{"id":7431,"date":"2022-04-24T06:10:45","date_gmt":"2022-04-24T06:10:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=7431"},"modified":"2022-08-22T07:37:34","modified_gmt":"2022-08-22T07:37:34","slug":"hochmahdkopf-berge-wie-lebensbegleiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=7431","title":{"rendered":"Hochmahdkopf \u2013 Berge wie Lebensbegleiter"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-7432\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/h-13.jpg\" alt=\"\" width=\"4608\" height=\"3456\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/h-13.jpg 4608w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/h-13-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/h-13-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/h-13-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 4608px) 100vw, 4608px\" \/>Der Hochmahdkopf (1738 m) oberhalb jenes Dorfes, das mir immer Heimat bleiben wird, z\u00e4hlt zu meinen meistbesuchten Gipfeln. Dort oben war ich unz\u00e4hlige Male: schon ganz fr\u00fch im Fr\u00fchling und bis sp\u00e4t in den Winter hinein, im alten oder frischen Schnee oder in sommerlicher Hitze, im Nebel oder bei strahlendem Sonnenschein, oft bei Sonnenaufgang, manchmal aber auch bei Sonnenuntergang, meist allein oder manchmal mit Menschen, die mir wichtig geworden sind. Manchmal war mein seelisches Gep\u00e4ck schwer und da tat es gut, scheinbar die Welt hinter sich zu lassen, um wieder einen Blick, \u00dcberblick und Ausblick zu bekommen. Ich stand auf diesem Gipfel bei F\u00f6hnsturm, der meine Tr\u00e4nen trocknete, im Sonnenschein, der die Freude \u00fcber Gelingendes widerspiegelte. Ich war w\u00fctend, wenn ich an manchen Tagen die dicke Smogdecke im Inntal sah, und sammelte Kraft, um wieder hinunterzusteigen, um in meiner Arbeit f\u00fcr ein anderes Leben einzutreten. Diesmal, am Ende einer Skitourensaison und an einem wetterwechselhaften Tag mit F\u00f6hn, Sonne und Regentropfen \u2013 wie im Leben \u2013 war es wieder etwas Einmaliges.<\/p>\n<p>Vom Einstieg weg sind es exakt 1000 H\u00f6henmeter auf einem steilen Steig. Vom Karwendelparkplatz geht es direkt beim Eingang zum Halltal zun\u00e4chst durch den Mischwald, in dem im Fr\u00fchling besonders viele V\u00f6gel zwitschern. Bald schon kommt das Gebiet, in dem 2014 der Waldbrand die ganze Gel\u00e4ndeschulter vom Heuberg abfackelte. Die vielen Aufforstungsversuche k\u00f6nnen sich noch nicht gegen die abgebrannten Reste der Latschenh\u00f6lzer durchsetzen. Mit Z\u00e4unen wurde versucht zu verhindern, dass die G\u00e4msen die m\u00fchsam gepflanzten B\u00e4umchen abfressen. Eine Tafel bei einem Rastplatz erinnert an den Waldbrand und erinnert auch an die Tiere, die dadurch zu Schaden kamen. &#8222;Wo uns Engel begegnen, dort wird Himmel sp\u00fcrbar&#8220; schreibe ich ins Gipfelbuch.<\/p>\n<p>Am Steig hinunter nach St. Magdalena sind noch Altschneefelder. Die Spuren von G\u00e4msen verleiten auf eine falsche F\u00e4hrte in den steilen H\u00e4ngen \u00fcber den Abgr\u00fcnden zum Halltal hinunter. Wie manchmal im Leben, hei\u00dft es umzukehren, einen Fehler zu korrigieren und einen anderen Weg zu w\u00e4hlen, um nicht abzust\u00fcrzen. Mein Weg geht nun \u00fcber die Zunterk\u00f6pfe zum Thaurer Th\u00f6rl. Es ist wohl einer der sch\u00f6nsten Panoramasteige im Karwendel von einer L\u00e4nge von fast zwei Kilometer. An manchen Stellen liegt noch Altschnee. N\u00f6rdlich ist die m\u00e4chtige Kette des Bettelwurfmassivs, ragen Gro\u00dfer und Kleiner Lafatscher und Stempeljochspitze heraus. Es geht durch den gr\u00fcnen Latscheng\u00fcrtel, der sich bis an die Gratkante heraufzieht. Tief unten ist im S\u00fcden das Inntal und n\u00f6rdlich vom Kamm ist der steile Felsabbruch ins Halltal. Die Plastikplanen auf den Thaurer Feldern spiegeln das Licht wider. Der zweite Gipfel f\u00fcr heute ist der Haller Zunterkopf (1918 m). Das kleine Kreuz mit der Sitzbank ragt kaum aus den Latschen hervor. Am sch\u00f6nsten ist dann die Wanderung am Kamm entlang hin\u00fcber zum Thaurer Zunterkopf (1966 m). Jetzt im Fr\u00fchling wirken die \u201eZunter\u201c \u2013 ein Dialektwort f\u00fcr Latschen \u2013 besonders gr\u00fcn. Auf dem Schneefeld hinunter zum Thaurer T\u00f6rl (1773 m) sieht man noch eine alte Skispur. Es geht nun teils entlang der Steinbergreise in steilen Schnee- und Ger\u00f6llfeldern hin\u00fcber zum Issj\u00f6chl (1688 m) und dann zum Issanger hinunter. Vor einem Monat kam ich noch mit den Skiern vom Hafelekar aus \u00fcber das Stempeljoch ins Halltaler Pfeis. Jetzt ist Fr\u00fchling. Zwischen den Schneeresten wachsen bereits unz\u00e4hlige Krokusse, Himmelschl\u00fcssel, manchmal auch Schustern\u00e4gel und Silberwurz. \u00dcber den Hirschbadsteig und dann das Halltal hinaus zum Ausgangspunkt beim Hackl.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/h-13.jpg' class='thumbnail' \/>Der Hochmahdkopf (1738 m) oberhalb jenes Dorfes, das mir immer Heimat bleiben wird, z\u00e4hlt zu meinen meistbesuchten Gipfeln. 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