{"id":12790,"date":"2026-08-11T14:38:22","date_gmt":"2026-08-11T14:38:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=12790"},"modified":"2026-08-11T15:26:14","modified_gmt":"2026-08-11T15:26:14","slug":"raetikon-blickwinkel-1-von-einem-gletscher-den-es-nicht-mehr-gibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=12790","title":{"rendered":"R\u00e4tikon-Blickwinkel 1: Von einem Gletscher, den es nicht mehr gibt"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/luener-14.jpeg\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/luener-14-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12791\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/luener-14-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/luener-14-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/luener-14-768x576.jpeg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/luener-14-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/luener-14.jpeg 1600w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Nicht beginnen will ich mein schreibendes Reflektieren mit den alpin-sportlichen Aspekten unserer dreit\u00e4gigen anspruchsvollen und gelungenen Alpenvereins-Tour in den R\u00e4tikon. Dar\u00fcber will ich sp\u00e4ter schreiben. Zun\u00e4chst dr\u00e4ngt sich mir einmal mehr der Zustand des Planeten Erde auf. Die von der Wissenschaft seit langem prognostizierten Folgen der Erderhitzung aufgrund des menschengemachten Klimawandels werden in besonderer Weise sichtbar in den hohen Gebirgsregionen. Am zweiten Tag unserer bergsteigerischen Aktivit\u00e4ten rund um die Douglassh\u00fctte stiegen wir vom L\u00fcnersee \u00fcber die Totalph\u00fctte auf den h\u00f6chsten Gipfel des R\u00e4tikon, die Schesaplana. Von diesem m\u00e4chtigen Berg ging mein Blick hinunter zu den kl\u00e4glichen Toteisresten des Brandner Gletschers. Er ist einer jener 1200 Gletscher der Schweiz, die in den letzten Jahren komplett verloren gegangen sind. Rund um die wenigen Eisflecken des einstigen Brandner Gletscher sind nur mehr Gesteinsw\u00fcste, Ger\u00f6ll und Mor\u00e4nen. Ein gr\u00fcner Wasserfleck l\u00e4sst erinnern an einen einstigen Gletschersee. Noch zu Beginn der 80er Jahre hatte die Eismasse eine Dimension, dass man dort ein Sommerskigebiet errichten wollte. Und noch etwas fr\u00fcher soll die Fohrenburg-Brauerei sich das Eis aus dem Gletscher genommen haben, um damit ihre Getr\u00e4nke zu k\u00fchlen. Verschiedene Organisationen in Vorarlberg \u2013 darunter auch der Alpenverein \u2013 hatten ebendort am Rande der Gletscherreste im Juli 2023 ein symbolisches Gletscher-Begr\u00e4bnis durchgef\u00fchrt. Auch Vertreter der Kirchen hatten an dieser Trauerfeier teilgenommen. Man wies einmal mehr auf die Folgen des menschengemachten Klimawandels hin, die zu Hitze, zu einem Abschmelzen der Gletscher, zu Unwetterkapriolen, zu enormen gesundheitlichen Belastungen, zu einem Verlust an Biodiversit\u00e4t und einem Mangel an Lebensqualit\u00e4t f\u00fchren. Bei dieser symbolischen Begr\u00e4bnisfeier waren auch jene Umweltinitiativen dabei, die gegen den weiteren Ausbau von Stra\u00dfenprojekten in Vorarlberg sind. Die \u201eTunnelspinne\u201c in Feldkirch ist so ein Projekt, das nur noch mehr den Individualverkehr steigern wird. Der Brandner Gletscher ist tot. Viele werden noch folgen. Und sicher ist dies unmittelbar eine kleinere Katastrophe als die brennenden W\u00e4lder von Griechenland \u00fcber Italien bis Portugal, als die D\u00fcrre mit den Ernteausf\u00e4llen, als das Sterben von Menschen in den Hitzewellen. Der verschwundene Gletscher ist dennoch auch ein Zeichen, dass alle \u2013 und wirklich alle \u2013 Ma\u00dfnahmen auf individueller, sozial\u00f6konomischer und politischer Ebene gesetzt werden m\u00fcssen, damit die Treibhausgasemissionen radikal reduziert werden. Man w\u00fcsste, was zu tun w\u00e4re. Dennoch ist jene Partei weiterhin im Aufwind, die selbst in diesem Sommer der Extreme noch den Klimawandel leugnet und freie Fahrt f\u00fcr freie B\u00fcrger propagiert. Aber auch der Umweltminister will nur von einem \u201eAusnahmesommer\u201c sprechen und der Wirtschaftsminister sekundiert die fehlende Klimapolitik mit der Aussage, dass eine &#8222;Klimahysterie&#8220; (sic!) nicht zu einem Verlust von Arbeitspl\u00e4tzen f\u00fchren d\u00fcrfe. Niemand aber ist gezwungen, diese populistisch motivierten Dummheiten und Verdr\u00e4ngungen zu akzeptieren und frei, im eigenen Verhalten m\u00f6glichst klimaneutral zu leben. Wenn ich an den Massenverkehr denke, der sich in dieser Urlaubszeit in alle Richtungen ausgebreitet hat, dann dr\u00e4ngt sich mir ein Vierzeiler von Bertold Brecht auf.<br><em>hinter den Trommeln<br>trotten die K\u00e4lber<br>das Fell f\u00fcr die Trommeln<br>liefern sie selber<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Foto: Blick von der Schesaplana Richtung ehemaligem Brandner Gletscher &#8211; Richtung S\u00fcdwest. Foto von M.Meister<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/luener-14-1024x768.jpeg' class='thumbnail' \/>Nicht beginnen will ich mein schreibendes Reflektieren mit den alpin-sportlichen Aspekten unserer dreit\u00e4gigen anspruchsvollen und gelungenen Alpenvereins-Tour in den R\u00e4tikon. Dar\u00fcber will ich sp\u00e4ter schreiben. Zun\u00e4chst dr\u00e4ngt sich mir einmal mehr der Zustand des Planeten Erde auf. 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