{"id":7790,"date":"2022-08-18T06:34:05","date_gmt":"2022-08-18T06:34:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=7790"},"modified":"2022-08-22T07:37:32","modified_gmt":"2022-08-22T07:37:32","slug":"schmelzende-gletscher-brennende-waelder-duerre-und-hunger-unwetterkatastrophen-ein-handeln-gegen-die-apokalypse-sommer-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=7790","title":{"rendered":"Schmelzende Gletscher, brennende W\u00e4lder, D\u00fcrre und Hunger, Unwetterkatastrophen &#8211; ein Handeln gegen die Apokalypse: Sommer 2022"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-7791\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/20220816_064826-2.jpg\" alt=\"\" width=\"4608\" height=\"3456\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/20220816_064826-2.jpg 4608w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/20220816_064826-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/20220816_064826-2-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/20220816_064826-2-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 4608px) 100vw, 4608px\" \/><\/strong>Der Inn ist mein allt\u00e4glicher Begleiter geworden. Er f\u00fchrt in diesem Sommer viel Wasser zum Unterschied von den gro\u00dfen Fl\u00fcssen Europas. Seine Farbe ist l\u00e4ngst nicht mehr gr\u00fcn, sondern gleicht jenem von Gebirgsb\u00e4chen. Es ist das Schmelzwasser von den braunen Gletschern im Hochgebirge. Ich bin in diesem Sommer mehrmals auf einem Gletscher gewesen: unter den Steigeisen die glucksenden Rinnsale; die Spalten weit offen; von den Steilw\u00e4nden links und rechts an den Bergflanken h\u00f6rte und sah ich die Ger\u00f6lllawinen, die sich l\u00f6sten wegen des Auftauens des Permafrosts.<\/p>\n<p>Die andere Wahrnehmung: Das Gedr\u00e4nge von Autos und Lastkraftwagen auf der Inntal- und Brennerautobahn ist nicht kleiner geworden. Im Gegenteil. Der Lkw-Verkehr ist auf Rekordniveau. Jede Minute passieren sechs Lkws die Z\u00e4hlstelle bei Ampass, so die Schlagzeile in der \u201eTiroler Tageszeitung\u201c vom Mari\u00e4-Himmelfahrts-Wochenende. \u201eMan\u201c jammerte \u00fcber Monate \u00fcber die steigenden Treibstoffpreise und \u201eman\u201c \u00e4nderte sein Verhalten kaum. Jetzt freut \u201eman\u201c sich, dass die Preise wieder sinken. Die Flugh\u00e4fen sind ausgelastet. \u201eMan\u201c jettet in den Urlaub zu den Str\u00e4nden, wo das Meer bereits auf 30 Grad aufgeheizt ist und voll von Bakterien und Quallen, weil sich beiderlei Wesen in den warmen Wassern wohl f\u00fchlen. Die fl\u00fcssigkeitsdurchtr\u00e4nkten erw\u00e4rmten Luftmassen \u00fcber dem Mittelmeer sind wiederum N\u00e4hrboden f\u00fcr Unwetter auf dem Festland.<\/p>\n<p>Der Zustand der gro\u00dfen Fl\u00fcsse Europas sollte eigentlich alle aufgeweckt haben. Dort, wo die Loire in den Atlantik m\u00fcndet, \u00fcberspannt eine riesige Br\u00fccke nur mehr ein kleines Rinnsal. Die Schifffahrt am Rhein droht zum Erliegen zu kommen. Der Po ist in vielen Abschnitten eine stinkende Kloake und links und rechts davon verdorren die Felder. Hitzewellen in Europa \u2013 bis nach Finnland hinauf, brennende W\u00e4lder im S\u00fcden Europas, D\u00fcrre, Ernteausf\u00e4lle, Extremwettereignisse. Zugleich l\u00e4sst eine CO-2-Bepreisung auf sich warten und in den Wahlk\u00e4mpfen bespielen politische Parteien das Wahlvolk mit populistischen Versprechungen, zu denen eine Temporeduktion auf Autobahnen und Bundesstra\u00dfen nicht geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Wenn ich davon schreibe, dann gelte ich seit Jahren als \u201eSpielverderber\u201c. Mein \u201eSo nicht!\u201c, dem ich im pers\u00f6nlichen Lebensstil gerecht werden m\u00f6chte, indem ich kaum mit einem Auto mitfahre \u2013 selber habe ich keines, indem ich nicht mit dem Flugzeug fliege, kein Fleisch esse, nur das N\u00f6tige kaufe und dabei auch auf den CO-2-Fu\u00dfabdruck der Produkte achte, hat mich etwas einsam gemacht. \u201eMan\u201c will sich seinen Spa\u00df nicht mit kritischen Gedanken verderben lassen.\u00a0 \u201eMan\u201c g\u00f6nne sich ja sonst nichts.<\/p>\n<p>Ich bin dankbar f\u00fcr Menschen und Bewegungen, die nicht \u201eman\u201c sind, sondern Verst\u00e4ndnis zeigen oder auch leben k\u00f6nnen. Dar\u00fcber m\u00f6chte ich noch schreiben. Zum Beispiel von einer jungen Familie aus dem erweiterten Familienkreis, die es in diesem Sommer schaffte, mit ihren zwei kleinen Kindern zuerst mit ihren R\u00e4dern plus Anh\u00e4nger mit dem Zug bis nach Holland zu fahren und dann von dort 2.200 Kilometer radelnd zur\u00fcck nach Tirol. Oder das Beispiel von Lena M\u00fcller, einer der besten Kletterinnen Tirols, die inzwischen nicht mehr mit ihrem VW-Bus zu den Kletterw\u00e4nden f\u00e4hrt, sondern bewusst daf\u00fcr \u00f6ffentliche Verkehrsmittel und Rad verwendet. Sie hat dazu einen eigenen F\u00fchrer \u201eklimafreundlich klettern in Tirol\u201c herausgegeben. So wichtig sind die jungen Menschen von Initiativen wie &#8222;Fridays for Future&#8220; oder &#8222;Extinction Now&#8220;, die mit ihren Protestaktionen die Dramatik aufzeigen. Die kritische Masse freilich liegt bei denen, die heute in ihrem Alltagsverhalten, im Beruf oder in der Freizeit sich m\u00f6glichst so bewegen oder so handeln, dass sie nicht zur weiteren Aufheizung des Klimas beitragen. Das zeigt sich darin, ob jemand das Klimaticket verwendet oder den Z\u00fcndschl\u00fcssel, was im Einkaufswagerl liegt oder was eben nicht darin zu finden ist. Jene, die mit dem Auto unterwegs sein m\u00fcssen, halten sich bewusst an Tempo 100\/80\/30, auch ohne dass es von oben verordnet wird. Zu einem umweltfreundlichen Lebensstil braucht es freilich Menschen, die sich gegenseitig ermutigen, klimafreundlich zu leben.<\/p>\n<p>Klaus Heidegger<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/20220816_064826-2.jpg' class='thumbnail' \/>Der Inn ist mein allt\u00e4glicher Begleiter geworden. Er f\u00fchrt in diesem Sommer viel Wasser zum Unterschied von den gro\u00dfen Fl\u00fcssen Europas. Seine Farbe ist l\u00e4ngst nicht mehr gr\u00fcn, sondern gleicht jenem von Gebirgsb\u00e4chen. Es ist das Schmelzwasser von den braunen Gletschern im Hochgebirge. 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