übergängig

vom Winter
in den Frühling
loslassen
den Winter
ein Gestern

vom Schnee
in Schmelzwasser
hineinfließen
in Neues
ein Heute

vom Gestern
ins Heute
hoffen
in Träume
ein Morgen?

klaus h., 16.3.2023

Seefeld in der Mitte des März 2023. Von meiner momentanen Innsbrucker Wohnung dauert es mit der Rad-Zug-Fuß-Kombination weniger als eine Dreiviertelstunde, bis ich auf der Loipe bin. Die Zugfahrt ist meist zu kurz, um aktuelle Nachrichten zu lesen. Es ist ein Privileg der Bewohner von Innsbruck, eine solche Möglichkeit zum Sporteln zu haben und dabei nicht auf ein Auto angewiesen zu sein. Ab der Waldgrenze leuchten die Berge rund um Seefeld und gegenüber der markante Hocheder mit frischem, sattem Weiß vom Neuschnee der vergangenen Tage und heben sich vom tiefen Blau des Himmels ab. Beim Seekirchl in Seefeld: Die Loipenwegweiser stehen im Wasser. Zwei der Loipen halten sich noch trotz der Frühlingstemperaturen. Meine Lieblingsstrecken hinauf durch die Wälder bei Wildmoos und Lottensee sind schon lange geschlossen und in diesem schneearmen Winter sind die Loipen hinunter in die Leutasch gar nie angefahren worden. Am Rande der von den Ratracs festgefahrenen Piste bilden sich die Schmelzwassertümpel. Laufen ist etwas Befreiendes – so als könnte man dem Schweren im Leben und in der Welt davonlaufen. Funktioniert aber nicht, denn es läuft in Gedanken und im Herzen und in der Seele mit. Die Spur ist etwas eisig. Da sind 30 Kilometer im Skatingstil schnell vorbei – und zurück in das Leben in der Stadt mit Klimaticket und Fuß-Zug-Rad-Kombination. Sonne getankt. Natur erfahren. Körper gespürt. Seele genährt. Kraft zum Arbeiten gewonnen.

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