
Miteinander die Trauer zulassen, wenn Leid und Unglück erfahren werden, wenn Träume zerplatzen und die Wirklichkeit weit weg vom eigenen Sehnen ist. Aber mich von der Traurigkeit nicht umwerfen lassen, sondern gerade deswegen entdecken und erfahren, was tröstet.
Miteinander die alten Träume träumen, dass die messianischen Verheißungen ohne Gewalt sich erfüllen und dass Schwerter zu Pflugscharen und Lanzen zu Winzermessern umgeschmiedet werden und niemand mehr lernt für den Krieg.
Miteinander der Wut Raum geben, wenn Arroganz, Dummheit und Egoismus das Leben von Menschen zerstören, die Umwelt vernichten und die Welt mit Gewalt überziehen. Aber meinen Glauben nicht aufgeben, dass Gewalt ohne Gewalt überwunden werden kann, dass Versöhnung möglich ist und Gerechtigkeit wiederhergestellt werden kann.
Miteinander einen vernünftigen Dialog führen, bei dem Argumente ausgetauscht und Fakten geprüft werden sowie Falschheit und Lüge entlarvt werden. Die Wahrheit wird frei machen.
Miteinander immer wieder neu aufbrechen. Wenn alte Pläne nicht aufgehen, neue schmieden, aber nicht im Kummer des Verlorenen versumpfen.
Und so miteinander das Brot teilen und dazu den unbekannt Fremden einladen und dabei im Augenblick des Seins jesuanische Lebenskraft spüren. Die Kraft und Wirklichkeit der Auferstehung.
klaus.heidegger, Ostermontag 2026