Der Josefitag als Übergangstag

Der 19. März ist ein gefühlter Übergangstag: Von den langen dunklen Tagen des Winters in den lichten Frühling mit beginnend langen Sonnenstunden; von der Kälte in die Wärme; von einer schlafenden Natur in das kräftige Aufbrechen; von der Stille der Vogelwelt zu einem kräftigen Vogelgesang. An diesem Tag wird die Gestalt des Ziehvaters Jesu gefeiert. Dass es auch ein Tiroler Feiertag ist, merkt man leider nur mehr wenig. Josef steht jedenfalls selbst für jene Übergänge und Veränderungen, die möglich sind. Von einer patriarchalen Herrschaftsgewalt, die sich rücksichtslos durchsetzen will, zu einer Welt, in der Männer auf Seiten der Frauen stehen und sich fürsorglich-zärtlich um ihre Kinder kümmern. Dafür steht Josef als liebender Ehemann und fürsorglicher Ziehvater Jesu. Er hat seine Verlobte Maria nicht im Stich gelassen. Von einer Feigheit, die sich an Unrechtssysteme anpasst, zu einer Bereitschaft, Widerstand zu leisten. Dafür steht der Galiläer und Handwerker Josef. Von einer Utopieverweigerung und einem Fatalismus hin zum Mut, den eigenen Träumen zu folgen. Dafür steht Josef mit seinen Träumen, in denen er göttliche Stimmen in sich wahrnimmt und danach handelt.

Mehr zu meinen Gedanken über die Gestalt des Josef von Nazareth, in: https://www.klaus-heidegger.at/?p=10008
Zum Bild: Morgendliche Loipe in Gnadenwald zwischen Schnee und Erikagewächsen am 19.3.2026

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