{"id":9872,"date":"2024-02-04T16:12:27","date_gmt":"2024-02-04T16:12:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=9872"},"modified":"2024-02-04T16:12:27","modified_gmt":"2024-02-04T16:12:27","slug":"daemonische-wirklichkeiten-und-heilende-erfahrungen-gedanken-zum-sonntagsevangelium-von-der-heilung-der-schwiegermutter-des-petrus-und-der-besessenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=9872","title":{"rendered":"D\u00e4monische Wirklichkeiten und heilende Erfahrungen: Gedanken zum Sonntagsevangelium von der Heilung der Schwiegermutter des Petrus und der Besessenen"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/lg-5-2.png\"><img loading=\"lazy\" width=\"819\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/lg-5-2-819x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-9873\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/lg-5-2-819x1024.png 819w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/lg-5-2-240x300.png 240w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/lg-5-2-768x960.png 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/lg-5-2.png 1080w\" sizes=\"(max-width: 819px) 100vw, 819px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Evangelium zum Sonntag, dem vorletzten Sonntag in der Faschingszeit, ist die Rede von Jesus, der Krankheiten heilt, indem er D\u00e4monen austreibt. (Mk 1,29-39) Die Vorstellung von D\u00e4monen, die von Menschen Besitz ergreifen und deren Verhalten lenken, kann in einer fundamentalistischen Leseart gef\u00e4hrlicher Stoff sein. Verst\u00f6rend sind jene Bilder, in denen \u201eGeistheiler\u201c auftreten und den psychisch Erkrankten quasi \u201eden Teufel austreiben\u201c. Auf der anderen Seite ist es hilfreich, wenn uns das Evangelium vom d\u00e4monenaustreibenden Jesus die Fragen stellen l\u00e4sst: Wo sind in unseren Lebenswirklichkeiten d\u00e4monische Ph\u00e4nomene zu finden? Wie lassen sich diese benennen und heilen? Solche Fragen k\u00f6nnen schnell beantwortet werden, wenn wir uns den Zusammenhang von Krankheit und d\u00e4monischer Besessenheit bewusst machen, der im Evangelium angesprochen wird. So k\u00f6nnen wir weiters fragen: Was macht unsere Welt krank? Woran erkrankt unsere Gesellschaft? Woran erkranken unsere Beziehungen? Die apokalyptischen Gefahren, die mit dem menschengemachten Klimawandel zu tun haben, sind weltweit die drastischen Symptome einer konsumistischen Besessenheit und egomanischen Orientierung. Es gilt, die D\u00e4monen eines grenzenlosen Wachstumsparadigmas auszutreiben, damit die Welt geheilt wird. Wir erkennen die \u201eb\u00f6sen Geister\u201c in den Reden und Parolen, die von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit triefen und das gesellschaftliche Klima vergiften. Wir sp\u00fcren das D\u00e4monische in menschlichen Beziehungen, in denen r\u00fccksichtslos und lieblose eigene Interessen verfolgt werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Evangelium r\u00fcckt in den Mittelpunkt aber auch Erfahrungen von dem, was heil macht: Die Erfahrung, dass der D\u00e4mon der Einsamkeit vertrieben wird durch wertsch\u00e4tzende Begegnungen. Die Erfahrung, dass der D\u00e4mon der Verbitterung aufgrund erlittenen Unrechts durch vers\u00f6hnendes Aufeinander-Zugehen seine Macht verliert. Wenn in den vergangenen Wochen Abertausende Menschen auf die Stra\u00dfen gegangen sind, um die b\u00f6sen Geister des Rechtsextremismus zu vertreiben, wenn Umweltschutzgruppen durch Aktionen die D\u00e4monen der Naturzerst\u00f6rung vertreiben wollen, dann klingt f\u00fcr mich in all dem viel an, wovon uns das \u00e4lteste der vier Evangelium vom Leben Jesu so deutlich erz\u00e4hlt. D\u00e4monen k\u00f6nnen ihre Macht verlieren \u2013 nicht mit Hokuspokus, sondern durch z\u00e4rtliche Zuwendungen, vers\u00f6hnendes Verhalten, therapeutische Expertisen und politisches Engagement. Viele sind heute unterwegs in der Nachfolge Jesu und seiner Heilungsgeschichten. Die Therapeutin, die mit ihrem Fachwissen in schwierigen Situationen psychische Krankheiten heilen kann. Ein Politiker, der sich nicht anstecken l\u00e4sst vom krankhaften Narzissmus, sondern sich uneigenn\u00fctzig f\u00fcr das Wohl aller einsetzt. Eltern, die ihre Kinder tr\u00f6sten k\u00f6nnen, Kinder, die ihre einsam gewordenen Eltern nicht alleine lassen. In ganz einfachen Worten erz\u00e4hlt uns der Evangelist Markus am Beispiel Jesu, wie solches Handeln gelingt: Erstens gilt es, nicht blind zu sein f\u00fcr Menschen die krank an K\u00f6rper und Seele sind. Jesus sieht die Krankheit der Schwiegermutter des Petrus. Zweitens geht Jesus aktiv auf sie zu. In solcher Zuwendung liegt schon ein erster Schritt der Heilung. In all den Heilungsgeschichten spricht Jesus den Kranken Mut zu. Oft fragt er sie: \u201eGlaubst du, dass du gesund werden kannst?\u201c Damit fordert er die Kranken auf, selbst aktiv in den Heilungsprozess einzusteigen. Drittens ist eine Heilung immer systemisch zu sehen. Geheilt wird auch der Gesamtzusammenhang. In der Geschichte von der \u201eHeilung der Schwiegermutter des Petrus\u201c hei\u00dft es so wundersch\u00f6n, dass sie nach der Heilung aufsteht und unmittelbar wieder ihre gestaltende soziale Rolle einnimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Klaus Heidegger, 4.2.2024<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/lg-5-2-819x1024.png' class='thumbnail' \/>Im Evangelium zum Sonntag, dem vorletzten Sonntag in der Faschingszeit, ist die Rede von Jesus, der Krankheiten heilt, indem er D\u00e4monen austreibt. (Mk 1,29-39) Die Vorstellung von D\u00e4monen, die von Menschen Besitz ergreifen und deren Verhalten lenken, kann in einer fundamentalistischen Leseart gef\u00e4hrlicher Stoff sein. Verst\u00f6rend sind jene Bilder, in denen \u201eGeistheiler\u201c auftreten und den&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":9873,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[183],"tags":[1786,1785,1784],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9872"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9872"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9872\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9874,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9872\/revisions\/9874"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/9873"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9872"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9872"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9872"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}