Über die Unfähigkeit einer sachlich geführten Diskussion über Religionen- und Ethikunterricht

Das von vielen Kolleginnen und Kollegen unterstützte Anliegen, eine Form eines Religionen- und Ethikunterrichtes zu finden, ist in den letzten Wochen von manchen Personen, die vehement für eine Trennung in konfessionellen Unterricht auf der einen Seite und Ethikunterricht auf der anderen Seite eintreten, nicht sachlich, sondern mit verletzenden Unterstellungen geführt worden.[1] Weil ich eine andere…

Systemisch-strukturelle Ursachen für psychische und sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche

Systemisch-strukturelle Ursachen für psychische und sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche Einleitend Die Jänner- und Februarwochen des Jahres 2019 waren geprägt von Berichten und auch medial geführten Diskussionen über sexuelle Gewalt, die von Klerikern bzw. in kirchlichen Einrichtungen geschehen sind und aufgedeckt wurden. Ermutigend ist zum einen von Seiten des Papstes das Vorhaben, im Rahmen…

Zur Diskussion über die künftige Gestaltung von Ethik- bzw. Religionsunterricht

Eine Antwort auf den Leserbrief von Roman Spiss in der Tiroler Tageszeitung vom 10.2.2019 1.) Gefährdung der Jobs von Religionslehrerinnen und Religionslehrern? Der Leserbrief wird übertitelt mit der Überschrift „Was geschieht mit den zahlreichen Religionslehrern?“ Schon dieser Titel suggeriert, dass die Religionslehrerexistenz – unterstrichen durch das Adjektiv „zahlreich“ – auf dem Spiel stünde. Mit relativ…

Werft nochmals die Netze aus! Gib die Hoffnung nicht auf!

(Gedanken zum Sonntagsevangelium, 10.2.2019, Lk 5,1-11) Manchmal geht es mir wie der schwedischen Schülerin Greta Thunberg, die am Ende einer elfminütigen Rede meinte: „I should talk about hope now. But I have no hope!“ Ihre Frustration richtet sich an die Politiker, die unwillens sind, den Klimawandel zu stoppen, sowie an alle Menschen, die mit ihrem…

Das Böse verurteilen, nicht Menschen aburteilen – Nachlesen über die Schandtaten im ehemaligen Mädchenheim Martinsbühel

Wenn ein Mensch willentlich Böses getan hat, so ist die böse Tat zu verurteilen und der Mensch für sein Fehlverhalten zur Rechenschaft zu ziehen. Es braucht die Bereitschaft, Untaten aufzudecken, Verbrechen nicht zu vertuschen und das Böse zu benennen. Es hilft jedoch nicht weiter, wenn ein Mensch, der Böses tat, an den modernen Pranger der…

Von der Hegelschen „Aufhebung“ des konfessionellen Religionsunterrichtes

Zustimmung Mein Artikel in der Sonntagsausgabe der Tiroler Tageszeitung (Brief an Tirol, 27. Jänner 2018) hat viele Reaktionen ausgelöst. Ich hatte zahlreiche Gespräche über die künftige Gestaltung eines Religionen- und Ethikunterrichtes. Schülerinnen und Schüler, mit denen ich täglich zu tun habe, können es nicht verstehen, dass an einem Unterricht, in dem alle gemeinsam in der…

Viele gute Gründe für einen verpflichtenden gemeinsamen Religionen- und Ethikunterricht (RUE)

Bildungspolitische Gründe Religiös-ethische Grundbildung für alle Schülerinnen und Schüler (entsprechend dem Zielparagraphen 2 des SchOG) Heterogenität, multireligiöse und multukulturelle Lebenswelten in den Schulklassen würde als Chance wahrgenommen REU würde Integration und Inklusion verstärken; Differenzen nicht als Konfliktpotenzial begreifen, sondern Verständnis füreinander entwickeln Gemeinsames interreligiöses und interkulturelles Lernen wäre möglich Ethisches Lernen wäre nicht mehr „Ersatz“…

Ethik und Religion, Religion oder Ethik?

Welches Modell? Einführung eines verpflichtenden alternativen Ethikunterrichts an Österreichs Schulen oder ein verpflichtender gemeinsamer Religionen- und Ethikunterricht  Politische Festlegung zum verpflichtenden Ethikunterricht Anfang Jänner 2019 hat Bildungsminister Faßmann in mehreren Interviews mit Medien[1] das Vorhaben bekräftigt, einen verpflichtenden Ethikunterricht an Österreichs Schulen einführen zu wollen. Es sei die „Intention seines Hauses“, dass das Fach Ethik…