{"id":2740,"date":"2017-04-12T06:05:15","date_gmt":"2017-04-12T06:05:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=2740"},"modified":"2022-08-22T07:39:39","modified_gmt":"2022-08-22T07:39:39","slug":"bischof-fuer-das-volk-und-aus-dem-volk-gottes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=2740","title":{"rendered":"Bischof f\u00fcr das Volk und aus dem Volk Gottes"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2741 alignright\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/serviettenfalten-fuchs-img-7172.jpg\" alt=\"\" width=\"218\" height=\"207\" \/>Das Zweite Vatikanische Konzil hat so wundersch\u00f6n davon gesprochen und geschrieben: Der Geist Gottes sei im \u201eVolk Gottes\u201c lebendig. Papst Franziskus, der Bischof von Rom, verk\u00f6rpert dieses Vertrauen in die Ortskirche. Mit ihm scheint ein Wegr\u00fccken von einer vom Vatikan zentral gelenkten Kirche m\u00f6glich zu sein. Die Zukunft sollte der Ortskirche geh\u00f6ren: Eine Kirche, in der die Bisch\u00f6fe nicht zentral vom Vatikan ernannt werden, sondern aus dem Volk herauswachsen. Ganz in diesem Sinne haben sich Organisationen und Gremien der Di\u00f6zese Innsbruck vor eineinhalb Jahren auf Namen geeinigt, die f\u00fcr die Nachfolge von Bischof Manfred gut geeignet w\u00e4ren. Schade nur, dass diese Namen nicht gleich publik gemacht wurden. Es wurde selbst auf Geheimhaltung gesetzt. Dieses taktische Man\u00f6ver konnte nun von den vatikanisch gelenkten Bischofsmachern ausgen\u00fctzt werden. Vertrauen hat es nicht mit sich gebracht. Dekan Bernhard Kranebitter spricht zurecht von einer \u201eSelbstbesch\u00e4digung der Kirche\u201c mit Bezug auf die \u201emangelnde Transparenz\u201c. (Tiroler Tageszeitung, 5.4.2017) Di\u00f6zesanadministrator Jakob B\u00fcrgler bleibt dennoch zuversichtlich und beruhigt mit einer doppelten Verneinung. Es gebe \u201ekeinen Grund daran zu zweifeln, dass das Auswahlverfahren f\u00fcr einen neuen Bischof nicht zu einem guten Ergebnis f\u00fchrt\u201c. (Tiroler Tageszeitung, 12.4.2017)<\/p>\n<p>Als Lehrer versuche ich in der Schule, den Jugendlichen demokratische Werte zu vermitteln. Die Gliederungen und Teile der Katholischen Aktion w\u00e4hlen ihre Vertreterinnen und Vertreter. Die Kirche ist in puncto Bischofsernennung jedoch ein Musterbeispiel daf\u00fcr, wie durch ein Fehlen von demokratischen Spielregeln Machtpolitik ausge\u00fcbt werden kann. Dies schafft nicht Vertrauen in die Kirchenleitung, sondern f\u00f6rdert das Misstrauen. Da tauchen neben den bekannten Namen aus unserer Di\u00f6zese dann andere Namen auf, die sich durch N\u00e4he zu den vatikanischen Kreisen, nicht aber durch ein Eingebettetsein in die Kirche vor Ort auszeichnen. Warum vatikanische Quereinsteiger ins Kalk\u00fcl genommen werden, mag aus der Sicht einer zentralistisch gesteuerten Kirche verst\u00e4ndlich sein. Vertrauen schafft es wiederum nicht. Ein Ehebandverteidiger in einem vatikanischen H\u00f6chstgericht und ein Professor f\u00fcr Altes Testament an einer r\u00f6mischen katholischen Privatuniversit\u00e4t werden in der Spekulationsb\u00f6rse gehandelt. Cui bono? Wem n\u00fctzt es? Vielleicht braucht unsere Di\u00f6zese nicht einen Theologen als Bischof, der spitzfindig argumentieren kann, warum Impotenz ein Ehehindernis darstelle, sondern einen Seelsorger mit dem Mut, f\u00fcr eine Erneuerung der Kirche einzutreten, weil sein Ohr direkt beim Volk Gottes ist, ohne deswegen populistisch zu sein. Ein solcher Bischof w\u00fcrde sich auch mit Blick auf die Tradition der Kirche, das Evangelium und auf den Zustand der Orts- wie Gesamtkirche trauen, f\u00fcr die Zulassung der Frauen zum Priesteramt und die Abschaffung des Z\u00f6libats einzutreten. Neue Zulassungswege f\u00fcr Priester w\u00e4ren nicht mehr mit einem \u201evielleicht\u201c verbunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dr. Klaus Heidegger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/serviettenfalten-fuchs-img-7172.jpg' class='thumbnail' \/>Das Zweite Vatikanische Konzil hat so wundersch\u00f6n davon gesprochen und geschrieben: Der Geist Gottes sei im \u201eVolk Gottes\u201c lebendig. Papst Franziskus, der Bischof von Rom, verk\u00f6rpert dieses Vertrauen in die Ortskirche. Mit ihm scheint ein Wegr\u00fccken von einer vom Vatikan zentral gelenkten Kirche m\u00f6glich zu sein. 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