Die Heilige Geist ist eine Wildgans

Wenn Wildgänse fliegen, fliegen sie nicht alleine. Sie fliegen zusammen. So wird der Flügelschlag der einen Gans zum Auftrieb für die anderen. Gänse fliegen über weite Strecken hintereinander in V-Formation. Fliegt eine voraus, fliegen die anderen in ihrem Windschatten, wird die Leitgans müde, reiht sie sich hinten ein. Führen und Leiten und Sich-wieder-hinten-Einordnen, das gelingt ihnen spielend und wird zum Segen für die ganze Gemeinschaft. Die Kraft der einzelnen Gans ist begrenzt, zusammen sind sie stark. Wenn Wildgänse schnattern, ermuntern sie die Leitgans, stark zu sein und das Tempo aufrecht zu erhalten. Wird eine Gans krank oder zu müde zum Fliegen, wird sie von anderen auf die Erde begleitet, bis sie wieder zu Kräften kommen oder dort in Gemeinschaft sterben kann. Mit ihrem Schnattern warnen die Wildgänse auch frühzeitig vor Gefahren. Wildgänse lieben die Freiheit zu fliegen und neue Länder zu entdecken. Der Heilige Geist ist wie eine Wildgans.

Klaus Heidegger, Gedanken zum Fest des Hl. Geistes

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