„Frische Kinder“ für den Krieg

Würde zärtliche Poesie unsere Welt regieren, so gäbe es keine Aufrüstung und keine Kriege, keine Wehrpflichtigen und keine Kriegsminister – und es hätte nie eine Atombombe gegeben. Die gerade gestorbene österreichische Schriftstellerin Monika Helfer schrieb in einem ihrer letzten Bücher Sätze, die mit tiefsinniger Ironie die Absurdität des Militärischen in Worte gebracht haben: „(…) sie liebte ihn, weil er bald sterben würde, er wollte nämlich in den Krieg, um dort Feinde zu erschießen, die er nicht kannte.“ „(…) ein Krieg bricht aus, frische Kinder werden geboren, die alten sterben, niemand kennt sich aus.“ Die Herrschenden dieser Welt – und das offizielle Österreich ist so ganz in diesem Trend – verwechseln Sicherheit mit militärischer Stärke. Wer so denkt und handelt, wird als letztes Ass noch die Atom-Sau ausspielen wollen. Weltweit sind es 12.000 Atomsprengköpfe, die die Menschheit auslöschen könnten. Atomare Abkommen wurden ausgesetzt. Nukleare Aufrüstungsschritte werden gesetzt. Was es so dringend bräuchte, um die Menschheit vor einer nuklearen Katastrophe zu retten: Nicht Feinbilddenken, sondern Vertrauensbildung; nicht Abschreckung, sondern Diplomatie; nicht noch mehr Waffen, sondern Abrüstung; nicht Kriegsdienstzwänge, sondern Friedensschulungen.

6.8.2026, am Tag des Gedenkens an den Atombombenabwurf vor 81 Jahren

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