{"id":13039,"date":"2026-11-01T05:50:16","date_gmt":"2026-11-01T05:50:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=13039"},"modified":"2026-11-01T06:12:32","modified_gmt":"2026-11-01T06:12:32","slug":"selig-die-keine-gewalt-anwenden-oder-alle-spielen-mit-in-der-logik-des-krieges-und-der-waffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=13039","title":{"rendered":"\u00a0\u201eSelig, die keine Gewalt anwenden &#8230;\u201c oder alle spielen mit in der Logik des Krieges und der Waffen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/2.jpeg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/2-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13040\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/2-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/2-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/2-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/2.jpeg 1500w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eSelig, die keine Gewalt anwenden, denn sie werden das Land erben\u2026\u201c Es sind die Worte der Bergpredigt von Matth\u00e4us, die in die Festtage von Allerheiligen und Allerseelen begleiten. Es sind dann Worte, die politisch bedeutsam werden, wenn sie in die konkret-politische Wirklichkeit hineingelesen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Von \u201eunbewaffnet entwaffnenden Wegen\u201c schrieb und sprach Papst Leo XIV. zu Beginn des Jahres 2026 in seiner Neujahrsbotschaft. \u201eUnbewaffnet entwaffnend\u201c ist die pazifistische Losung, die der oberste Chef der katholischen Kirche vorgibt. Beim interreligi\u00f6sen Friedenstreffen in Assisi wurde diese Botschaft bekr\u00e4ftigt. Im Friedensappell zum Abschluss dieses Treffens am 27. Oktober 2026 wird &#8222;Kreativit\u00e4t des Dialogs und Mut zum Frieden, um die Welt von Krankheit des Krieges zu heilen&#8220; gefordert. &#8222;Wir d\u00fcrfen nicht zulassen, dass die Welt in den internationalen Beziehungen endg\u00fcltig der Logik des Krieges und des Konflikts erliegt&#8220;, so die Religionen. &#8222;Lasst uns Waffen- und R\u00fcstungsausgaben in Wasser, Nahrung, Bildung, Arbeit, saubere Luft, in lebenswerte St\u00e4dte f\u00fcr alle Generationen und f\u00fcr alle zug\u00e4ngliche Gesundheitsversorgung umwandeln.&#8220; Insbesondere gelte es, die Welt &#8222;vom nuklearen Albtraum&#8220; zu befreien und die gef\u00e4hrliche Abw\u00e4rtsspirale der Wiederaufr\u00fcstung zu stoppen. &#8222;Entweder gelingt es uns, den Kriegen ein Ende zu setzen, oder die Kriege werden tats\u00e4chlich der Menschheit ein Ende bereiten.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBewaffnet bewaffnende Wege\u201c ist die Losung, die von den Staatseliten \u00d6sterreichs vorgegeben wird und im Kontext des Nationalfeiertags 2026 landauf landab lautstark und kostspielig zelebriert wurde. L\u00e4ngst schon wurde jener Tag, an dem die \u00f6sterreichische Neutralit\u00e4t gefeiert werden sollte, zum Tag des Milit\u00e4rs stilisiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle scheinen mitzuspielen. Der ORF spielt mit. Ein ganzt\u00e4giges Sonderprogramm berichtet vom Milit\u00e4rspektakel am Heldenplatz. Kritische Anfragen an dem milit\u00e4rischen Aufbauprogramm des Bundesheeres gibt es nicht. Der ORF, dem ich ansonsten in vieler Weise dankbar bin, wird zum Propagandasender des Bundesheeres. Eine Pressekonferenz findet zum Auftakt des Nationalfeiertages statt. Wei\u00dfe Partytische stehen vor den Kampfpanzern. Die Medienvertreter hatten keine Fragen bei dieser Pressekonferenz.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bildungsministerium spielt mit. Es l\u00e4uft unter der \u00dcberschrift der \u201eGeistigen Landesverteidigung\u201c. Ab dem Schuljahr 2026\/27 sind die Themen \u201eBundesheer\u201c und \u201eUmfassende Landesverteidigung\u201c im Lehrplan der 8. Schulstufe in \u201eGeschichte und Politische Bildung\u201c verpflichtend verankert. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler und Schulklassen werden gezielt eingeladen, um das Milit\u00e4r \u201ehautnah\u201c zu erleben. F\u00fcr die Altersstufe der 10- bis 12-J\u00e4hrigen wurde ein eigenes \u201eKinderbuch\u201c herausgegeben. Darauf war die Verteidigungsministerin auch dieses Jahr besonders stolz und pr\u00e4sentierte es vor Mittelschulklassen, die in den Fliegerhorst Langenlebarn eingeladen worden waren. Die Kinder wurden nach diesem Lesestoff auch mit K\u00f6stlichkeiten aus der \u201eTruppenk\u00fcche\u201c belohnt. Ich frage mich: Was geht in den K\u00f6pfen der Kinder wohl vor? Ich h\u00e4tte meine Kinder wohl an diesem Tag nicht in die Schule \u2013 das hei\u00dft in die Kaserne \u2013 gehen lassen. Ich h\u00e4tte als Entschuldigung geschrieben: Meine Kinder sollen nicht die Sprache der Waffen, die Sprache der Gewalt lernen.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle im Parlament vertretenen Parteien spielen mit. Selbst die Gr\u00fcnen haben l\u00e4ngst ihre gewaltfreien Optionen abgelegt. Man ist im Abtausch zu noch gr\u00f6beren Verschlechterungen f\u00fcr den Zivildienst bereit, die Wehrpflichtzeitverl\u00e4ngerung in Kauf zu nehmen. Kritik gegen\u00fcber dem Aufbauplan des Bundesheeres gibt es nicht. Der Zusammenhang zwischen dem Hauptanliegen der Gr\u00fcnen \u2013 Klimaschutz \u2013 und dem enormen CO-2-Fu\u00dfabdruck des Heeres wird nicht hergestellt. Der Bundespr\u00e4sident spricht von der Notwendigkeit eines &#8222;verteidigungsf\u00e4higen Bundesheeres&#8220;. &#8222;Verteidigungsf\u00e4hig&#8220; ist die \u00f6sterreichisch-euphemistische Formulierung dessen, was in Deutschland als &#8222;kriegstauglich&#8220; bezeichnet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die offizielle Kirche spielt mit. Am Heldenplatz findet sich auch die Milit\u00e4rseelsorge ein. W\u00fcrden die Appelle von Friedenstreffen \u2013 siehe ganz oben \u2013 oder w\u00fcrde das st\u00e4ndige Mahnen von Papst Leo ernstgenommen, so w\u00fcrde es in konkrete Worte umgesetzt. Nichts aber lese ich von der Kirchenleitung, wenn die Wehrpflichtzeitverl\u00e4ngerung beschlossen wird und dabei die Benachteiligung des Zivildienstes fortgesetzt werden wird. &nbsp;Kein bisch\u00f6fliches Wort wird laut gegen\u00fcber der geplanten Verdoppelung des Wehrbudgets und massiver Aufr\u00fcstungsschritte im \u00f6sterreichischen Bundesheer, w\u00e4hrend beispielsweise im Bildungsbudget gespart werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Was also bedeuten die Worte, \u201ekeine Gewalt anzuwenden\u201c \u2013 das hei\u00dft auch: nicht die Mittel der Gewalt zu erlernen? Was bedeuten sie angesichts von Gewaltausbr\u00fcchen im Kontext der zumeist friedlich demonstrierenden Menschen in europ\u00e4ischen St\u00e4dten? Keine Gewalt gilt f\u00fcr jede Demonstration und jeden Protest und es ist notwendig, auch die friedlich demonstrierenden Massen zu sehen, den mutigen Aufbruch der Generation Z, deren berechtigte Anliegen durch verst\u00f6rende Bilder von klirrenden Fensterscheiben, brennenden Mullk\u00fcbeln und vermummten Gestalten in den Hintergrund treten. \u201eSelig, die keine Gewalt anwenden \u2026\u201c, mit diesen Worten \u00f6ffnen sich der Himmel und die Seligkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/2-768x1024.jpeg' class='thumbnail' \/>\u201eSelig, die keine Gewalt anwenden, denn sie werden das Land erben\u2026\u201c Es sind die Worte der Bergpredigt von Matth\u00e4us, die in die Festtage von Allerheiligen und Allerseelen begleiten. Es sind dann Worte, die politisch bedeutsam werden, wenn sie in die konkret-politische Wirklichkeit hineingelesen werden. 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