
In diesem Winter, der um den Jahreswechsel extrem schneearm ist, gibt es trotzdem ein paar Skitouren, die sich vorsichtig gehen lassen selbst ohne Anstiege mit Ski auf dem Rücken. Ein Klassiker ist der Pirchkogel, der sich auch mit Öffis nach Kühtai gut erreichen ließe. Startpunkt ist diesmal beim kleinen Schlepplift Sonnenlift. Es geht auf den Südhängen hinauf. Außerhalb der Piste mit dem tiefgefrorenen Technikschnee gibt es keine Aufstiegsmöglichkeit. Skifahrer kratzen den steilen Hang hinunter und wir sind ganz am Pistenrand. Bei der Bergstation der Kaiserbahn beginnen für uns die technikfreien Bergräume. In der Nacht hatte es hauchdünn geschneit. So kann ich selbst eine Spur zwischen den Felsbrocken und Steinen wählen, die überall herausschauen. Am steilen Hang hinauf sind noch die Altspuren sichtbar. In der steilen Mulde zwischen der Nordflanke des Grieskogels und den südlichen Hängen hinauf zum Pirchkogel liegt eingewehter Schnee auf einem mit dem Untergrund ungebundenen Harschdeckel. Darauf ist wohl zu achten. Das Ziel, der Pirchkogel auf 2828 m, ist dann schnell erreicht. In diesen Augenblicken auf dem Gipfel denke ich nicht an die kriegerische Politik der Autokraten, nicht an die Massen, die deren Politik mit eigenem Konsum- oder Wahlverhalten unterstützen, nicht an die Megaautokolonnen, die sich über die Alpenpässe und durch die Alpentäler zwängen, weil Menschen zwanghaft ihren entfremdeten Trieben folgen.. Ich bin eins mit der Natur und fühle mich verbunden mit den Menschen, mit denen ich solche Bergerfahrungen teilen kann.
Foto: jakob.jehle