{"id":12958,"date":"2026-09-26T16:16:11","date_gmt":"2026-09-26T16:16:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=12958"},"modified":"2026-09-26T16:18:54","modified_gmt":"2026-09-26T16:18:54","slug":"grenzenloses-und-ein-grenzstein-zwischen-graz-und-maribor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=12958","title":{"rendered":"Grenzenloses und ein Grenzstein zwischen Graz und Maribor"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/graz-slowenien-2.jpeg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/graz-slowenien-2-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12961\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/graz-slowenien-2-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/graz-slowenien-2-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/graz-slowenien-2-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/graz-slowenien-2.jpeg 1200w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Entlang der Mur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit Rennrad von Graz nach Maribor. Zwei St\u00e4dte, die auf einer Radstrecke weniger als 70 Kilometer auseinander liegen. Wir starten etwas au\u00dferhalb von Graz. Der Murradweg hat uns bereits in der Stadt mehrmals gedient. Irgendwann m\u00f6chte ich diesen Flussradweg von seiner Quelle im Lungau bis nach Legrad in Kroatien fahren, wo die Mur in die Drau flie\u00dft. 453 Kilometer sind es. &nbsp;F\u00fcr uns geht es heute nur kurz der Mur entlang. Bei Ehrenhausen zweigen wir ab in den S\u00fcden. Weinberge und H\u00fcgel markieren das Grenzland zwischen \u00d6sterreich und Slowenien. Die wenig befahrene Stra\u00dfe nennt sich passend \u201eGrenzland-Weinstra\u00dfe\u201c. Ein Weingut steht knapp vor der Grenze. Darunter Weinberge.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Grenzstein<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein schlichter wei\u00dfer Grenzstein steht an der Grenze. Leicht zu \u00fcbersehen. \u201eSt. Germain 10. September 2019\u201c steht darauf. Er erinnert an die Friedensvertr\u00e4ge nach dem Schrecken des Ersten Weltkriegs. Gebiete wie Slowenien oder, mir n\u00e4her, wie S\u00fcdtirol, wurden von der nun Ersten Republik abgetrennt. Nun war hier im S\u00fcden der Steiermark die Grenze \u00d6sterreichs und nicht mehr weit unten wie zur Zeit der K&amp;K-Monarchie am Balkan. Die Nationalsozialisten unter Hitler ignorierten viel sp\u00e4ter diesen Friedensvertrag. Er sei eine Schande. Und heute: Rechtspopulistische Kr\u00e4fte mit FP\u00d6-Bezug stellen die S\u00fcdtirol-Autonomie in Frage, wie k\u00fcrzlich anl\u00e4sslich der Feier zum 80-Jahr-Jubil\u00e4um zum Gruber-De-Gaspari-Abkommen. Heute kann ich ohne Dokumente zwischen der Steiermark und Slowenien pendeln. Es ist seit 2004 ein EU-Raum geworden. Es ist seit fast 20 Jahren ein Schengen-Raum. Es sind die guten Seiten der EU. Kurz denke ich noch an die Zeit, als ich beim Grenz\u00fcbergang zwischen \u00d6sterreich und dem damaligen Jugoslawien in meinen Reisepass von grimmig blickenden Grenzbeamten einen Stempel bekam. An der heute unkontrollierten Grenze dann eine Tafel mit dem gr\u00fcnen Herz der Steiermark und dahinter die blaue EU-Tafel mit ihren gelben Sternen und in der Mitte der Schriftzug \u201eSLOVENIJA\u201c. Ich war damals, als Slowenien nach dem 10-Tage-Krieg sich seine Unabh\u00e4ngigkeit erk\u00e4mpfte, in Wien in friedensbewegten Kreisen. Wir unterst\u00fctzten das Balkan Peace Team und erhofften uns eine friedliche Neusch\u00f6pfung Jugoslawiens ohne kriegerische Gemetzel. In Slowenien war es bald m\u00f6glich, in Kroatien und Bosnien-Herzegowina sp\u00e4ter nicht mehr. Der Schl\u00e4chter von Sebrecina, Ratko Mladic, starb vor einigen Tagen und erhielt von Teilen der Bev\u00f6lkerung in Belgrad fast ein Staatsbegr\u00e4bnis wie f\u00fcr einen Volkshelden. Viel Zeit f\u00fcr all mein Nachdenken \u00fcber Krieg und Frieden, \u00fcber Wege der Gewalt und der Gewaltfreiheit bleibt nicht. Maribor, die Stadt an der Drau mit einer historisch-malerischen Altstadt, ist nach weniger als 20 Kilometern schon erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Maribor<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Renaissance-Geb\u00e4ude am Hauptplatz, die Domkirche aus dem 15. Jahrhundert, Br\u00fccken \u00fcber die Drau und ein Mittagessen mit typisch slowenischen Gerichten in irgendeinem der kleinen Lokale in irgendeiner Stra\u00dfe. Es sind keine protzigen Stra\u00dfen mit protzigen Gesch\u00e4ften. Die Stadt wirkt einfach und klar in ihrer Einfachheit. Die imposante Drau teilt die Stadt in zwei H\u00e4lften, die von vielen Br\u00fccken verbunden werden. Von hier w\u00e4re es m\u00f6glich, den Drauradweg hinauf bis nach Toblach zu fahren. Vielleicht ein anderes Mal.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Retour nach Leibnitz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine kurze Spritzfahrt wird die R\u00fcckfahrt. 35 Kilometer mit teils kr\u00e4ftigem R\u00fcckenwind und 330 Anstiegsmetern. Von Ehrenhausen weg nun eine andere Route und entlang von Auw\u00e4ldern und der Sulm hinein nach Leibnitz. Herbst mit fr\u00fcher Dunkelheit und Herbstk\u00fchle. Da passt es, von Leibnitz die S-Bahn zur\u00fcck in die Stadt Graz zu nehmen. <\/p>\n\n\n\n<p>\u00d6sterreich und Slowenien sind sich sehr nahe. Das tr\u00f6stet in einer Zeit nationalistischer Spaltungen und v\u00f6lkischer Irritationen. Nach all den Kriegen der Vergangenheit um Territorien und nach all der Zeit narzisstisch-gr\u00f6\u00dfenwahnsinniger Volksverf\u00fchrer ist zumindest in Slowenien heute ein demokratisches System entstanden. Das tr\u00f6stet in einer Zeit, die gepr\u00e4gt ist von Kriegen und Aufr\u00fcstung. Wenn ich allerdings daran denke, dass der gegenw\u00e4rtige Ministerpr\u00e4sident Sloweniens, Jansa, gute Kontakte zur Identit\u00e4ren Bewegung pflegt, demokratische Grundrechte einschr\u00e4nkt und den menschengemachten Klimawandel leugnet, dann hat auch das NATO-Land Slowenien f\u00fcr mich eine gef\u00e4hrliche Richtung eingeschlagen, die zum Blau im n\u00f6rdlichen Nachbarland passt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/graz-slowenien-2-768x1024.jpeg' class='thumbnail' \/>Entlang der Mur Mit Rennrad von Graz nach Maribor. Zwei St\u00e4dte, die auf einer Radstrecke weniger als 70 Kilometer auseinander liegen. Wir starten etwas au\u00dferhalb von Graz. Der Murradweg hat uns bereits in der Stadt mehrmals gedient. 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