
Wie jedes Jahr bringen wir am Beginn eines neuen Jahres die Sehnsucht und die Forderung nach einer friedlichen Lösung von Kriegen und gewaltsamen Konflikten auf die Straße. Das Jahr 2026 soll ein friedliches sein! Ein frommer Neujahrswunsch, der am 1. Jänner nachmittags im Herzen der Stadt Innsbruck vor der Annasäule von Verantwortlichen der Religionsgemeinschaften und Kirchen sowie vom Vizebürgermeister der Stadt Innsbruck sichtbar gemacht wird.
Während ich auf diese Veranstaltung, die von Pax Christi Tirol sowie Sant‘ Egidio vorbereitet worden war, zurückblicke, höre ich von der anderen, der Kriegswirklichkeit, die wie die übermächtige Antithese zu jedem Friedensbemühen steht. Ich höre vom bewaffneten Angriff der USA auf Venezuela, der eine massive Verletzung des Völkerrechts darstellt und ein Verstoß gegen das Gewaltverbot von Art. 2 (4) Charta der Vereinten Nationen.
Bei der Veranstaltung zum Weltfriedenstag haben sowohl Bischof Hermann als auch der Präsident von Pax Christi Österreich, Wolfgang Palaver, auf die Botschaft des Papstes zum Weltfriedenstag Bezug genommen. Leo XIV. redet und schreibt und handelt von Beginn seines Pontifikats in der Thematik von Frieden&Krieg mit klaren Worten und Aktionen. „Unbewaffnet entwaffnend“ ist sein Leitmotiv und steht im Widerspruch zur globalen Aufrüstung und Militarisierung sowie den vielen Kriegen und gewaltsamen Auseinandersetzungen. Demgegenüber die Worte des Papstes: Es gelte, die Logik von Gewalt und Krieg abzulehnen und sich für einen echten Frieden einzusetzen, der auf der Logik von Gewaltfreiheit und Gerechtigkeit aufbaue. Es müsste ein Frieden sein, der nicht auf Angst und Drohung und damit auf Waffen und ihren Systemen aufbaut. Jede Form von sichtbarer oder systemischer Gewalt müsse abgelehnt werden. Schon zuvor rief der Papst auf: „Entwaffne deine Hand und noch zuvor dein Herz. Der Friede ist unbewaffnet und entwaffnend. Er ist keine Abschreckung, sondern Geschwisterlichkeit, kein Ultimatum, sondern Dialog. Er wird nicht als Ergebnis von Siegen über den Feind kommen, sondern als Ergebnis der Aussaat von Gerechtigkeit und mutiger Vergebung.“ Augustinermönche wie Papst Leo XIV. wollen bewusst in der Tradition des Apostels Paulus stehen. In seinen Briefen hat dieser eine friedenspolitische Steilvorlage gegeben. Seine Metapher ist die Rüstung Gottes. Wer sich den Gürtel der Wahrheit und den Brustpanzer der Gerechtigkeit anlegt, wer in die Schuhe des Friedens schlüpft und das Schild des Glaubens und das Schwert des Geistes nimmt und am Kopf den Helm des Heils trägt, der wird stark und standhaft sein im Kampf gegen die Mächte des Bösen.
Klaus Heidegger
(Bildcredit: r.sigl)