Peter Thiel, der Genozid und der ICE-Terror

Der genozidale Krieg der israelischen Streitkräfte gegen Gaza, die fortdauernden Kämpfe im Südlibanon mit der systematischen Zerstörung ziviler Einrichtungen und dann die US-amerikanisch-israelischen Angriffskriege gegenüber dem Iran: Die Firma Palantir von Alex Karp und Peter Thiel stellt dem Staat Israel schon längst die nötigen KI-Systeme zur Verfügung. Zielerfassung und Zielauslöschung geschehen mit KI – auch wenn dabei Schulen und andere zivile Einrichtungen getroffen werden. Mit Executive Orders machen in den USA ICE-Paramilitärs Jagd auf Menschen mit Migrationshintergrund. Und wieder ist es das KI-System von Palentir, das dazu die nötigen Daten sammelt und damit eine Zielauswahl trifft. Die Kritik an Peter Thiel müsste riesengroß sein – doch werden jene kritisiert, die diesem Tech-Milliardär keine Bühne bieten wollen. Man hört nicht auf die Argumente der Künstlerinnen und Künstler, warum sie nicht gemeinsam mit ihm im Rahmen der Wiener Festwochen auftreten wollten. Man kritisiert sie lieber als Dialogverweigerer, weil sie sich auf den hanebüchenen Unsinn der fundamentalistischen Bibelauslegung aus der Geisteswerkstatt von Thiel gar nicht einlassen wollten. Die Schwurbeleien von einem Antichristen sind deswegen so gefährlich, weil sie von den wirklich gefährlichen Bedrohungen KI-basierter Waffensysteme ablenken. Peter Thiel ist kein Theologe und würde bei jedem Dogmatik-Examen an der theologischen Fakultät wohl durchfallen. Darum sollte es bei einer Diskussion aber auch nicht gehen. Im Sinne der neuen Enzyklika von Papst Leo XIV., Magnifica Humanitas, sollten wir uns vielmehr bewusst sein, welche dystopischen Kriegswirklichkeiten durch KI-Systeme wie jene von Palantir-Thiel geschaffen wurden. Vielleicht werden spätere Generationen einmal Thiel als Kriegsverbrecher bezeichnen und dankbar jenen sein, die sich von ihm klar abgrenzten. Thiel sollte besser in den Gaza-Streifen reisen und sich den Müttern und Vätern stellen, die ihre Kinder verloren haben. Mit seinen Milliarden könnte er helfen, die Krankenhäuser und Schulen wieder zu errichten, die von den KI-basierten Waffensystemen zerstört wurden.

Dr. theol. Klaus Heidegger, 6020 Innsbruck

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