Gourmetw\u00fcnschen entgegen kommt. Ein Highlight ist die Altstadt mit dem Berner M\u00fcnster. Hinein geht es ins Emmental \u2013 passend der bekannte Name f\u00fcr die K\u00fche und landwirtschaftlichen Betriebe links und rechts der Strecke \u2013 dann sehr wellig auf kleinsten Stra\u00dfen durch einen UNESCO-Biosph\u00e4renpark. Nochmals anstrengend werden wiederum die letzten Kilometer. Wie oft. Am meisten ziehen sich jene Kilometer nach dem Hunderter und am Ende eines Tages. Wir erreichen Luzern. Im Fluss, der aus dem Vierwaldst\u00e4ttersee f\u00fchrt, lassen sich Menschen flussabw\u00e4rts treiben. Vorbei geht es am bekannten Wahrzeichen von Luzern. Die Unterkunft haben wir optimal gew\u00e4hlt: Ein einfaches Backpacker-Hostel fast direkt am See und an einer Bucht, in der sich schwimmen l\u00e4sst. Das schieben wir auf morgen auf. Im Hostel machen wir uns noch eine gro\u00dfe Portion Pasta, um die Kohlenhydratspeicher wieder etwas nachzuf\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Freitag, 10. Juli 2026: Von Luzern nach Ricken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-10-at-19.21.57.jpeg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-10-at-19.21.57-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12741\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-10-at-19.21.57-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-10-at-19.21.57-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-10-at-19.21.57-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-10-at-19.21.57.jpeg 1200w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Spontan wird umgeplant. Es soll auch noch Zeit f\u00fcr ein Verweilen am Vierwaldst\u00e4ttersee und am Zugersee sein. So sind f\u00fcr heute geplant: 75 Kilometer und 900 H\u00f6henmeter. Tats\u00e4chlich wird das Bad im Vierwaldst\u00e4ttersee an einer Mole, hinter der Aberdutzende Segelboote angebunden sind, mit Blick auf Pilatus auf der einen Seite und Rigi auf der anderen Seite, sehr besonders. Nochmals kurven wir durch die Hotspots dieser Stadt \u2013 vor allem die blumengeschm\u00fcckte h\u00f6lzerne Kapellenbr\u00fccke, die \u00fcber die Reuss f\u00fchrt, die hier in den Vierwaldst\u00e4ttersee m\u00fcndet. Nicht weit ist es zum Zugersee und das Bed\u00fcrfnis nach Schwimmen im See und etwas Pause ist riesengro\u00df und verst\u00e4ndlich. Kurz vor Zug finden wir eine Bucht, eine Bar \u2013 und die ersehnte Abk\u00fchlung im See. Pilatus und Rigi sind nun bereits weit in den Hintergrund ger\u00fcckt. Meist f\u00fchrt unsere Strecke nun wieder wellig hinunter zum Z\u00fcrichersee, den wir bei Rapperswil \u00fcber eine lange Br\u00fccke \u00fcberqueren. Noch wartet allerdings ein langer Anstieg nach Rikken \u2013 ein Etappenort der sich aufgrund der L\u00e4nge und eines dort befindlichen Hotels anbot.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Samstag, 11. Juli 2026: Von Ricken nach Feldkirch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es wird heute die k\u00fcrzeste und zugleich letzte Etappe. 55 Kilometer und 600 H\u00f6henmeter im Aufstieg. Das alte Wirtshaus an der Stra\u00dfe verlassen. Gleich geht es \u00fcber einsame Nebenstra\u00dfen weiter. Im Norden sind die Appenzeller Alpen, im S\u00fcden die schroffen grasbewachsenen Gipfel des Alpstein. Hier sind viele Rennradfahrende unterwegs. Einige von ihnen steuern auch jene Lokalit\u00e4t unterhalb der Anh\u00f6he an, um dort Rast f\u00fcr ein zweites Fr\u00fchst\u00fcck zu machen. Einmal noch eine Anh\u00f6he hinauf und dann sausen wir die letzten Kilometer steil hinunter in die Rheinebene und schlie\u00dflich \u00fcber den Rhein \u2013 er f\u00fchrt nur wenig Wasser \u2013 nach Liechtenstein und zur Grenze. Das Ziel ist erreicht! Dankbarkeit und Freude.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d-20-appenz.jpeg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d-20-appenz-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12736\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d-20-appenz-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d-20-appenz-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d-20-appenz-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/d-20-appenz.jpeg 1200w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Epilog<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Meine Art des Reisens verkn\u00fcpfe ich mit politischen Botschaften. Ich konnte w\u00e4hrend der letzten 20 Tagen stets im Augenblick sein und habe bewusst kaum die Weltnachrichten geh\u00f6rt und keine Zeitungen gelesen. Daf\u00fcr w\u00e4re auch keine Zeit gewesen. Die politischen Nachrichten holen mich nun wieder ein. Es war der NATO-Gipfel mit seinen bedrohlichen Ansagen. Die Kriege in der Ukraine und im Iran gehen weiter. Es ist immer auch ein Krieg um die Ressourcen. Wenn ich auf das Rad steige, m\u00f6chte ich auch sagen: Entr\u00fcstet euch! Ich m\u00f6chte selbst m\u00f6glichst wenig an den Zerst\u00f6rungsschrauben drehen. Wenn mich meine Enkel einmal fragen: \u201eOpa, was hast du gemacht, um die Welt vor Zerst\u00f6rung zu retten?\u201c, kann ich ihnen von langen Radreisen erz\u00e4hlen, die keine L\u00e4rm-Abgas-Abriebspuren und keine Kondensstreifen am Himmel hinterlie\u00dfen. Ein anderes Leben, das auf eine Reduktion und t\u00e4glich gesuchte Achtsamkeit setzt, braucht freilich Menschen, mit denen ich dieses Leben teilen kann. Mein Reisen soll nicht im Widerspruch zu meinen politischen T\u00e4tigkeiten bei den Scientists for Future oder Pax Christi sein, sondern deren Ma\u00dfst\u00e4ben entsprechen. Das bin ich. Das gibt meiner Art des Reisens auch einen pazifistisch-\u00f6kologischen Sinn, den ich freilich niemandem vorschreiben will. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-container-4 wp-block-gallery-3 wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped\"><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-10-at-19.22.46-1.jpeg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-10-at-19.22.46-1-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12738\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-10-at-19.22.46-1-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-10-at-19.22.46-1-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-10-at-19.22.46-1-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/WhatsApp-Image-2026-07-10-at-19.22.46-1.jpeg 1200w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/20260623_100158-768x1024.jpg' class='thumbnail' \/>Prolog Die Pyren\u00e4en vom Atlantik zum Mittelmeer in ganzer West-Ost-Ausrichtung mit dem Rennrad durchqueren. Ohne fossile Brennstoffe in Erderhitzungstagen klimabewusst unterwegs sein. Pyren\u00e4en-P\u00e4sse wie an einer Perlenschnur miteinander verbinden. Legend\u00e4re P\u00e4sse der Tour-de-France wie den Tourmalet oder Col d\u2019Aspin ersp\u00fcren. Auf einsamen Gebirgsstra\u00dfen unterwegs sein und fern von jedem Overtourism in kleinen Bergd\u00f6rfern \u00fcbernachten. Stets&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":12716,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12713"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12713"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12713\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12744,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12713\/revisions\/12744"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/12716"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12713"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12713"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12713"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}