{"id":2824,"date":"2017-06-11T16:21:12","date_gmt":"2017-06-11T16:21:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=2824"},"modified":"2026-02-02T13:58:18","modified_gmt":"2026-02-02T13:58:18","slug":"triste-trinitaetslosigkeiten-am-dreifaltigkeitssonntag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=2824","title":{"rendered":"Triste Trinit\u00e4tslosigkeiten am Dreifaltigkeitssonntag"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Wenn Gott ist liebevolle Beziehung, wenn Gott ist das \u00dcberwinden von Grenzen und Feindschaften, wenn Gott ist Vers\u00f6hnung, dann ist Gott in vieler Hinsicht die Antithese zu dem, was im herrschenden politischen Alltag \u00d6sterreichs vielfach rund um den Dreifaltigkeitssonntag geboten wird sowie zum vorherrschenden Lebensstil der konsumierenden Massen.<\/p>\n<p>Da gibt es immer noch eine Bundesregierung mit ihren Versprechungen und h\u00f6chstbezahlten Posten, um dieses Land zu gestalten und zu lenken. Doch stellen einige Repr\u00e4sentanten der Koalitionsparteien in allen wesentlichen Fragen das Trennende vor das Gemeinsame, wollen Spaltung statt notwendige Kooperation. So scheitert die Bildungsreform. Man \u2013 allen voran der amtierende Au\u00dfenminister \u2013 \u00fcbt sich in mimetischer Rivalit\u00e4t statt partnerschaftlicher Teamarbeit.<\/p>\n<p>Da gibt es den Chef einer rechtspopulistischen Partei, der mit dem dummdreisten Inserat \u201eDer Islam ist nicht Teil \u00d6sterreichs\u201c in den heimischen Tageszeitungen islamophobe Stimmungen sch\u00fcrt, um diese dann f\u00fcr seine Interessen zu n\u00fctzen. Der FP\u00d6-Parteichef will so Spaltung und Trennung, ohne zu beachten, wie viel Gemeinsames zwischen Judentum, Christentum und Islam zu finden ist. Ein vers\u00f6hnendes Denken w\u00fcrde lauten: Der Islam ist auch ein Teil unserer Kultur, weil im tiefsten Wesen des Islams der Glaube an den einen, gemeinsamen Gott und allbarmherzigen Allah steht, den wir Christen als dreifaltig bezeichnen, weil sich dieser Gott mitteilen kann und will und eine wirkm\u00e4chtige, geistvolle Kraft ist, von der es wiederum im Pfingstfest hei\u00dft, dass sie eint und nicht spaltet, dass sie dazu beitr\u00e4gt, dass sich die unterschiedlichen V\u00f6lker untereinander verstehen k\u00f6nnen, auch wenn sie andere Sprachen sprechen.<\/p>\n<p>Da gibt es die gro\u00dfen Mauerbauer und schon beginnt die Liste Kurz ihren Wahlkampf mit dem obersten Slogan, gegen die \u201eillegale Migrationsflut\u201c etwas zu unternehmen. Wer Mauern baut, der trennt. Wer Br\u00fccken baut, will g\u00f6ttlich Einendes.<\/p>\n<p>Da gibt es jene nationalistischen Kr\u00e4fte, die transnationale und internationale Gebilde zerst\u00f6ren wollen. So treiben Visegrad-Politiker, deren Sympathisanten auch hierzulande zu finden sind, einen Keil in die Europ\u00e4ische Union, deren Aufgabe es w\u00e4re, die gro\u00dfen Herausforderungen des Klimawandels und der Migration gemeinsam zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Da ist zugleich das Massenverhalten am heutigen Dreifaltigkeitssonntag. In beiden Fahrtrichtungen der Brennerautobahn Kolonnenverkehr, so als g\u00e4be es kein Wissen \u00fcber die Klimaver\u00e4nderung. Menschen, die in ihren ressourcenvernichtenden Karossen l\u00e4ngst die Einheit mit der Sch\u00f6pfung verlernt und verloren haben. In den Gasth\u00e4usern sind weiterhin Schnitzel ganz oben auf den Bestelllisten, ungeachtet der heutigen Berichterstattung von den Schweinereien, die dahinterstecken. Menschen, die ihre einende Beziehung zur Tierwelt nicht mehr als solche begreifen. Konsumverhalten, das Trennungen manifestiert: Die Einheit dieser Welt begreifen, das w\u00fcrde bedeuten zu fragen: Woher kommt das Tierfutter f\u00fcr mein Schnitzel? Der Blick w\u00fcrde nach Lateinamerika gehen, wo Regenw\u00e4lder wegen Sojaanbau abgeholzt werden.<\/p>\n<p>Auch die katholische Kirche, in der heute das Dreifaltigkeitsfest gefeiert wird, hat in ihren Strukturen und ihrem System noch viel historischen Ballast abzuwerfen, der Trennungen und Spaltungen, nicht aber Einheit symbolisiert. Priester, denen wegen des Z\u00f6libats das gew\u00fcnschte und manchmal heimliche Zusammensein mit einer Frau verwehrt wird. Homosexuelle Paare, denen ein kirchlicher Segen f\u00fcr Partnerschaft nicht zugestanden wird. Wiederverheiratet Geschiedene, die sich trotz der letzten Enzyklika \u201eAmoris Laetitia\u201c von den Sakramenten ausgeschlossen f\u00fchlen. Evangelische Christinnen und Christen, denen eine Kommunion in katholischen Kirchen offiziell nicht zugestanden wird. Trennendes wird so vor Einendes gestellt.<\/p>\n<p>Das Dreifaltigkeitsfest gibt heute Hoffnung, dass Trennungen abgebaut werden und die vers\u00f6hnende Kraft des ein-dreifaltigen Gottes sich durchsetzen wird.<\/p>\n<p>Klaus Heidegger, Sonntag Trinitatis 2017<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Wenn Gott ist liebevolle Beziehung, wenn Gott ist das \u00dcberwinden von Grenzen und Feindschaften, wenn Gott ist Vers\u00f6hnung, dann ist Gott in vieler Hinsicht die Antithese zu dem, was im herrschenden politischen Alltag \u00d6sterreichs vielfach rund um den Dreifaltigkeitssonntag geboten wird sowie zum vorherrschenden Lebensstil der konsumierenden Massen. 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