{"id":9546,"date":"2023-10-09T06:49:01","date_gmt":"2023-10-09T06:49:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=9546"},"modified":"2026-02-03T07:49:17","modified_gmt":"2026-02-03T07:49:17","slug":"solidaritaet-mit-den-menschen-in-palaestina-im-gazastreifen-und-dem-staat-israel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=9546","title":{"rendered":"Solidarit\u00e4t mit den Menschen in Pal\u00e4stina, im Gazastreifen und dem Staat Israel"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Entsetzen ist gro\u00df und es ist berechtigt. Die Terroranschl\u00e4ge der Hamas sind entsetzlich, abscheulich, widerw\u00e4rtig und vor allem unmenschlich. F\u00fcr solche Taten gibt es keine Rechtfertigung und nur Verurteilung. Solche Anschl\u00e4ge treiben die Spirale von Gewalt und Gegengewalt nur weiter in die H\u00f6he und schaden dem eigenen Volk.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute wird gesagt und geschrieben, dass diese massiven Terroranschl\u00e4ge der Hamas nicht vorauszusehen gewesen w\u00e4ren. Das ist wohl nur bedingt richtig. In der Zeit der Intifada 2 im Sommer 1991 war ich an der Bir Zeit University in Ramallah in der Westbank und es gab auch einen Studienbesuch im Gazastreifen. Mehr als 30 Jahre ist es her. In den letzten drei Jahrzehnten hat sich die Lage in der Westbank und im Gazastreifen nur verschlimmert. Immer neue Siedlungen wurden gebaut, pal\u00e4stinensisches Land okkupiert. Damals gab es noch nicht die sogenannte Sicherheitsmauer, die auf pal\u00e4stinensischem Land errichtet wurde, um beide V\u00f6lker voneinander zu trennen. Damals aber schon glich Gaza \u2013 der schmale Landstreifen mit einer Meeresk\u00fcste auf der einen Seite und den Hochsicherheitsz\u00e4unen auf der anderen Seite \u2013 einem riesigen Fl\u00fcchtlingslager mit weit mehr als einer Million Menschen. Zum Gl\u00fcck gab es Einrichtungen der Vereinten Nationen wie das UNHCR und zum Gl\u00fcck wurden Schulen und Krankenh\u00e4user von europ\u00e4ischen L\u00e4ndern gebaut und erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war also vorherzusehen, dass das Elend, die jahrzehntelange Unterdr\u00fcckung, die fortschreitende Enteignung, die Hoffnungslosigkeit und die damit verbundene Radikalisierung wie ein Sprengstoffgemisch sich entladen wird. Es war vorherzusehen, dass noch so viel Waffentechnologie keinen Frieden bringen wird. M\u00f6gliche L\u00f6sungen lagen seit drei Jahrzehnten auf dem Tisch und wurden von den israelischen Regierungen von ebendiesem Tisch gewischt. Eine Zweistaatenregelung w\u00e4re ein Ausweg gewesen. Anstatt sich aber engagiert auf solche Gespr\u00e4che mit der pal\u00e4stinensischen Seite und unter Vermittlung der Vereinten Nationen oder der Arabischen Liga auf weitere Gespr\u00e4che einzulassen und die Forderungen der israelischen Friedensbewegung wirklich ernst zu nehmen, r\u00fcckte die israelische Regierung immer weiter nach rechts. Die radikalen Siedlerverb\u00e4nde haben nun ihre Abgeordneten in der Knesseth und stellen selbst Regierungsmitglieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war also vorherzusehen, dass mit noch so massiver Gewalt sich ein Zustand massiver Ungerechtigkeit nicht sedieren l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Und heute? Nach den Terroranschl\u00e4gen? Aus Solidarit\u00e4t mit dem Staat Israel erstrahlen zentrale Geb\u00e4ude in westlichen Metropolen in Blau-Wei\u00df. Die Farben Pal\u00e4stinas kommen nicht vor. Die Rhetorik der hochrangigen Milit\u00e4rs ist furchtbar, weil sie Angst macht. Rache scheint die Antwort zu sein und Raketen schlagen in die Mitte der Wohngebiete in Gaza ein. Eine Bodenoffensive ist geplant \u2013 nicht aber geplant sind Gespr\u00e4che \u00fcber L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten. Milit\u00e4rs reden davon, dass die feindlichen Kr\u00e4fte \u201eneutralisiert\u201c werden m\u00fcssen \u2013 das hei\u00dft nichts anderes: Wir t\u00f6ten sie, wo wir nur k\u00f6nnen. \u201eAn eye for an eye makes the whole world blind\u201d, das ist die bleibende Botschaft des Friedensnobelpreistr\u00e4gers Martin Luther King. Der Blick in den Nahen Osten \u2013 und er ist uns wirklich sehr nahe \u2013 zeigt, dass diese fundamentale Wahrheit auch in diesen schweren Stunden ihre G\u00fcltigkeit hat. Rational denkende Kenner der Lage im Nahen Osten, wie der ORF-Journalist Karim El-Gahawry, sprechen nach diesen massiven Terrorangriffen der Hamas von einer Z\u00e4sur, einer neuen Situation. Der Bestehende Status quo sei f\u00fcr die Pal\u00e4stinenser nie nachhaltig gewesen. El-Gawahry spricht aus, was Sache ist: Besatzung, st\u00e4ndige Landnahme und \u00dcbergriffe durch die Siedler und 2,7 Millionen Menschen, die vom Rest der Welt abgeschnitten werden. Die neue Situation, so der ORF-Journalist, verlange nach Politik und milit\u00e4rische L\u00f6sungen w\u00fcrden nichts bringen. Mit Blick auf den Jom-Kippurkrieg vor 50 Jahren gilt die bleibende Botschaft: Verhandlungen und nicht Krieg, von dem Netanjahu spricht, f\u00fchren zu L\u00f6sungen. Das Wort im Augenblick lautet Shalom \u2013 Salam. Der Name Gottes ist Frieden und Vers\u00f6hnung und nicht Krieg und Gewalt.<\/p>\n\n\n\n<p>Klaus Heidegger, 9. 10. 2023<br>(Fotocredit: Banksyblog, Separation Wall bei Ramallah)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Entsetzen ist gro\u00df und es ist berechtigt. 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