{"id":2115,"date":"2016-01-10T08:45:17","date_gmt":"2016-01-10T08:45:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=2115"},"modified":"2022-08-22T07:40:02","modified_gmt":"2022-08-22T07:40:02","slug":"ein-jahr-nach-je-suis-charlie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=2115","title":{"rendered":"Ein Jahr nach &#8222;Je-suis-Charlie&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Von der gewaltfreien und sanftm\u00fctigen Mitte des Islam<br \/>\n<strong>1. Terror im Namen des Islam ist Blasphemie<\/strong><br \/>\n&#8222;Die Attent\u00e4ter von Paris sind Kriminelle &#8230; keine Muslime&#8220;, &#8222;&#8230;die Wesenseigenschaft des Islam ist die Sanftmut&#8220; &#8211; so der f\u00fchrende Imam aus Paris, Chabbar Taieb. Was in Paris durch die Terroristen Anfang J\u00e4nner 2015 geschah, das ist tiefste Gottlosigkeit, das ist tiefste Unkenntnis vom Wesen des Islam und seinem Glauben an die Allbarmherzigkeit Gottes. Nicht der Glaube an Gott ist bei den Gr\u00e4ueln der Geschichte, bei den Kreuzz\u00fcgen, den Konfessionskriegen, bei den abscheuungsw\u00fcrdigen Verbrechen des Daesh, der Shabab-Milizen in Somalia, der Al-Kaida oder von Boko Haram heute Ursache f\u00fcr die unermesslichen Grausamkeiten, sondern der Unglaube an die Kraft des G\u00f6ttlichen in den Menschen und in der Welt, die eine Kraft der Liebe, der Vergebung, der Barmherzigkeit und der Sanftmut ist. Dort, wo mit Berufung auf den Namen Gottes gemordet wird, dort wird der Name Gottes missbraucht. Das j\u00fcdisch-christlich-muslimische Grundgebot, \u201edu wirst nicht morden!\u201c, h\u00e4ngt vom Wesen dieser drei Religionen mit dem Grundgebot der Gottesliebe und der Heiligung seines Namens zusammen.<br \/>\n<strong>2. Einhellige Verurteilung des Terrors im Namen des Islam<\/strong><br \/>\nMit Ausnahme der terroristischen Organisationen, die sich auf den Islam berufen, haben weltweit alle f\u00fchrenden islamischen Repr\u00e4sentanten und Organisationen einhellig und unmissverst\u00e4ndlich die Terroraktionen gegen Charlie Hebdo verurteilt. Der gemeinsame Nenner in der islamischen Welt gegen\u00fcber dem islamistischen Terror lautet: \u201eNicht in unserem Namen!\u201c \u201eNicht im Namen Gottes!\u201c<br \/>\nDie Staatsspitze der T\u00fcrkei, ein Land, das durch seine Politik wesentlich mit dem Islam verkn\u00fcpft ist, distanzierte sich eindeutig. Staatspr\u00e4sident Erdogan: &#8222;Terrorismus hat keine Religion oder Nationalit\u00e4t, und keine Entschuldigung kann daf\u00fcr gegeben werden&#8220;. Der t\u00fcrkische Au\u00dfenminister: &#8222;Der Islam ist eine Religion des Friedens, und es ist nicht richtig, ihn mit Terrorismus in Verbindung zu bringen.\u201c<br \/>\nIn diesen Stellungnahmen gibt es keine Rechtfertigungsversuche im Stile von Charlie Hebdo h\u00e4tte sich in ihrem Stil vergriffen und sie h\u00e4tten mit ihren religionskritischen Satiren die Wut zu Recht auf sich gezogen. Selbst extreme islamische Richtungen distanzierten sich von den Paris-Attentaten. Der Hisbolla-F\u00fchrer wurde mit den Worten zitiert: \u201eDie Extremisten schaden dem Islam mehr als die Karikaturen.\u201c<\/p>\n<p><strong>3. Die Feinde des Islam, Kriegstreiber und Angstmacher<\/strong><br \/>\nIslamfeindliche Kr\u00e4fte in Europa sehen sich durch die Terroranschl\u00e4ge gegen\u00fcber Charlie Hebdo best\u00e4tigt. Ob Marine le Pen in Frankreich, die PEGIDA-Bewegung in Deutschland \u2013 mit ihren blauen Ablegern in \u00d6sterreich \u2013 oder die FP\u00d6 in \u00d6sterreich: Die islamistischen Anschl\u00e4ge in Paris werden offen oder sublim mit dem Wesen des Islam in Verbindung gebracht. So schrieb der FP-EU-Abgeordnete Harald Vilimsky unter dem Titel \u201eIhr-seid-nicht-Charlie\u201c gegen die Menschen, die sich unter dem Motto \u201eJe suis Charlie\u201c zu Hunderttausenden solidarisierten: \u201eIslamismus hat mit Islam nichts zu tun, schreibt ihr. Ja, denn Alkoholismus braucht ja schlie\u00dflich auch keinen Alkohol, oder? \u2026 Gerade ihr Linken habt die Aufkl\u00e4rung verraten an eine Religion, deren Anh\u00e4nger damit zu oft nichts zu tun haben wollen.\u201c<\/p>\n<p><strong>4. Nous sommes Charlie \u2013 Christen und Muslime, Kirchen und Moscheen vereint<\/strong><br \/>\nDie Reaktion auf die Terrorattentate gegen Charie Hebdo hatte die demokratischen und vern\u00fcnftigen Kr\u00e4fte in diesem Europa geeint. Auch die Repr\u00e4sentanten der Religionsgemeinschaften traten gemeinsam auf, standen Seite an Seite bei Veranstaltungen mit Hunderttausenden der Zivilgesellschaft unter dem Zeichen \u201enous sommes Charlie\u201c. Die Gewalt hat nicht das letzte Wort.<br \/>\nDer religi\u00f6se Zentralbegriff, der weltweit sp\u00fcrbar wurde, lautet Auferstehung. In der Welt der Karikaturisten wird dies so dargestellt: Ein Bleistift wird durch ein Maschinengewehr in zwei H\u00e4lften geteilt. Nun ist die Kraft von zwei Bleistiften da.<\/p>\n<p><strong>5. Antwort auf Gewalt ist nicht Gewalt<\/strong><br \/>\nIn den Kundgebungen, Karikaturen und Berichten wurde ausgedr\u00fcckt und dargestellt, dass die Antwort auf Gewalt nicht ein Noch-mehr-Gewalt sein kann. Wie in diesen Karikaturen dargestellt, liegt die Antwort auf den Terror im Festhalten an den zentralen Werten der Meinungsfreiheit und der Solidarit\u00e4t. \u201eMarianne 2015\u201c ist nicht mehr wie die ber\u00fchmte Vorlage im Gem\u00e4lde von Eug\u00e8ne Delacroix und seinem Gem\u00e4lde f\u00fcr die Julirevolution 1830. Die barbusige Frau, die zu einem Nationalsymbol Frankreichs wurde, h\u00e4lt in der linken Hand nicht mehr ein Schie\u00dfgewehr mit aufgesetztem Bajonett. In den Karikaturen der \u201eJe-suis-Charlie\u201c-Bewegung h\u00e4lt sie in ihrer Linken einen Karikaturstift.<br \/>\nDamit soll nicht ausgedr\u00fcckt werden, dass Worte, Karikaturen oder Satiren Waffen sind, mit denen andere verletzt werden k\u00f6nnten \u2013 im Gegenteil: Worte k\u00f6nnen zur Kommunikation beitragen, k\u00f6nnen die herk\u00f6mmlichen Waffen \u00fcberfl\u00fcssig machen. Worte z\u00e4hlen zur \u201eWaffenr\u00fcstung\u201c Gottes, von denen der Apostel Paulus im Epheserbrief spricht.<\/p>\n<p><strong>6. Die bleibende Frage: Der Islam und der Frieden<\/strong><br \/>\nHinter der breiten Solidarit\u00e4t der \u201eJe-suis-Charlie\u201c-Bewegung bleibt dennoch der Vorbehalt, ob Anschl\u00e4ge wie jene von Paris, ob das Morden des Daesh, von Boko-Haram oder der Shabab-Mililzen in Afrika nicht doch mit DEM ISLAM in Verbindung gebracht werden m\u00fcssen. Ich w\u00fcrde zu \u201epositivistisch\u201c denken, so eine Reaktion auf ein Posting von mir, in dem ich Islam mit Sanftmut in Verbindung brachte. Mehrmals wurden bei einer \u00f6sterreichweiten katholischen Tagung in der letzten Woche von den Referenten Bemerkungen wie jene eingebaut: Wir Christen glauben an Jesus Christus und seinen Gewaltverzicht, was vor allem durch die Torheit des Sterbens Jesu am Kreuz zum Ausdruck gekommen sei, etwas, was von den Muslimen abgelehnt w\u00fcrde \u2013 oder, um es direkter zu formulieren, etwas, das die Muslime nicht verstehen w\u00fcrden. Hier aber l\u00e4ge letztlich der Schl\u00fcssel zum Gewaltverzicht. Und in einer der f\u00fchrenden katholischen Wochenzeitschriften, \u201eChrist in der Gegegenwart\u201c, wurde in dem Leitkommentar kurz vor dem Weihnachtsfest 2014 Jesus mit dem Propheten Muhammad wie folgt verglichen: \u201eJesus Christus war ein gewaltfreier, herrschaftskritischer Religionsstifter. Er war kein Kriegsherr und kein Kriegstreiber wie Mohammed. Der Geburtsfehler des Islam liegt in seiner Gr\u00fcndungsfigur, seinem \u201aPropheten\u2018. Das Christentum als von der Wurzel her selbstkritische und herrschaftskritische Religion ist \u2013 wie seine (Befreiungs-)Theologie beweist \u2013 geistig im Jahr 2014 angekommen, der Islam in breitesten Teilen nicht. F\u00fcr Letzteres gibt es keine historische Entschuldigung mehr.\u201c Immer wieder versuche ich &#8211; vor allem in der Schule &#8211; die friedliche Seite des Islam hervorzustreichen, die doch die Mitte dieser Religion ist.<\/p>\n<p><strong><em>a) Islam ist Unterwerfung unter den Willen eines barmherzigen Gottes<\/em><\/strong><br \/>\nEin Muslim bzw. eine Muslima &#8211; die sich an Allah richtet \u2013 wendet sich in ihrem Glauben an jenen Gott, zu dem auch ein Christ eine Beziehung hat. Daraus folgt: Wenn mein Gott auch Allah ist, dann kann aus meiner christlichen &#8222;Unterwerfung&#8220; unter Gott &#8211; wenn sie von Gott geleitet ist &#8211; doch nichts Anderes herauskommen, wie wenn sich Muslime ihrem Gott unterwerfen. Beide sind gleich! Das ist mein Grundansatz, aus dem dann konsequent logisch gefolgert werden kann: Wenn der barmherzige Abba-Gott Jesu Christi Feindesliebe und Gewaltverzicht fordert, so kann der Allah-Gott Mohammeds doch letztlich nicht etwas anderes fordern, es sei denn, dieser Gott leidet an ausgepr\u00e4gter Schizophrenie. Das gilt in gleicher Weise zumindest auch f\u00fcr das Judentum &#8211; meines Erachtens aber f\u00fcr jede Religion.<br \/>\nEs gilt also die Formel: Islam = Unterwerfung unter Gott = Unterwerfung unter den Gott der Liebe und Gewaltfreiheit.<\/p>\n<p><em><strong>b) Jesus als Prophet und damit Vorbild im Islam<\/strong><\/em><br \/>\nZuwenig wird meist bedacht, dass f\u00fcr die Muslime auch Jesus als Prophet und damit als Vorbild im Glauben gilt. Damit freilich, so der einfache logische Schluss, ist auch Jesus mit seiner klaren Gewaltverzichtsstrategie und seiner Feindesliebe Vorbild im Glauben f\u00fcr die Muslime.<br \/>\n<em><strong>c) Gewaltfreie Aspekte im Leben des Propheten Muhammad<\/strong><\/em><br \/>\nEin Muslim oder eine Muslima orientiert sich am Leben des Propheten Muhammad. Wenn er wirklich ein &#8222;Gesandter Gottes&#8220; ist, dann m\u00fcsste er &#8211; in Fortsetzung des zuvor genannten Arguments vom gewaltfreien Gott &#8211; auch ein Gesandter der Gewaltfreiheit sein. Damit ergibt sich freilich das Problem der Interpretation des Lebens des Propheten Mohammed. Hier ergeben sich zwei unterschiedliche Interpretationsmuster. Wer dem Islam eine inh\u00e4rente aggressive und kriegerische Eigenschaft zuschreibt, beschreibt das Leben des Propheten als Feldherr, seine Niederlagen und Siege in den bewaffneten Auseinandersetzungen, oder erw\u00e4hnt beispielsweise, dass der Prophet einmal den Befehl gegeben h\u00e4tte, 600 Gegner zu t\u00f6ten. Dem k\u00f6nnte nun das pazifistische Auftreten des Jesus von Nazaret entgegengehalten werden, und schwupps: schon wird wieder die Fahne der \u00dcberlegenheit des Christlichen emporgehalten.<br \/>\nIst aber nicht auch eine vorsichtigere Interpretation des historischen Muhammad m\u00f6glich, in der die friedensliebende Seite des &#8222;Gesandten Gottes&#8220; entdeckt werden k\u00f6nnte? Das Anliegen des Propheten war nicht der Kampf, sondern die Hinf\u00fchrung der Menschen zu Gott und einem gottesf\u00fcrchtigen Leben. Hier schlie\u00dft sich der Kreis zum erstgenannten Argument. Bekannt aus der Fr\u00fchgeschichte des Propheten ist seine F\u00e4higkeit, bei Streitigkeiten zu schlichten. Zu den gewaltsamen Auseinandersetzungen kam es erst aufgrund der Verfolgungssituation des Propheten und seiner Gemeinde. Immer wieder versuchte der Prophet Frieden zu stiften und sich mit den Mekkanern zu vers\u00f6hnen. Als Muhammed mit einem gro\u00dfen Heer um 630 nach Mekka zog, fiel die Stadt letztlich ohne Schwertstreich. Der Prophet Muhammed bot den Mekkanern sofort Vers\u00f6hnung an und verzichtete sogar auf die Besitzt\u00fcmer, die sie zuvor weggenommen hatten. In den 10 Kriegsjahren &#8211; so wird gesch\u00e4tzt &#8211; hatten die Nicht-Muslime nicht mehr als 250 Tote zu beklagen.&#8220;<br \/>\n<em><strong>d) Friedensbotschaften im Koran<\/strong><\/em><br \/>\nUm die aggressiven Absichten des Koran aufzudecken, wird zumeist mit dem so genannten &#8222;Schwertvers&#8220;, der Sure 9, argumentiert, die den Kampf gegen die Feinde vorschreibt. Solche und \u00e4hnliche Stellen werden zum &#8222;Totschlagargument&#8220;, wenn sie: einseitig aus dem Zusammenhang gerissen und f\u00fcr allgemeing\u00fcltig betrachtet werden, ohne sie einer Korrektur durch die friedlichen Stellen zu unterziehen und ohne die geschichtlichen Umst\u00e4nde sowie die dahinter stehenden Anliegen ins Kalk\u00fcl zu nehmen. Tats\u00e4chlich muss der der Koran als Chronik der Ereignisse in Arabien w\u00e4hrend der islamischen Religionsstiftung gelesen werden. Wegen dieser wechselvollen Zeit kann man vom Koran kein konsistentes Konzept zur Bestimmung von Frieden und Krieg erhalten. Historisch gesehen ist es kein Widerspruch, dass es im Koran Verse gibt, die zum Frieden aufrufen, wie auch solche, die nach Krieg rufen. Der Koran ist in gewisser Hinsicht ein arabisches Geschichtsbuch der Jahre 610-632. Alle Koranpassagen, die aus der Zeit vor der Hidjra (622) stammen &#8211; also aus der Mekka-Epoche &#8211; enthalten keine Aufrufe oder Bestimmungen zum Krieg.<br \/>\nDer Koran enth\u00e4lt viele Stellen, die heute als friedliche Gespr\u00e4chsstrategie tituliert werden k\u00f6nnten. Es hei\u00dft beispielsweise: &#8222;Ruf zum Weg deines Herrn mit Weisheit und sch\u00f6ner Ermahnung, und streite mit ihnen auf die beste Art.&#8220; (16,125) &#8222;Es ist nicht deine Aufgabe, sie rechtzuleiten, sondern Gott leitet recht, wen Er will.&#8220; (2,272) &#8222;Und wenn du diejenigen siehst, die auf unsere Zeichen (spottend) eingehen, dann wende dich von ihnen ab, bis sie auf ein anderes Gespr\u00e4ch eingehen.&#8220; (6,68) &#8222;&#8230; Gott wei\u00df besser, was ihr tut. Gott wird am Tag der Auferstehung zwischen euch \u00fcber das urteilen, wor\u00fcber ihr uneins wart.&#8220; (22,67-69) F\u00fcr das Verhalten der muslimischen Gemeinschaft bedeutet dies, dass sie den so genannten &#8222;Ungl\u00e4ubigen&#8220; mit Milde entgegenkommen sollten und nicht als gnadenlose Richter. Der Gewaltaus\u00fcbung werden im Koran klare Vorschriften und enge Grenzen gesetzt. Sie haben das Ziel, nicht Gewalt zu legitimieren, sondern Gerechtigkeit und Frieden durch eine Eind\u00e4mmung von Gewalt zu erreichen. Zwei Beispiele m\u00f6gen an dieser Stelle gen\u00fcgen: &#8222;Wenn jemand einen t\u00f6tet, &#8230; so ist es, als h\u00e4tte er alle Menschen get\u00f6tet. Und wenn ihn jemand am Leben erh\u00e4lt, so ist es, als h\u00e4tte er alle Menschen am Leben erhalten.&#8220; (5,31) &#8222;&#8230;wenn die Gegner sich dem Frieden zuneigen, dann neige auch du dich ihm zu und vertrau auf Gott. Er ist der, der alles h\u00f6rt und wei\u00df: Und wenn sie dich betr\u00fcgen wollen, dann gen\u00fcgt dir Gott.&#8220; (8,61.62)<br \/>\n<em><strong>e) Islamische Friedenstheorie<\/strong><\/em><br \/>\nEine islamische Friedenstheorie beginnt schon mit der Achtsamkeit in der Sprache. Djihad bedeutet demnach nicht &#8222;Krieg&#8220;, sondern &#8222;Anstrengung&#8220;. Nicht von ungef\u00e4hr gibt es im Arabischen ein anderes Wort f\u00fcr Krieg (Harb) und bewaffnete Auseinandersetzung (Qital). Djihad muss deswegen als die &#8222;Heilige Anstrengung&#8220; bezeichnet werden &#8211; und kann als Eintreten f\u00fcr die Sache Gottes gewertet werden, sprich: f\u00fcr Frieden und Gerechtigkeit.<br \/>\nAls Friedensbewegte k\u00f6nnen wir heute zuversichtlich den Blick auf jene Bewegungen und Personen richten, die eine pazifistische und gewaltfreie Interpretation des Islam leben. In den Tagen nach dem Attentat von Paris haben sich Millionen von Muslimen und deren Repr\u00e4sentanten eindrucksvoll gegen den Terror islamistischer Kr\u00e4fte gerichtet. Auch wenn sich Muslime durch die Satiren von Charlie Hebdo in den vergangenen Jahren so oft beleidigt gef\u00fchlt hatten, weil in vielen Darstellungen der Islam als Religion gewaltverherrlichend karikiert wurde, so haben sie sich jetzt in der \u201eNous-sommes-Charlie\u201c-Bewegung Seite an Seite mit allen demokratischen Kr\u00e4ften wieder gefunden und zeugen von einem Islam, der nicht die Gewalt, sondern den Frieden will. Islam ist Salam.<br \/>\nDr. Klaus Heidegger, klaus.heidegger@aon.at, redigierte Fassung vom 11.1.2015<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der gewaltfreien und sanftm\u00fctigen Mitte des Islam 1. 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