{"id":2320,"date":"2016-06-28T13:44:38","date_gmt":"2016-06-28T13:44:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=2320"},"modified":"2022-08-22T07:40:01","modified_gmt":"2022-08-22T07:40:01","slug":"schwerpunktsetzungen-in-den-oberstufenrealgymnasien-gemeinsame-schule-und-die-zentralmatura","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=2320","title":{"rendered":"Schwerpunktsetzungen in den Oberstufenrealgymnasien, Gemeinsame Schule und die Zentralmatura"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die kompetenzorientierte Matura, vor allem die Zentralmatura mit den schriftlichen Klausuren in Deutsch, Mathematik und Sprachenf\u00e4chern, aber auch die VWA bringen es mit sich, dass die achtj\u00e4hrigen AHS-Langformen mit den 4- bzw. 5-j\u00e4hrigen Oberstufenrealgymnasien den gleichen Leistungslevel erreichen m\u00fcssen. Was dabei herauskommt, wird nun landauf landab so interpretiert, als w\u00fcrden die AHS besser als die ORGs sein. Man weist darauf hin, dass bei der Mathematik-Zentralmatura in den Langformen 18,5 Prozent F\u00fcnfer gewesen seien, w\u00e4hrend es in den ORGs 33 Prozent gewesen seien. Bei den Kompensationspr\u00fcfungen blieben auf der Langform-Seite noch 5 Prozent F\u00fcnfer, hingegen bei der Kurzform 12 Prozent.<\/p>\n<p>Auf Schwerpunktsetzungen wird bei der Zentralmatura nicht R\u00fccksicht genommen. Damit wird der spezifische Charakter der ORGs, die meist vielf\u00e4ltige Schwerpunktsetzungen im musischen oder naturwissenschaftlichen Bereich haben, nicht ernst genommen. Innerhalb des bestehenden Systems w\u00e4re es daher w\u00fcnschenswert, wenn diese Kompetenzen auch mehr Gewicht bei der Matura bek\u00e4men. Eine gemeinsame Zentralmatura f\u00fcr alle AHS \u2013 egal ob Langform- oder ORG \u2013 wird der Vielfalt von Gymnasien nicht gerecht und spiegelt daher die Leistungen, die vor allem in den ORGs erbracht werden, nicht wirklich wider. Wenn nun gesagt und geschrieben wird, die ORGs seien schlechtere Schulen, weil eben wesentlich mehr bei der Zentralmatura durchgefallen sind, so stimmt dies nicht mit der Tatsache \u00fcberein, dass die ORG-Sch\u00fclerInnen in ihren Schwerpunkten umso mehr Leistung zeigen k\u00f6nnen. AHS- und ORGs zu vergleichen entspricht dem Sprichwort von einem Vergleich zwischen \u00c4pfeln und Birnen. Beide gymnasialen Richtungen produzieren somit zwei unterschiedliche Fr\u00fcchte und niemand w\u00fcrde auf die Idee kommen zu behaupten, \u00c4pfel seien besser als Birnen.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse bei der Zentralmatura machen zugleich das Zweiklassenbildungssystem sichtbar, das durch die fr\u00fche Selektion in zwei unterschiedliche Bildungszweige \u2013 NMS hier und gymnasiale Langform dort \u2013 eintritt. Bei einer gemeinsamen Schule w\u00fcrden alle profitieren. Die Bildungs-Selektion, die f\u00fcr 10-J\u00e4hrige begonnen hat, wirkt sich dann auch bei der Matura aus. Als ORG gilt es aufgrund der Zentralmatura \u00a0jenen Level zu erreichen, der auch f\u00fcr die Langformen vorgesehen ist. Hier nun muss eine Mischklasse aus NMS- und Gymnasialsch\u00fclern und \u2013sch\u00fclerinnen kr\u00e4ftig aufholen. Manchmal ist diese Herausforderung f\u00fcr die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen aus den NMS zu Beginn einer Oberstufe besonders gro\u00df. Eine gemeinsame Schule w\u00fcrde jene Differenz nicht mit sich bringen. Die ORGs und BHS\/BMHS-Schulen k\u00f6nnten allen einen gleichen Start nach der gemeinsamen Schule erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Klaus Heidegger, 28.6.2016<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Die kompetenzorientierte Matura, vor allem die Zentralmatura mit den schriftlichen Klausuren in Deutsch, Mathematik und Sprachenf\u00e4chern, aber auch die VWA bringen es mit sich, dass die achtj\u00e4hrigen AHS-Langformen mit den 4- bzw. 5-j\u00e4hrigen Oberstufenrealgymnasien den gleichen Leistungslevel erreichen m\u00fcssen. 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