{"id":13024,"date":"2026-10-24T05:24:28","date_gmt":"2026-10-24T05:24:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=13024"},"modified":"2026-10-24T05:24:28","modified_gmt":"2026-10-24T05:24:28","slug":"aufmerksamkeiten-in-zwischenwelten-und-auf-zwei-eisenwegen-in-den-gardaseebergen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=13024","title":{"rendered":"Aufmerksamkeiten in Zwischenwelten und auf zwei Eisenwegen in den Gardaseebergen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/garda-1.jpeg\"><img loading=\"lazy\" width=\"769\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/garda-1-769x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13025\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/garda-1-769x1024.jpeg 769w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/garda-1-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/garda-1-768x1023.jpeg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/garda-1-1154x1536.jpeg 1154w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/garda-1.jpeg 1538w\" sizes=\"(max-width: 769px) 100vw, 769px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Beim Klettern gilt die Aufmerksamkeit dem Jetzt und dem Hier \u2013 und die dystopischen Bilder von all den Kriegen und Gewaltexzessen fallen aus mir. Mein Nachdenken \u00fcber die Welt, wie sie ist und wie sie doch so anders sein k\u00f6nnte, tritt zur\u00fcck, ohne jedoch zu verschwinden. Mich tr\u00f6stend erlebe ich die Natur. Beim Ertasten von Tritten und Griffen lasse ich die Traurigkeit \u00fcber all die Zerst\u00f6rung der Umwelt los. Es l\u00f6sen sich die w\u00fctenden Gedanken \u00fcber die Klimakrise und ihre Folgen und das Zerst\u00f6rungsverhalten, in das ich mich selbst manchmal verstricke, was mich unrund macht und aus dem seelischen Gleichgewicht wirft. Ich h\u00f6re nicht mehr das Dr\u00f6hnen jener Hunderttausenden von Verbrennungsmotoren in den T\u00e4lern, sondern das Singen eines Vogels, das Rauschen des Windes in den B\u00e4umen oder das Pl\u00e4tschern eines Wassers. Vor allem aber stellt das Zusammensein mit Menschen, mit denen ich unterwegs bin, das Wertvolle dar. Diesmal eben: Eine Gruppe des AV-Hall mit Begeisterung f\u00fcr die Eisenwege.<\/p>\n\n\n\n<p>Von denen gibt es etliche rund um den Gardasee. Einer davon ist die Via Ferrata Ballino, wobei es daf\u00fcr noch einen zweiten Namen gibt, der meinem religi\u00f6s-mystischen Naturmpfinden besser gef\u00e4llt: Via Ferrata Signora delle Aque. Der Anstieg bis zum Einstieg beim Dorf Ballino unweit des Tennosees ist nicht weit. Ca eine halbe Stunde. Dort ist einer jener Wasserfallklettersteige, wie sie zuletzt an einigen Orten gemacht wurden. Es f\u00fchlt sich verd\u00e4chtig mehr nach Action als nach nat\u00fcrlichem Bergerlebnis an. Der Klettersteig selbst ist nur kurz. 140 H\u00f6henmeter fast ganz in der Vertikale. Bewertung: C\/D \u2013 wobei meinem Empfinden nach D nicht so ganz berechtigt ist. Der Steig selbst ist wie eine lange Leiter mit unz\u00e4hligen Eisentritten, Steigb\u00fcgeln und Klammern \u2013 weniger w\u00e4re wohl auch angebracht \u2013 entlang des Wasserfalls hinauf bis zur Wasserfallkante. Manchmal wurden Tritte in den Felsen gehauen. Zweimal wird in spektakul\u00e4rer Weise der Wasserfall auf Big-Foot-H\u00e4ngebr\u00fccken gequert. Ein wenig fragt die natursch\u00fctzende Stimme in mir: Darf in dieser Weise die Natur zugerichtet werden? Mein bester Bergfreund wei\u00df wohl die Antwort. Der Abstieg geht dann einen Forstweg hinunter \u2013 durch Nadelw\u00e4lder, die einen trockenen Sommer erlebten. Um den Tennosee, der wie ein t\u00fcrkiser Farbklecks umgeben von Nadelw\u00e4ldern liegt, zeigen die wei\u00dfkargen Uferumrundungen den geringen Wasserstand an. Ein klimabedingt niederschlagsarmer Sommer liegt hinter uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichsam zum Aufw\u00e4rmen hatten wir am Vormittag bereits zuvor den klassischen kurzen Colodri-Klettersteig bei Arco gemacht. Der Hochsommer ist vorbei. Das bedeutet f\u00fcr uns: Weniger Andrang bei diesem beliebten Klassiker. Der Schwierigkeitsgrad liegt bei B\/C. Oben angekommen ist ein sch\u00f6nes Karstplateau mit Feigenb\u00e4umen, mit Tiefblick hin\u00fcber zum Gardasee und ins Sarcatal und einem eisernen Gipfelkreuz. Lieblich dann der Abstiegsweg hinunter zu einer kleinen Kirche und in die Stra\u00dfen von Arco \u2013 einer Stadt, die f\u00fcr mich auch mit besonderen Erinnerungen verbunden bleibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/garda-1-769x1024.jpeg' class='thumbnail' \/>Beim Klettern gilt die Aufmerksamkeit dem Jetzt und dem Hier \u2013 und die dystopischen Bilder von all den Kriegen und Gewaltexzessen fallen aus mir. Mein Nachdenken \u00fcber die Welt, wie sie ist und wie sie doch so anders sein k\u00f6nnte, tritt zur\u00fcck, ohne jedoch zu verschwinden. Mich tr\u00f6stend erlebe ich die Natur. 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