{"id":7785,"date":"2022-08-16T20:16:50","date_gmt":"2022-08-16T20:16:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=7785"},"modified":"2022-08-22T07:37:32","modified_gmt":"2022-08-22T07:37:32","slug":"zillertaler-hoehenstrasse-runde-mit-start-und-ziel-in-innsbruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=7785","title":{"rendered":"Zillertaler H\u00f6henstra\u00dfe-Runde mit Start und Ziel in Innsbruck"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-7787\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/z2.jpg\" alt=\"\" width=\"4608\" height=\"3456\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/z2.jpg 4608w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/z2-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/z2-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/z2-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 4608px) 100vw, 4608px\" \/>Die unmittelbare Zeit nach Mari\u00e4 Himmelfahrt l\u00e4sst das Ende des Sommers sp\u00fcren. Erst um 6.00 ist es hell genug, um ohne Licht mit dem Rennrad aufzubrechen. Die Kastanienb\u00e4ume entlang der Innpromenade sind br\u00e4unlich gef\u00e4rbt und der gestrige Regen hat die ersten noch nicht reifen gr\u00fcnen Kastanien und welke Bl\u00e4tter auf den Radweg gesp\u00fclt. Zu sp\u00fcren, dass der Sommer enden wird, ist existentiell-metaphorisch betrachtet keine aufmunternde Sache f\u00fcr eine Seele, die sich nach Fr\u00fchling und dem Reifwerden von Tr\u00e4umen sehnt. Regenges\u00e4ttigte Wolken\u00a0 h\u00e4ngen am Himmel, doch im Osten schimmert golden die aufgehende Sonne durch. Ich habe Zeit f\u00fcr eine besondere Runde, die ich jedes Jahr ein oder zwei Mal fahre. Sie geh\u00f6rt zu meinen Klassikern, wenn ich mir einmal etwas L\u00e4ngeres g\u00f6nne. Das Wetter spielt mit. Die Gr\u00fcnstreifen entlang des Inns haben ihr Sp\u00e4tsommerkleid. Ich denke \u00fcber eine WhatsApp-Nachricht, die mich sehr besch\u00e4ftigt. Die \u00c4ste der Vogelbeeren sind gebogen von der F\u00fclle an roten Fr\u00fcchten. Ich denke an das TV-Sommergespr\u00e4ch mit dem gr\u00fcnen Vizekanzler, das ich beim fr\u00fchen Fr\u00fchst\u00fcck nachh\u00f6rte. Weit weg von den Anliegen der Friedensbewegung war die Antwort von Werner Kogler zum Ukraine-Krieg. So unn\u00f6tig war seine Distanzierung vom Pazifismus und seine Bef\u00fcrwortung von Waffenlieferungen an die Ukraine. Stolz stehen die K\u00f6nigskerzen, die an den gestrige Kr\u00e4uterweihen erinnern. Gerade gestern habe ich ihre aufrechte Gestalt in einem Gedicht beschrieben. Ich sp\u00fcre die Dankbarkeit \u00fcber das gro\u00dfe Fest, das wir gestern feierten. An manchen Stellen wuchert das Dr\u00fcsige Springkraut. Deren rosafarbenen oder purpurroten Bl\u00fcten verbreiten einen unangenehm s\u00fc\u00dflichen Duft. Auf der Inntalautobahn ist Massenverkehr. \u201ePro Minute sechs Lkw \u2026\u201c, stand gestern in der Zeitung. \u00a0Gef\u00fchlt sind es noch mehr. Bis zum Startpunkt der H\u00f6henstra\u00dfe in Ried im Zillertal sind es 55 Kilometer \u2013 Zeit f\u00fcr viele Gedanken und Gef\u00fchle im allein-einsamen Rennradfahrer. Die erste Auffahrt der Zillertaler H\u00f6henstra\u00dfe ist meine liebste. Ich f\u00fclle an einem Brunnen mit einer Leonhard-Statue die Trinkflasche auf. Eine Frau f\u00fchrt liebevoll eine Frau mit geistiger Beeintr\u00e4chtigung zu diesem Brunnen, um ihr die kleinen Fische zu zeigen, die da im Trog schwimmen. In solchen Begegnungen sp\u00fcre ich immer, was im Leben wirklich z\u00e4hlt und es relativiert mein sportliches Unterwegssein. Zu fr\u00fcher Morgenstunde gibt es auf der engen Bergstra\u00dfe fast keinen Verkehr. Auch ich bin noch frisch. Weil meine hintere Scheibe doch zu wenig Zacken hat, fahre ich meist im Wiegetritt. Eine bessere Berg\u00fcbersetzung w\u00fcrde nicht schaden. Meine Gedanken sind immer wieder bei fr\u00fcheren Fahrten, vor allem mit meinem Sohn. Ich fahre an den Orten vorbei, wo ich wegen eines Fotos einmal abstieg. Damals fotografierte ich zwei B\u00e4chlein, die zu einem wurden. Im gro\u00dfen Meer der Sehnsucht ist das eine Wasser wohl l\u00e4ngst angekommen. Der H\u00f6hepunkt \u2013 im wortw\u00f6rtlichen und \u00fcbertragenen Sinne \u2013 der Tour beginnt dann immer oberhalb der Waldgrenze. Einige der wei\u00dfen Wolken sind nun unterhalb. Die ersten 1500 H\u00f6henmeter sind geschafft. Es riecht nach Almen. Die Vegetation ist entsprechend. Fliegen f\u00fchlen sich vom Salz auf meinen Armen mehr angezogen als von den Kuhfladen am Stra\u00dfenrand. Der Himmel ist tiefblau und unendlich. Der Regen hat den Weiden gutgetan. Die Liftstationen bei der Kaltenbacher Skih\u00fctte \u00fcbersehe ich lieber. Es geht dann nochmals rund 300 H\u00f6henmeter hinunter und dann wieder hinauf zum Melkboden auf 2000 Meter. Ich mag auch diese Anfahrt, weil die m\u00e4chtigen Dreitausender der Zillertaler Alpen ein pr\u00e4chtiges Panorama bieten, beginnend vom Olperer \u00fcber Riffler, M\u00f6seler und Hochfeiler, Zsigmondyspitze und zahlreichen weiteren Gipfeln, deren Namen ich nicht kenne. Bergsteiger k\u00f6nnen hier jedenfalls aus dem Vollen sch\u00f6pfen. Schnell geht die Abfahrt hinunter nach Hippach und dann entlang der D\u00f6rfer mit Gegenwind hinaus ins Inntal, wo aber schon der R\u00fcckenwind wartet, um mich zum Ausgangspunkt zur\u00fcck zu schieben. Mein Garmin hat 158 Kilometer und 2315 H\u00f6henmeter gemessen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/z2.jpg' class='thumbnail' \/>Die unmittelbare Zeit nach Mari\u00e4 Himmelfahrt l\u00e4sst das Ende des Sommers sp\u00fcren. 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