
In meinem früheren Leben als Religionslehrer konnte ich im schulischen Alltag immer wieder auf die jeweiligen Tagesheiligen oder auf Festtage der Religionen Bezug nehmen. Sie boten meist auch Anknüpfungspunkte für Aktualisierungen.
Am 5. Februar ist der Gedenktag der Hl. Agatha. Sizilien, Catania und Ätna sind die geographischen Bezugspunkte für die frühchristliche Märtyrerin aus dem 3. Jahrhundert. Ich erspare mir jetzt die Details ihrer Marter und ihrer Hinrichtung. Zu oft zeigen Heiligendarstellungen diese Grausamkeit. Was jedoch bedeutsam ist: Das Schicksal der Agatha ähnelt so ganz der Geschichte vieler Märtyrerinnen, die Opfer sexualisierter Männergewalt geworden sind. Agatha hat sich dem überaus reichen Statthalter von Catania verweigert, der sie wie eine Ware besitzen wollte. Ein autoritärer Macho mit enorm viel Geld will sich eine Frau quasi kaufen.
Am heurigen Agatha-Tag sind die Nachrichten wieder voll von den frauenverachtenden Untaten reicher Männer. Die verbrecherischen misogynen Schandtaten werden auf Hunderttausenden Seiten in den Epstein-Akten beschrieben. Der mächtigste Mann der Welt und zugleich auch einer der reichsten ist darin involviert. Er erinnert mich an den römischen Diktator zur Zeit der Agatha oder an den Statthalter von Catania. Die Burschenschafter-Partei in Österreich wird Trump wohl weiter huldigen genauso wie die AfD. Einem Führer wird scheinbar alles verziehen. Aber wahrscheinlich passt Frauenverachtung auch zu den rechtspopulistischen Parteien. Heilige Agatha, hilf!
Klaus Heidegger, 5.2.2026