
Aufstieg vom Fuß des Berges bis zu seinem Kopf. 2100 Höhenmeter sind es. Volders. Von der Karlskirche bis auf den Glungezer, vom Lärm der nahen Autobahn und meiner ehemaligen Schule über Wiesenhänge, die nur oberflächlich mit Schnee bedeckt sind. Den Lärm der Verbrennungsmotoren im Inntal und damit die Emissionen möchte ich schnell weit unten lassen, so als könnte ich abstreifen, was in unserer Welt gefährlich falsch läuft. Die Wetterextreme und die Treibhausgaswelt hängen zusammen. Ein neuer Tag hat begonnen. Der Himmel ist tiefblau. Der Schnee spiegelt das Blau wider. Der Himmel ist durchfurcht von Siriuswolken und Kondensstreifen. Ich bin allein und fühle mich einsam mit meinen zivilisationskritischen Gedanken, mit meiner Wut über die Lage in der Welt, schäme mich fast meines Privilegs, weit weg vom unerträglichen Kriegsgeschehen in fast 100 Ländern dieser Welt zu sein. Die Nebelschicht im Tal ist immer weiter unten. Ich wähle den schnellen Aufstieg zur Schäferhütte. So schneearm habe ich den mir so bekannten Gipfel noch nie gesehen. Eine alte Aufstiegsspur zieht sich rund um die Felsbrocken und Steine. Nur eine andere Person ist noch vor mir, die eine Spur zum Gipfelhang zum Sonnenspitzl zieht. Die Schistöcke stechen unter dem windgepressten Deckel ins Bodenlose. Am Gipfel dann blicke ich in eine nur spärlich beschneite Landschaft. Ich fahre defensiv hinunter und kurve um die Steine und tatsächlich gelingt mir eine Abfahrt ohne Steinkontakt und mit Pulverschnee in manchen Mulden. Damit ich die Maulwürfe nicht aus ihren Bauten kratze, wähle ich dann aber doch von Tulfes weg den Bus zurück.