Gehrenspitze (2367 m) im Zug-Rad-Wander-Rad-Zug-Modus

Bahnhöfe sind die besten ersten Ausgangspunkte. Klimaticket! Am ersten Septembersonntag sind die Radabstellplätze in der S-Bahn von Innsbruck nach Seefeld gut gefüllt. Seefeld ist in Nachsaison-Vorsaison-Außersaison-Stimmung. Kühl ist noch die Morgenluft hinunter in die Leutasch. Um die stolzen Kalkgipfel wehen Nebelwolken. Sie werden sich verziehen. Mit den Mountainbikes geht es bis zur Wangalm. Die letzten Meter sind so steil, dass ich dann lieber schiebe. Hinter der Wangalm breiten sich die mächtigen Wettersteinwände der Scharnitzspitze und Schüsselkarspitze aus. Wir steigen auf Almgelände in ihre Richtung hinauf, bevor es dann in einem Rechtsbogen auf das Scharnitzjoch und die Erinnerungshütte geht. Hier grasen Schafe. Wenn Mitte der Woche sich das Wetter umstellen wird, werden sie ins Tal gebracht. Das erzählten uns die Leute auf der Wangalm. Von der lieblichen Erinnerungshütte weg wird der Pfad bald schmal. Eigentlich mag ich solche Steiglein entlang von Steilhängen überhaupt nicht. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind gefragt. Das entspricht heute gar nicht meinem Empfinden. Ich würde auch keinen roten Punkt geben, sondern tiefschwarz. Trotzdem: Mit reduziertem Tempo und vor allem meiner motivierenden Begleitung nehme ich die Herausforderung an. Hinunter geht es dann ohnehin leichter. Davor aber noch ein großartiges Panorama. Gegenüber ist die mächtige Dreitorspitze – fast bedrohlich wirkend mit ihren Wänden. Unvergleichlich bedrohlicher ist aber der Blick in den Norden – die Wettersteingipfel bilden ja schon die Grenze – , wenn er mit den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt verknüpft wird. Weit unten in der Leutasch ist es dafür beruhigend grün. Dort heißt es aber zuerst hinkommen. Es beginnt die 2000-Meter lange Bewegung hinunter nach Telfs. Der schmale ☹ Pfad, der liebliche Pfad 😊, die Mountainbikefahrt hinunter ins Gaistal, über die Buchener Höhe und dann die schnelle Strecke hinunter nach Telfs 😊 Dort wartet schon der Zug auf uns. 45 Kilometer waren es, gut 1500 Höhenmeter im Aufstieg und 2000 Höhenmeter im Abstieg. Eine runde Sache. Angekommen im Herbst. Das rechtsextreme Gefurze der AfD hatte ich für einige Stunden vergessen.

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