Mit den Rennrädern entlang des Camino  – Radpilgern von Absam nach Santiago de Compostela

Tag 1: Sonntag, 8. Juli 2018, Ultreia!

 Absam

Ein schon traditioneller Satz lautet: Der Jakobsweg beginnt dort, wo du zuhause bist. Tatsächlich gibt es viele Pilgerinnen und Pilger, die ihren Weg nach Santiago de Compostela bei ihrer Haustüre beginnen lassen, für die meisten von ihnen ist es ein Lebensprojekt, 100 Kilometer in diesem Jahr, 100 im nächsten usw., aufgeteilt auf viele Lebensjahre. Für meinen Sohn Jakob und mich soll der Jakobsweg auch bei der Haustüre beginnen. Für uns hat diese Dimension noch eine zusätzliche Bedeutung, da wir in der Bachgasse in Absam selbst am Jakobsweg liegen, der über Gnadenwald und vorbei an unserer Heimatkirche zum Innsbrucker Dom … ja, und weiter bis nach Spanien führt. Über dieses Teilstück hat Jakob seine Fachbereichsarbeit zur Matura geschrieben. Wir haben uns für die Rennräder entschieden und die Option, den ganzen Camino in einem Stück zu machen. Schon lange träumte ich davon. Meine Kinder sind nun groß und gehen ihre eigenen Wege. Jakob hat nach seinem Bachelor-Abschluss etwas mehr Zeit. Erst in den letzten zwei Tagen vor der Abfahrt, also nach meinem Schulschluss, finden wir Zeit für die Vorbereitungen. Jakob hat die ganze Strecke auf seinen Garmin-Radcomputer unter Zuhilfenahme von GOOGLE-Maps geladen und in 15 Tagesetappen eingeteilt. Für knapp 2500 Kilometer ein ambitioniertes Ziel. Dabei folgt Jakob der Prämisse, eine Route zu finden, die möglichst exakt dem Jakobsweg folgt und dennoch mit Rennrädern befahrbar ist – ohne aber Fußpilgernde auf ihren Wegen zu stören und möglichst ohne Berührung mit großen Straßen. Die Unterkünfte für die ersten fünf Etappenorte – Feldkirch, Flüeli, Romont, Belley und Tence – sind im Voraus gebucht. Danach werden wir uns auf die klassischen Pilgerherbergen verlassen.

Jakobsdom in Innsbruck

Unsere erste Station an diesem frühen Sonntagmorgen war der Innsbrucker Dom St. Jakob. Die legendäre und geschichtsträchtige Statue des Kirchenpatrons an der Spitze der barocken Westfassade ist momentan unter dem Gerüst der Renovierungsarbeiten verschwunden. Ich nehme dieses Bild einer renovierungsbedürftigen Kirche mit auf den Weg als Hoffnungsbild: Dass die Erinnerung an den Apostel Jakobus unsere Kirche erneuern möge – allerdings die Erinnerung an einen Mann, der als einer der ersten und engsten Jünger Jesu sich nie und nimmer eignen lassen würde für eine gewaltsame Auslegung der Nachfolge Jesu. Der Donnersohn war sicherlich zornig und wütend angesichts der römischen Besatzungspolitik Palästinas und er dürfte vor den Erfahrungen mit der Jesusbewegung geprägt von den zelotischen Gedanken einer gewaltsamen Befreiung gewesen sein. Dann aber lernte auch Jakobus wie sein Bruder Johannes in der Gemeinschaft mit Jesus die Kraft der Gewaltfreiheit kennen. In all den Schlüsselszenen der Evangelien tritt Jakob der Ältere in Erscheinung, so bei der Verklärung Jesu. Er starb nicht mit dem Schwert in der Hand, sondern als Märtyrer des Glaubens. So passt er zu Otto Neururer und Jakob Gapp, die heute im Innsbrucker Dom verehrt werden, nicht aber zu den Erzherzögen der Habsburger, deren Denkmal ebenfalls die Innsbrucker Kathedralkirche ertragen muss, schon gar nicht zu Erzherzog Eugen, dem Oberbefehlshaber im Ersten Weltkrieg, dessen Grabplatte ich kürzlich meinen Schülerinnen und Schülern bei einer Exkursion im Dom als Beispiel dafür zeigte, wie Religion für kriegerische Zwecke missbraucht werden kann. Jakobus als Anführer der christlichen Heere gegen die Muslime, wie dies im Stile der barocken Illusionsmalerei im Deckenfresko oberhalb der Apsis dargestellt wird, kann seine Grundlage nicht im Evangelium haben, sondern ist Ausdruck für immer wiederkehrende Verdrehung der christlichen Grundbotschaft, wie es die Rechtspopulisten mit ihren islamophoben Äußerungen heute betreiben.

Der andere Jakob

Um 6:30 morgens ist die Luft noch klar und frisch, die Sommersonne ist etwas von Wolken verborgen. Das erste Schild am Domplatz mit der Aufschrift „Jakobsweg“ weist uns den Weg. Noch ist kein Tourist vor dem Goldenen Dachl, an dessen Hauswand eine Tafel an einen anderen Jakob erinnert, der so viel mit dem Apostel Jakob gemeinsam hat: Jakob Huter, der mir in vielem ein großes Vorbild ist. Wie sein Namenspatron starb er als Märtyrer, wurde von jenen Herrschaften, deren Grabmäler im Dom zu St. Jakob sind, 1536 verurteilt, gefoltert und vor dem Goldenen Dachl verbrannt, weil er nichts anderes wollte, als wie sein Namenspatron radikal nach dem Evangelium Jesu Christi zu leben in Gütergemeinschaft und Gewaltverzicht. Einmal habe ich dazu ein kurzes Theaterstück geschrieben, das vor dem Goldenen Dachl aufgeführt worden ist.

Ein Obdachloser rollt sich in den Lauben der Altstadt seine Unterlage zusammen. Freundlich frage ich ihn, wie er geschlafen hat. „Wias holt oanem geat, der auf der Stroßn isch…“, antwortet er höflich-traurig. Ich denke an die Bettel- und Schlafverbote-Diskussion, an Bischof Hermann, der sich gegen die Schlafverbote in der Altstadt aussprach. Auch der Apostel Jakobus wäre als „Wandercharismatiker“ wohl in den Konflikt mit den Innsbrucker Behörden gekommen.

Jakobsweg durchs Oberinntal

Mit unseren Rennrädern wählen wir zunächst den Weg über die B 171 bis Stams – mit hohem Tempo und hoher Puls- und Trittfrequenz, da wir ja noch so frisch sind. Der Fußjakobsweg Via Tirolensis wäre auf der südlichen Innseite und würde über Inzing gehen, wo ebenfalls in einer Darstellung aus dem 18. Jahrhundert eine siegreiche Schlacht gegen Muslime verherrlicht wird.

Wir bremsen schon nach den ersten 45 Kilometern für eine Pause ab. Zweite Station auf unserem Pilgerweg wird das Stift Stams. Das Zisterzienserstift mit seiner mächtigen Fassade zählt zu den bedeutsamsten Orten am österreichischen Jakobsweg. Ein Pater, der gerade die Kirche für die sonntäglichen Gottesdienste auf Hochglanz bringt, lässt uns in das Innere der Kirche mit dem prächtigen Hochalter. Tatsächlich ist hier auch der Hl. Jakob mit seinen Attributen Pilgerstab, Pilgerhut und Muscheln zu finden.

Unser Rennradcamino durch das Oberinntal deckt sich freilich nicht immer mit dem ausgeschilderten Jakobsweg. Bei Mötz nehmen wir den Radweg entlang des Inn durch den wunderschönen Föhrenwald bei Ötz und dann ab Roppen durch die Schlucht bis Imst. Auch hier sind inzwischen die gelben Sterne auf blauem Hintergrund angebracht. Obwohl ich jede Biegung dieser Strecke kenne, bleibt sie für mich stets faszinierend. Einen kurzen Stopp machen wir in der Zammer Pfarrkirche, wo Menschen nach der Sonntagsmesse vor der Kirche miteinander reden. Dann durch das Stanzertal hinauf. Jakob ist lange nicht mehr Rennrad gefahren und mit Rucksack fühlt sich die Steigung den Arlberg hinauf doch recht heftig an. Es ist kaum Verkehr und wir erfahren gleich warum: Die Österreich-Radrundfahrt geht gerade über den Arlberg und kurz vor St. Jakob kommen uns der Tross der Rennfahrer und Begleitfahrzeuge entgegen. Einen ersten richtigen Pilgerstempel für unseren Pilgerpass kann ich, beobachtet von der lebensgroßen Jakobsstatue, in der Pfarrkirche St. Jakob erhalten. Von St. Anton bis zur Passhöhe ist dann mehr Verkehr. Eine Rennradfahrerin heftet sich anfangs an mein Hinterrad. Ich ziehe kräftig davon und habe in St. Christoph genügend Zeit, in die Kirche des alten Hospizes zu gehen. Dort werden gerade neue Brüder in die Bruderschaft aufgenommen. Wir sind auf knapp 1800 Meter Seehöhe und damit am höchsten Punkt des Jakobsweges bis Santiago.

Vorarlberger Jakobsweg

Das Hinunterfahren vom Arlberg bis Bludenz ist ein Genuss. Dort besuchen wir meine Verwandten, die uns mit typischem Bludenzerbrot, „dem Bärli“, verwöhnen. So können wir dann noch gestärkt die letzten 20 Kilometer durch den Walgau bis zu unserer ersten Pilgerunterkunft, dem Kapuzinerkloster in Feldkirch, zurücklegen. Herzlich werden wir von einem Kapuzinerbruder empfangen, der uns nicht nur ein äußerst komfortables Pilgerzimmer zur Verfügung stellt, sondern zugleich einlädt, uns im großen Garten mit seinen Früchten zu verwöhnen  – Beeren, Zwetschken und Äpfel.

Tag 2: Montag, 9. Juli 2018

Feldkirch

Zum Frühstück essen wir ein paar Früchte aus dem Klostergarten. Vor dem Aufbruch besuche ich die Klosterkirche mit der Fidelis-Kapelle. Dieser Heilige – der zweite Patron Vorarlbergs – war einst Guardian in diesem Kloster. Mir ist er nicht bekannt.

Appenzeller Pilgerweg

Gleich hinter der Grenze beginnen die Appenzeller Berge. Es ist ein schöner, heißer Tag. Müdigkeit von den gestrigen 180-Kilometern sind noch in den Knochen. Heute wird es nicht weniger. Die Rast in Appenzell wird zugleich unser Frühstück – am Dorfplatz umgeben von den reich bemalten typischen Appenzeller Häusern. Wir sehen auch einige Wanderinnen und Wanderer, die den Appenzeller Pilgerweg gehen.

Die Appenzeller Berglandschaft ist eindrucksvoll. Vor uns der Säntis. Große Weiden, auf denen Kühe grasen. Der Via Jacobi geht hügelauf, hügelab.

Züricher See und Vierwaldstätter See

Eine Pause legen wir bei der Brücke ein, die den Züricher See im Südosten überquert, genau gegenüber der Burg und der Altstadt von Rapperswil. Für Sightseeing ist aber keine Zeit. Besonders hat es dann – nun schon in der Mittagshitze – die Passstraße auf den Etzel in sich. Hier wird schon deutlich, dass wir die geplante Fahrt über Einsiedeln wohl ausfallen lassen, um unseren Etappenort Flüeli überhaupt erreichen zu können. So werden nochmals die Wasserflaschen gefüllt. In der Kapelle am Etzelpass gibt es einen weiteren Stempel. Längere Pausen können wir uns nicht mehr leisten.s geht wieder eine Anhöhe hinauf, bis wir von dort zum Vierwaldstätter See hinunterfahren. Glücklicherweise erwischen wir sofort eine Fähre, um auf die andere Seite zu kommen. Die Sonne steht schon tief. Noch stehen aber einige Kilometer bevor. Auf einem Schotterweg fährt sich Jakob einen Platten ein. Flüeli liegt wunderschön in der abendlichen Sonne und von unserer Herberge aus haben wir einen eindrucksvollen Blick über die Schweizer Voralpen, während die Sonne untergeht. Zum Abendessen gibt es allerdings nur mehr Brotsuppe, wohl zu wenig nach einer Etappe mit rund 180 Kilometern und 2500 Höhenmetern in teils sommerlicher Hitze.

 

Tag 3: Dienstag, 10. Juli 2018

Flüeli

Das einzige kleine Lebensmittelgeschäft unweit vom Geburtshaus von Bruder Klaus sperrt erst um halb acht auf. So bleibt Zeit, zu früher Morgenstunde den Ort wahrzunehmen, mit einer Klosterschwester zu reden, deren Haus gegenüber vom Bruder Klaus-Haus steht, während Jakob noch ausschlafen kann. Frühstück gibt es dann auf der Terrasse in unserer Wohnung, die an die Jugendherberge angeschlossen ist. Hier könnte ein Dutzend Menschen untergebracht werden.

Obwohl die Tagesetappe lang sein wird, nehmen wir uns Zeit, um in die Ranft hinunter zu fahren, jenen Ort zu würdigen, der für das Leben des Schweizer Nationalheilgen, meines Namenspatrons, steht. Burder Klaus ist in die Einsamkeit gegangen, um ganz für die Sache Jesu da zu sein, als Einsiedler, der doch offen blieb für die Nöte der Zeit und so zum großen Friedensstifter der Schweiz werden konnte. In der Bruder-Klaus-Kirche auf dem Hügel wird gerade eine Messe gelesen. Die Tageslesung ist aus dem Buch Hosea mit der zentralen Botschaft: „Ich hasse eure Opfer, …“ Es ist eine befreiende Botschaft, die vielleicht auch eine Antwort darauf ist, das Leben von Bruder Klaus nicht im Sinne eines sich aufopfernden Kasteiens zu interpretieren.

Fahrt durch die Schweiz

Jakob hat eine Panoramastrecke gewählt. Von Sachseln hinauf zum Lungernsee und dann weiter auf den Brüningpass, dann hinunter, an seinem Westufer entlang, nun immer im Berner Oberland, hinunter zum Thuner- und Brienzersee, an deren Ufer wir fahren, nach Interlaken. Zum kulturellen Höhepunkt wird freilich der Aufenthalt in Fribourg mit der großen Kathedrale. Vom Osten kommend ist es ein eindrucksvolles Panorama, wie die mittelalterliche Stadt umgeben von einem Fluss auf einem 50 Meter hohen Felssporn thront. In die Altstadt geht es über eine der vielen Brücken. Dort gibt es nach dem Besuch des Freiburger Münsters St. Nikolaus eine Pizza. Da erst merke ich, dass es mit der Schweiz keine Roaming-Verträge gibt und mein Smartphone mit den vielen automatischen Internetverbindungen relativ viel automatisch online war. Das kommt teuer. Es bleiben noch etliche Kilometer bis zum Etappenort Romont – also wieder hinauf auf die Räder, nun im Gegenwind entlang von Kornfeldern und Wiesen bis wir diese kleine Stadt in der Westschweiz erreichen. Es ist wieder Abend geworden. Rund 150 Kilometer und 1900 Höhenmeter.

Romont

In der Talniederung der Glâne nordöstlich des Stadthügels befindet sich die Zisterzienserinnen-Abtei Notre Dame de la Fille-Dieu. Hier habe ich uns zur Übernachtung angemeldet. Allerdings haben die Schwestern längst schon alles geschlossen. Eine Bewohnerin des Gästetrakts rettet uns müde Radpilger aus der Notlage und wir können eines der Gästezimmer beziehen, ja uns sogar in der Gästeküche bedienen – so ganz wird der Hunger jedoch nicht gestillt.  Das Kloster reicht ins 13. Jahrhundert zurück. Es ist ein guter Ort für die Nacht.

 

Tag 4: Mittwoch, 11. Juli 2018

Romont

Frühmorgens schon sind wir in dem Städtchen auf dem Hügel. Beim Platz St-Jacques ist die Stiftskirche Maria Himmelfahrt (Notre-Dame de l’Assomption). Das gotische Gotteshaus reicht zurück in die Mitte des 15. Jahrunderts mit schönen Glasgemälden, die ebenfalls aus dieser Zeit stammen. Unweit davon ist ein Schloss, in dessen Innenhof ein großes altes Wasserrad zu sehen ist, mit dem sich in alten Zeiten die Bevölkerung das Wasser aus der Zisterne holte. Wie so oft schon stelle ich die „Durststiller“-Flasche der Caritas an den Rand – mache also etwas Werbearbeit für die so wichtige Aufgabe der Caritas.

Lausanne und Genfer See

Zunächst geht es in angenehmer Steigung auf eine Anhöhe hinauf, bevor wir zum Genfer See hinunter sausen können. Der erste eindrucksvolle Stopp wird Lausanne. Das Stadtbild wird beherrscht von der Kathedrale. Auf deren Vorplatz frühstücken wir und besuchen dann das imposante Gotteshaus. Es gilt als das bedeutendste gotische Bauwerk der Schweiz.

Die Fahrt entlang des Genfer Sees ist weniger verkehrsreich als befürchtet. Meist geht es durch irgendwelche Ortschaften, in denen es ohnehin Geschwindigkeitsbeschränkungen gibt und Autos zum Langsamfahren gezwungen sind. Jakob düst voraus, ich im Windschatten, besonders liebt er es, mit möglichst viel Tempo in einen der vielen Kreisverkehre hineinzufahren.

Genf

Nach all den vielen Kilometern, die wir durch relativ einsame Landschaften gefahren sind, wirkt eine solche Stadt noch lärmender. In einer der Einfahrtsstraßen essen wir – der Hunger wird allerdings nicht wirklich gestillt. In der Altstadt sehen wir einige der zentralen Bauwerke, die mit der Geschichte von Johannes Calvin verknüpft sind. Nach Jakob Huter sind wir hier an dem geschichtsträchtigen Ort eines noch viel bekannteren Reformators. Anders als der Hutmacher aus St. Lorenzen im Pustertal ist die Geschichte des Genfer Reformators auch verknüpft mit einer Legitimation von äußerster Gewalt. Wir besuchen die Kathedrale, in der Johannes Calvin 23 Jahre gepredigt hatte und die heute der Hauptsitz der reformierten Kirche ist. Der angeschlossene Hörsaal hat heute noch eine Innenausstattung wie im 16. Jahrhundert.

Rhonetal

Noch den Lärm und die Menschenfülle von Genf im Kopf geht es dann Richtung Frankreich. Die Rohne fließt hier aus dem Genfersee. Wir merken beide gar nicht den Grenzübergang. Allerdings sieht die Landschaft mit den kleinen Dörfern nun anders aus. Mich erinnert es an die Landschaft rund um Taizé. Kurz vor dem Etappenort stärken wir uns nochmals bei einer Rast an der Rhone.

Belley

Wieder sind es 180 Kilometer und 1600 Höhenmeter geworden. Zum Glück haben wir in dieser Ortschaft unsere Bleibe bereits reserviert. St. Anthelm ist ein ehemaliges großes Kloster. Jakob freut sich, dass unser Zweibettzimmer nach der Hl. Theresa benannt ist. Weniger freut es ihn allerdings, dass wir nach diesem langen Radtag in der Ortschaft nichts mehr zum Essen finden. Dafür ist es schon wieder zu spät geworden. Es geht sich gerade noch ein Bier aus, während die Menschen im Lokal die letzten Minuten eines WM-Halbinfalspiels sehen.

Tag 5: Donnerstag, 12. Juli 2018

Von Belley nach Tence

Das Frühstücksbuffet kommt dem Hunger und unserem Vorhaben für eine weitere große Radetappe ideal entgegen. Gleich zu Beginn haben wir eine ordentliche Steigung, die dafür aber Weitblicke gewährt. Im Osten sehen wir immer wieder das Massiv des Montblanc. Ohne die Navigation mit Hilfe des vorher festgelegten Routenplans würden wir diese Strecke wohl nicht so leicht finden. Ständig geht es hinauf und hinunter. Der Straßenbelag ist grob und verhindert ein leichtes Rollen. Unsere Rennradreifen werden auch an diesem Tag einem Belastungstest ausgesetzt. Mich wundert, dass wir uns nicht öfters einen Platten einfahren. Oft ist es eine Zick-Zackfahrt. Dafür sind wir auf diesen Sträßchen so gut wie allein. Es ist schon später Nachmittag, der Akku von Jakobs Garmin fast schon leer. Wir versorgen uns aus dem Lebensmittelgeschäft, wo auch das Navigationsgerät aufgeladen werden kann, und sitzen an der Rhone zum Essen, auf die wir überraschenderweise wieder gestoßen sind. Noch ahnen wir nicht, was dann kommt: Ein Schotterweg führt uns steil hinauf in eine Bergwelt – nochmals mit Panoramblick hinunter ins Rhonetal. Dann beginnt eine Gebirgsstraße auf einen Pass, wo wir einen wunderschönen Sonnenuntergang sehen. Das entschädigt die unerwartete Strapaze und schließlich geht es nun hinunter zum Etappenort.

Tence

Die Straßen dieser kleinen französischen Ortschaft sind mit Fähnchen geschmückt. Wir sind in einem kleinen, sehr einfachen Hotel. Es ist schon dunkel geworden. Zum Essen finden wir nichts mehr. In einem Lokal am Stadtplatz trinken wir Bier. Eine Kellnerin erkennt unseren Hunger und wir bekommen von ihr einen selbstgemachten Beerenkuchen zum Essen. Die Achillessehne von Jakob schmerzt.

 

Tag 6: Freitag, 13. Juli 2018

Tence

Unser Gastgeber versorgt uns – die einzigen Gäste – liebevoll mit einem Frühstück. Das baut etwas auf. Jakob hat starke Schmerzen und heute müssen die Schmerztabletten helfen. Da kommen schon auch Gedanken nach einem Abbruch der Tour. Die Etappe heute wird wohl kürzer werden. Nochmals fahren wir mehrmals in der Stadtmitte im Kreisverkehr. Nur langsam geht es die ersten Steigungen hinauf in Naturparklandschaften. Wir treffen nun wieder auf den historischen französischen Jakobsweg „Via Podiensis“.

Le Puy

In der mächtigen Kathedrale Notre-Dame nimmt der Via Podiensis, der wichtigste französische Pilgerweg, seinen Ausgangspunkt. Hier brechen auch viele für ihren Jakobsweg nach Compostela auf. Ab nun heißen die Tagesmenüs Pilgermenüs und wir stärken uns damit vor dem obligaten Besuch in der eindrucksvollen Kathedrale. Besonders hier – wie aber an vielen Orten – denke ich an den Film „Pilgern auf Französisch“, den ich mit meinen Schülerinnen und Schülern schon oft gesehen habe, weil er so viele Lebensweisheiten liebevoll auf den Punkt bringt.

Es geht dann gleich hinauf ins Zentralmassiv. Die Landschaft motiviert zum Radeln. In einem Restaurant füllen wir mit kaltem Wasser wieder unsere Radlflaschen. Wenn kein Brunnen zur Verfügung steht, wird dies selbstverständlich gemacht. Unser Etappenort – es wird unsere kürzeste Etappe knapp unter 100 Kilometer aber doch mit vielen Höhenmetern – wird Saugues.

Saugues

Ab jetzt brauchen wir kein booking.com mehr. Pilgerherbergen bieten sich an und so kommen wir gleich gut in Berührung mit den Wanderpilgerinnen und -pilger, mit denen wir die Schlafsäle und die Küche teilen. Dieses enge Zusammenwohnen schenkt das Gefühl einer Familie, wo man Rücksicht aufeinander nimmt, dazu schaut, dass das Geschirr abgewaschen wird oder die im gleichen Zimmer Schlafenden nicht geweckt werden. Für uns ist es wieder zu spät zum Einkaufen. Das einzige Lebensmittelgeschäft in diesem Ort hat längst schon geschlossen. In der Altstadt essen wir noch eine Pizza. Es ist der Vorabend zum Nationalfeiertag und eine Feuerwehrmusikkapelle marschiert auf, begleitet von all dem, was zu einer Feuerwehr gehört.

Tag 7: Samstag, 14. Juli 2018

Saugues – Zentralmassiv

Französischer Nationalfeiertag. Wir bewegen uns auf wechselndem Gelände in der einsamen, wunderschönen Hochebene. Immer wieder treffen wir auf romanische Kirchen. Ein paar Mal bremsen wir ab, auch um die Landschaft wahrzunehmen, die Weideflächen, auf denen Kuhherden grasen. Einer der Pässe führt uns bis auf über 1200 Meter. Mittags zuerst wieder ein Besuch in einer größeren romanischen Kirche – quasi ein Mittagsgebet vor der Pizza – und dann wieder gestärkt auf den nächsten Pass, 1300 HM, hinauf, hinunter zu einer großen Benediktinerabtei, Aubrac, aus dem 11. Jahrhundert, bevor es in das Tal des Lot hinunter geht. Kurz vor dem Etappenziel ist St. Come-d’Olt nochmals ein kultureller Höhepunkt, eine liebevoll restaurierte Stadt mit einer Kirche, die einen gedrehten Turm hat. Wir überlegen kurz, ob wir nicht schon hier übernachten sollten, doch nochmals auf die Räder und weiter …

Espalion

Die reizvolle Stadt liegt am Ufer des Lot. Es geht über die malerische Brücke, die wir gleich mehrmals fotographieren, direkt in die Altstadt an dem Lot, wo wir auch gleich eine der zahlreichen „Gite d’etape“ finden. Um zu einem Supermarkt zu kommen, müssen wir allerdings nochmals auf die Räder – doch der Einkauf lohnt sich und wir können ein Superabendessen zubereiten, bevor wir noch einen Stadtbummel machen und den Sonnenuntergang über dem Lot in unseren Herzen und fotographisch festhalten. Wir stehen auf der Bogenbrücke aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist aus rotem Sandstein und leuchtet daher in besonderen Farben. Am Flussufer führen steinerne Stufen von ihren alten Häusern mit ihren Holzbalkonen bis an das Wasser. Früher einmal gab es hier viele Gerbereien.

Tag 8: Sonntag, 15. Juli 2018

Espalion – Estaing – Conques

Am heutigen Tag geht es bis zu unserem Etappenort bis auf einen kleinen Abstecher nur mehr lotabwärts, vorbei an der romanischen Kirche und frühmorgens sind wir in der mittelalterlichen Stadt Estaing. Der Wander-Jakobsweg ist hier Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. Weiter geht es zum nächsten Höhepunkt: Die Stadt Conques mit der mächtigen Klosteranlage Saint-Foy. Das einzigarte Flair dieser mittelalterlichen Stadt ließe sich gar nicht beschreiben – so wie ich die Fülle all des bisher bereits Gesehenen nur bruchstückhaft schreibend festhalten kann.

Dem Lot entlang

Im Vergleich zur angenehmen Temperatur im Zentralmassiv, wo wir gestern fast den ganzen Tag unterwegs waren, ist hier auf weniger als 200 Meter Seehöhe sommerliche Hitze angesagt. Der Lot mäandert rund 100 Kilometer dahin. Es gibt so gut wie nie eine gerade Strecke. Am späteren Nachmittag zeigt die Temperatur bis zu 35 Grad an. In einer Stadt, wo wir mittags eine Pizza essen, wird – wie wohl überall in ganz Frankreich – ein Gasthaus für das WM-Finalspiel hergerichtet. Man spürt die Aufregung: Wird Frankreich gegen Kroatien gewinnen und Weltmeister werden? Wir fragen uns, ob wir es bis zum Finalspiel zum Etappenort schaffen. Jakob möchte etwas von der Atmosphäre bei einem Public Viewing mitbekommen. Kurz vor unserem Ziel brauche ich – ziemlich erschöpft von der Hitze des Tages – am Stadtrand eine Pause für den letzten Müsliriegel.

Cahors

Gleich in der Nähe unserer Pilgerherberge – wir sind im Dachgeschoß, wo es warm ist, wofür sich der Gastgeber gleich mehrmals entschuldigt – bekommen wir bei einem großen Public Viewing noch das Ende des Finalspiels mit. Die Franzosen feiern kräftig, dass sie Weltmeister geworden sind. Hupende Autos, auf denen Menschen sitzen. Die Trikolore der französischen Nationalflagge ist allgegenwärtig ob als Fahne oder auf den Körper geschmiert. Nach dem Besuch des Wahrzeichens von Cahors, einer mächtigen Bogenbrücke über den Lot, finden wir in dieser vom WM-Taumel geprägten Stadt erst spät etwas zu essen.

Tag 9: Montag, 16. Juli 2018

Cahors bis Condom

Prächtig ist die Kathedrale von Cahors. Einstimmung am Morgen. Das Wahrzeichen der Stadt, die mächtige Bogenbrücke, hatten wir gestern schon gesehen. Es geht wieder hinein in eine wellig-hügelige Gegend, Sonnenblumenfelder, den ganzen Tag heißt es heute – Hügel, Hügel, Hügel. Kaum Autos. Einmal wird die Straße zum Gatschweg und wir müssen unsere Räder in einem Teich baden. Mein Rad wird dann bis zum Ende der Reise vom eingetrockneten Lehm schmutzig sein. Zwischen den langen Landschaftsfahrten laden Städte – wie Moissac – zum Staunen ein. Dort haben wir vor der riesigen Kathedrale die Mittagspause. Die Abtei Eglise Saint-Pierre gilt als eines der schönsten romanischen Baudenkmäler Frankreichs. Die aufgestaute Garonne überqueren wir, bevor es wieder einen der gefühlten 100 Hügel hinaufgeht. Der Regen erwischt uns nicht wirklich.

Condom

Es wird eine der schönsten komfortabelsten Pilgerherbergen. Nach den vielen Kilometern und Höhenmetern können wir unseren Kalorienbedarf mit einem Kilo Nudeln stillen. Im Garten der Herberge ist es angenehm. Wir benützen die Waschmaschine und werden morgen mit frischem Radlergewand starten können.

Tag 10: Dienstag, 17. Juli 2018

Condom bis Navarrenx

Es gibt ein reichhaltiges Frühstück. Vor dem Aufbruch noch Gebet und Kultur in der Kathedrale. Den ganzen Tag werden wir mit wunderbarer Landschaft auf einsamen Straßen verwöhnt. Wir sind nun im französischen Baskenland. Zum erstenmal gelingt es uns nicht, auf Anhieb eine Herberge zu finden und wir müssen nochmals am Abend – teils steil hinauf – weiterfahren. Aus dem erhofften früheren Ankommen wird wieder nichts. Jakob befürchtet schon, dass wir nichts mehr zum Essen bekommen. Es wird schon nach sechs, als er nochmals kräftig in die Pedale tritt, über viele Steigungen hinauf, nun sehen wir schon deutlich die Pyrenäen im Hintergrund in der Abendsonne. Zum Glück werden dann im Etappenort die zwei wichtigsten Bedürfnisse schnell gestillt: Wir finden in einem alten Kloster eine Pilgerherberge und gleich in der Nähe sitzen wir bei einer alten Stadtmauer und haben ein reichhaltiges Pilgermenü bei den letzten Sonnenstrahlen – die hier so viel später untergeht als daheim. Weil wir uns beim ersten Gang gleich mehrmals bei einem Salatbuffet bedienen dürfen, bleibt kein Hunger offen – und wir sind auch die letzten Gäste im Lokal.

 

Tag 11: Mittwoch, 18. Juli 2018

Navarrenx

Unser letzter Tag in Frankreich. In einer Bäckerei besorge ich uns leckere Croissants und Baguette. Es ist ein gutes Gefühl, nun so nahe der spanischen Grenze zu sein. Die Ausläufer der Pyrenäen sind spürbar. Eine Zeitlang leistet uns ein französischer Rennradfahrer Gesellschaft – und Jakob und hintendrein ich – können von seinem Windschatten profitieren.

St-Jean-Pied-de-Port

Das malerische Städtchen ist für viele Jakobuswallfahrer ein beliebter Ausgangspunkt. In der Altstadt mischen sich Touristen und Pilger. Beim Nivefluss, der von schönen Brücken überspannt ist, jausnen wir, besuchen noch eine Kathedrale – und auf nach Spanien.

Grenzübergang und Pyrenäen

Der Grenzübergang von Frankreich nach Spanien am Fuß der Passstraße war emotional ein lang erwarteter Augenblick. Verlassene Grenz- und Zollstationen sind Zeugen einer Zeit vor Maastricht. Balken und Zäune, die hier abgebaut wurden, sind dafür heute an der Südküste Spaniens errichtet. Während wir sorglos über die Grenze fahren, werden sicher wieder einige Bootsflüchtlinge in Spanien landen, dankbar zumindest, dass es noch ein Land gibt, das sie aufnimmt.

Eigentlich fühle ich mich gut und voller Erwartung, den Pyrenäenpass hinauf zu fahren. Jakob zieht etwas ab. Weiß nicht, woher die Unaufmerksamkeit kam, jedenfalls liege ich unvermittelt im Straßengraben, Knie blutet von der Schürfwunde und es macht mich etwas unsicher. Ich achte nun gut auf den Puls, allerdings merke ich genügend Kraft und versuche nun mit Jakob auf die Ibaneta-Passhöhe hinaufzuziehen, je weiter es nach oben geht, desto schneller – und die letzten 200 Meter sprintet Jakob hinauf. Wir sind etwas über 1000 Meter. Die Steigung war stets moderat und im Schatten von Buchen- und Kastanienbäumen. Eigentlich hätte ich mir die Pyrenäen mit mehr Anstrengungen erwartet.

Auf der Passhöhe treffen wir eine fünfköpfige Familie aus Lans, die teilweise mit E-Bikes unterwegs sind – u.a. um einen Anhänger zu ziehen. Sie werden sich viele Tage Zeit nehmen, um Santiago zu erreichen.

Etwas unterhalb des Passes liegt die alte Klosteranlage Roncesvalles Die Einsamkeit, die wir entlang des französischen Jakobsweges im Zentralmassiv hatten, ist hier endgültig vorbei. Für Sightseeing nehmen wir uns dort oben keine Zeit. Zielstrebig – auch weil im Süden Regen- und Gewitterwolken aufziehen – sausen wir Pamplona entgegen. Noch sind es 50 Kilometer. Zuvor aber noch stehen zwei moderate Pässe bevor. Von dort weg bin ich im Windschatten von Jakob. Hat wohl Hunger und will endlich ankommen. Er saust dann durch die Vorstädte von Pamplona. Eindrucksvoll ist die Einfahrt in die Altstadt durch die alten Stadtmauern von Pamplona.

Pamplona

Und wieder finden wir in der Pilgerstraße sofort eine Herberge, wo wir auch kochen können. Junge Menschen bevölkern die Straßen der Innenstadt. Eine Literflasche spanisches Bier trinken wir am Plaza del Castillo, wo wir die Stadt auf uns wirken lassen. Gedanken an die Stierkämpfe, die hier stattfinden, sind nicht angenehm.

 

Tag 12: Donnerstag, 19. Juli 2018

Pamplona

Wir schlängeln uns mit den Rädern durch die Fußwallfahrer, die ebenfalls schon zuhauf aufgebrochen sind. Wenig außerhalb der Stadt geraten wir auf einen Schotterweg. Und wieder hat Jakob einen Platten. Wir sind dann auf breiten Straßen unterwegs, trotzdem keine Autos, weil sie alle die parallel dazu laufende Autobahn benützen.

Puenta la Reina

Dieses Städtchen ist reich an religiös bedeutsamen Denkmälern. Junge Menschen informieren hier engagiert die Pilgerinnen und Pilger über die historischen Schätze. Eine Kirche, die von Templern begründet worden ist. Etwas außerhalb des Ortes geht es über eine romanische Brücke, die zur schönsten auf dem gesamten Jakobsweg zählen soll.

Estella – Logrono

Nach sehr viel Landschaft wirkt diese Stadt noch mehr. Im Schatten der Hauptkirche San Petro essen wir.

Dann wieder Landschaft, nun oftmals auch Weinberge, die fast an Südtirol erinnern und neben kleinen spanischen Straßendörfchen wieder eine größere Stadt. Es würde unser Fassungsvermögen völlig überschreiten, würden wir in jede der großen romanischen Kirchen gehen. Das Bedürfnis ist mehr nach einem dreigängigen Pilgermenü in der zentralen Flaniermeile.

Dann wieder sanfte Hügelwelt, durchsetzt von Weinstöcken, Weizen- und Roggenfelder, viele noch nicht abgeerntet. Nur einmal geraten wir ein kleines Stück auf einen nicht mehr befahrbaren Feldweg, der steil auf eine Anhöhe führt.

Santo Domingo de la Calzada

Wie schon von Beginn der Reise an, war auch dieser Tag voller Unbekanntheiten, neuer Eindrücke, die sich in ihrer Fülle kaum mehr ordnen lassen. Als wir am Morgen von Pamplona wegfuhren, hatten wir nicht geahnt, wie die Landschaft sein wird, welche Höhen und Tiefen es geben wird, wo wir und was wir essen werden – und schließlich: wo und wie unsere Unterkunft sein wird. Ob wir wirklich diesen Etappenort erreichen werden, war auch nicht ganz fix.

Es ist ein größeres Städtchen und die Hauptpilgerherberge sehr groß. Dennoch sind Jakob und ich allein in dem großen Schlafsaal. In der Küche konnten wir uns noch das Abendessen richten. Mehr Zeit bleibt wieder nicht. Der beleuchtete Turm der Hauptkathedrale leuchtet ins Dunkle unseres Zimmers.

 

Tag 13: Freitag, 20. Juli 2018

Santo Domingo

Die armen Hähne in einem Käfig im Innenhof der Herberge wecken auf. In dieser Herberge, sie war mit 7 Euro pro Person die günstigste, heißt es schnell aufstehen, frühstücken – wir hatten noch eine große Portion Eiernudeln vom Abend – und hinausgehen. Um 8:00 sollten alle Pilger das Haus verlassen haben. So schnell kommen wir allerdings nicht weg. Jakob hat wieder einen Patschen. Ein paar sanfte Regentropfen. Nach einem längeren Einfahren bremsen wir bei einer Bäckerei für gute Kekse und Baguettes. Dann geht es stundenlang durch eine zauberhafte Landschaft. Ein wenig vertragen wir sogar die Regenjacken. Auf diesen Straßen begegnen uns fast nie Autos. Freilich gleiten die Gummireifen der Rennräder auf diesen oft holprigen Betonfahrbahnen weniger schnell als auf einer glatten Asphaltstraße. Wir aber können in die Natur eintauchen.

Burgos

Knapp vor Burgos, dort wo schon die Industrieanlagen, Einkaufszentren und Wohnblocks beginnen, hat Jakob seinen 2. Patschen. Wir haben keinen ganzen Ersatzreifen mehr und das Flicken funktioniert nicht so recht. Das hält uns mehr als eine Stunde auf. In einem Supermarkt kaufen wir uns das Mittagessen ein, das wir dann am Hauptplatz vor der einzigartigen Kathedrale essen. Sie hat mit vielen Türmen und Türmchen unglaubliche Dimensionen. Der Eintritt ist heute gesperrt. Der Pilgerweg führt durch ein imposantes Stadttor aus dem 14. Jahrhundert hinaus aus der Stadt. Wir fahren bald über eine Hochebene. Wolken tragen das ihre dazu bei, diese Landschaft noch schöner zu machen. 25 Kilometer vor unserem Etappenziel nochmals Rast in einem der kleinen Pilgerorte, über dem diesmal eine Burgruine auf einem Hügel thront. So hatten die Jakobspilger des Mittelalters immer den Schutz der Ritter. Ein kräftiger Rückenwind bläst uns nun auf einer unendlich langen Gerade direkt zum heutigen Tagesziel. Es sind wieder 160 Kilometer geworden und an die 1300 Höhenmeter.

Fromista

Es wird wieder Abend, bis wir in Fromista ankommen. Schnell finden wir die Herberge und direkt vor dem wichtigsten Ort dieser Pilgerstadt sitzen wir im Gasthaus bei einem dreigängigen Pilgermenü, zu der auch eine Flasche Wein gehört. Die Kirche aus der spanischen Frühromanik leuchtet in der Abendsonne.

 

Tag 14: Samstag, 21. Juli 2018

Fromista und Meseta

Die Gegend, durch die wir heute fahren, heißt Meseta und hat den Ruf, zur heißesten Gegend Nordspaniens zu gehören. Für uns ist dies momentan nicht so. Die Temperatur ist angenehm kühl. Allerdings haben wir leichten Gegenwind. Jakob bemerkt einmal: Ich habe das Gefühl, mein Fahrrad pickt. Hier ist wahrlich die Kornkammer Spaniens, Straßen, die kerzengerade in den Horizont reichen, riesige Felder. Der oft mit Alleebäumen gesäumte Weg für die Pilger geht meist direkt neben der Asphaltstraße. In einer kleinen Ortschaft Sahagun sitzen wir bei römischen Mauerresten am Stadtplatz zu einem weiteren Frühstück mit Baguette und Ziegenkäse und Obst, während ein Markt aufgebaut wird. Einige der Straßenhändlerinnen und Händler haben sich römisch verkleidet. Weiter geht es in die Ebene hinein. Kleine spanische Städte laden zu Pausen ein, am Marktplatz sitzen, an einem Brunnen die Trinkflaschen auffüllen.

León

Nach den endlosen Landschaften wirkt die Stadt noch größer. Zunächst gibt es ein dreigängiges Pilgermenü in der Altstadt, dann lassen wir uns von der Kathedrale beeindrucken, die neben den Kathedralen von Chratres und Reims zu den drei schönsten Werken französischer Gotik zählt. Beeindruckend ist vor allem die Farbenpracht der Glasfenster. Jakob dreht noch eine Runde vor den mächtigen Portalen und weiter geht es zu unserem heutigen Etappenort.

Astorga

Man merkt sofort bei der Einfahrt, dass Astorga zur Zeit der großen Wallfahrt im Mittelalter eines der wichtigsten Pilgerzentren des Jakobsweges war. Wir sind nun rund 250 Kilometer vor dem Ziel, noch zwei Rennradetappen. Auf dem ausgewiesenen Pilgerweg hinauf in die Stadt geht es durch das Tor einer alten Stadtmauer, vorbei an Palästen und im Zentrum eine mächtige Kathedrale mit einer Fassade, die gotisch, barock und im Stil der Renaissance zugleich ist. Allerdings können wir um diese Abendzeit keinen Besuch mehr machen. Dafür finden wir gleich neben ihr eine Pilgerherberge mit einem radbegeisterten Gastgeber, der uns liebevoll aufnimmt. Jakob kocht wunderbares Champignon-Risotto. Wir sind es nun schon so gewohnt, im Schlafsaal und in Doppelstockbetten zu schlafen und uns mit anderen Pilgern Bad und Dusche zu teilen, dass es uns dieses Pilgertreiben schon abgehen würde. So bekommen wir jedenfalls immer auch ein Stück des Lebens der Fußpilger mit, an denen wir untertags vorbeiradeln.

Tag 15: Sonntag, 22. Juli 2018

Astorga

Die Kathedrale mit ihrer imposanten Westfassade ist noch geschlossen. Wir frühstücken im Halbdunkel in der angenehmen Pilgerherberge. Einige Pilger brechen schon im Dunkeln auf, da es hier so weit im Westen ja erst um 6:00 herum hell wird. Wieder sind die Temperaturen für Spanien sehr kühl. Wir fahren sogar mit Jacke. Dass überall auf dieser Welt aufgrund der klimatischen Veränderungen das Wetter verrückt spielt, wird begreifbar. Für uns Radelnde ist es zwar angenehm, doch denke ich an all die negativen Auswirkungen. Es hat lediglich 12 Grad. Früher waren in diesem Gebiet im Juli Temperaturen um die 40 normal. Dafür soll es im Norden Europas Temperaturen weit über die 30 Grad haben. Ich bin froh, dass wir mit unseren Fahrrädern eine klimafreundliche Fortbewegungsart gefunden haben.

Über galizische Pässe

Einige von ihnen, die vor uns aufgebrochen sind, sehen wir entlang des Weges hinaus aus der Stadt, hinauf auf den ersten von drei Pässen heute mit eindrucksvoller Gebirgswelt und Fauna, so dass ich mehrmals abbremse, um ein Foto zu machen, will die Schönheit festhalten, die uns begegnet, dem Heidekraut und den Ginstersträuchen. Oben am Manzanal-Pass ist das Fruz de Ferro. Rund um die hohe, krumme Holstange mit dem eisernen Kreuz darauf türmt sich der Hügel der Steine, die von den Pilgern der Jahrhunderte hierhingelegt wurden, es finden sich aber auch andere Utensilien wie abgerissene Gangschaltungen, die wahrscheinlich ein unglücklicher Radpilger nach einer Panne hier abgelegt hatte. Es geht dann schnell hinunter, durch ein Dorf mit einer engen Durchfahrt – hier saust mir Jakob dann davon, so dass ich irritiert an einer Kreuzung stehe und ihn anrufe – wo bist du? Es geht hinunter in eine weite, fruchtbare Talebene, die zwischen mehreren Pässen liegt. Im Hintergrund im Norden sind die Kordilleren. Man könnte fast meinen, irgendwo in Österreich oder der Schweiz zu sein.

Ponferrada

Wir sind mittags nach einer langen Abfahrt in die Ebene in dieser Stadt mit der eindrucksvollen Templerburg, sitzen vor der Kathedrale und stärken uns für die letzten beiden Pässe mit den Baguettes und dem Käse, den wir zuvor in einer anderen Stadt gekauft hatten. Einheimische sind sonntäglich gekleidet und gehen hier in die Kirche.

Wir fahren durch eine einzigartige Bergwelt mit subtropischer Vegetation. Hier gedeihen auch Eukalyptusbäume. Etwas unterhalb eines Passes liegt ein Keltendorf, das heute unter Denkmalschutz steht und touristisch aufbereitet ist. Keltische Bauernhäuser mit Mauern aus klotzigen Quadern, Kegeldächer aus Stroh, eine romanische Kirche, in der sich das Gralswunder ereignet haben soll. Im Dorf gibt es eine Mischung aus Touristen und Pilgern, von denen die meisten um diese Tageszeit hier ihr Etappenziel gewählt haben und sich in den Gastgärten ausruhen.Vom Cebreiro-Pass auf rund 1300 Meter können wir in das Land hineinblicken. Die Abfahrt vom letzten der drei Passhöhen des heutigen Tages ist wunderschön. Wälder und Wiesen, saftiges Grün, wie man es für Spanien nicht erwarten würde.

Samos

Ein prächtiges Kloster mit einer imposanten Renaissance-Fassade liegt in einer scharfen Kurve am Fuße des Passes im engen Talgrund. Weil wir bis zum Etappenziel noch etwas Zeit haben, entscheiden wir uns für einen Besuch. Der lohnt sich. Wir müssen nicht lange auf die Führung warten, die ein Benediktinerpater auf Spanisch hält. Übersetzung ist nicht nötig. Die Gebäude, das Kloster, der Kreuzgang mit einem überdimensionalen Brunnen, die Gemälde und vor allem die Klosterkirche sprechen für sich. Es ist das älteste Kloster Spaniens, dessen Gründung auf das Jahr 650 zurück geht.

Sarria

In dieser Stadt gut 100 Kilometer von Santiago entfernt und nach den Pässen Spaniens sind wir nun wirklich in der Hochburg der Pilger. Durch die Pilgerstraße ist an diesem Sonntag ein Downhillparcours aufgebaut und es findet gerade ein Rennen statt. So quetschen wir uns am Rand die Straße hinauf auf der Suche nach einer Pilgerherberge. Wir werden bald fündig – und auch das Pilgermenü schmeckt herrlich. Santiago ist nun zum Greifen nahe. Es ist fast so eine Stimmung wie bei der letzten Etappe der Tour de France.

Tag 16: Montag, 23. Juli 2018

Sarria

Schon frühmorgens in der Herberge höre ich ein ununterbrochenes Geräusch der Stöcke der Pilger, die auf der granitsteinernen Pilgerstraße Richtung Santiago aufgebrochen sind. Für sie sind es noch drei Tagesetappen, für Jakob und mich 130 Kilometer, so dass wir nachmittags unser Ziel erreicht haben werden. Auf dem Weg zur Bäckerei gehe ich dem Pilgerstrom entgegen.

Unsere Strecke raus aus Sierra geht zunächst auf eine kleine Anhöhe hinauf. Es ist neblig und angenehm kühl, jedenfalls nicht so, wie man es für Spanien erwarten würde. Dort, wo wir dem Pilgerweg entlangfahren – und das geschieht heute sehr oft – ist ein fast ununterbrochener Strom von Pilgern. Erste Rast wird in dem Ort Puertomarin vor einer romanischen Wehrkirche aus dem 12. Jahrhundert. Die nächsten 70 Kilometer bekomme ich links und rechts von der Straße wenig mit. Ein Rennradfahrer gibt uns Windschatten, dabei geht es ständig auf und ab, als mit weit über 30 km/h hinunter, darauf achten, zum einen im Windschatten zu bleiben, zum anderen auf dem schmalen Fahrstreifen rechts, komme ich auf die weiße Linie, dann rattert es, komme ich zu weit rechts, bin ich auf den gelben holprigen Markierungspunkten. Etwas außerhalb von Santiago wählen wir dann wieder den Pilgerweg. Vorbei am Flughafen von Santiago. Vor dem eigentlichen Ziel mit Blick auf die Stadt verbringen wir in der Mittagssonne noch auf dem Monte de Gozo besinnliche Minuten. Von meinem Hinterreifen hängen inzwischen Gummifetzen. Einen Tag länger dürfte ich nicht fahren. Die Türme der Kathedrale ragen aus dem Häusermeer.

Ankunft in Santiago

Der letzte Kilometer geht über die steinernen Granitplatten des Pilgerweges, der direkt zum Zentrum, der Kathedrale führt. Pilger und Touristen drängen sich in den engen Straßen der Altstadt mit den vielen Restaurants und Herbergen. Und dann stehen wir auf dem Plaza del Obradoiro, nach über 2400 Kilometern und fast 30.000 Höhenmetern haben wir es geschafft. 16 Tage am Rad: Absam – Santiago de Compostela. Wir sind beide dankbar, das Ziel erreicht zu haben. Zugleich spüren wir: Nicht das Ziel, nicht diese Stadt hier und die Kathedrale sind das Wichtigste, sondern es war die Fahrt dorthin – unser Radpilgerweg. Was so oft formuliert wird – der Weg ist das Ziel – wird für uns sehr spürbar. Dennoch folgt das Zielfoto: Wir beide vor der großen Westfassade der Jakobskathedrale von Santiago, gemeinsam mit Rom und Jerusalem einer der drei heiligsten Orte der Christenheit. Fast ununterbrochen kommen Pilger auf diesen Platz. Nur vereinzelt sind es aber Radpilger. Nachdem wir die Ankunft auf dem Platz genossen hatten, suchen wir eine Pilgerherberge auf. Zuvor aber bekommen wir im Pilgerbüro mit unseren Pilgerpässen offiziell bestätigt, dass wir Jakobspilger sind.

Santiago de Compostela, 24. Juli 2018

Erst am nächsten Tag, es ist der Vortag des Jakobitages, besuchen wir ausgiebig die Kathedrale. Der Eingang geht durch das Südportal. Im Inneren ist die romanische Grundstruktur gut zu erkennen. Es ist die größte romanische Kathedrale der Welt. Der Blick wird auf die Mitte gezogen, wo mächtige goldene Engel einen Baldachin über dem Altar tragen, und fokussiert sich dann auf die Statue des Heiligen Jakobus direkt beim Tabernakel. Andacht kommt jedoch keine auf. Die Stimmung ist wie in einer alten großen Bahnhofshalle. Menschen reden, fotografieren, man geht wie bei einer Sensation hinauf zur Statue des Jakob, um die Hände auf seine Schultern zu legen. Jakob und ich gehen direkt zum Grab mit dem Reliquienschrein und verbringen dort einige Minuten schweigend. Jakobus der Ältere, möge seine Kraft uns selbst Kraft für die Herausforderungen des Lebens geben!

Der Camino von Absam bis Santiago de Compostela hat uns über viele Pässe und Hügel, durch unzählige kleine und große Ortschaften, imposante Städte und verlassene Dörfer, durch den Westen Tirols und quer durch Vorarlberg, durch die Schweiz von Ost bis West und Frankreich und dann Nordspanien geführt. Einen Pausentag haben wir uns nicht gegönnt. 16 Tage mehr oder weniger am Stück am Fahrrad, viele Gebete in wunderschönen Kirchen, interessante Menschen in den Pilgerherbergen, freundliche Gastgeber, vor allem aber: viel Natur. Manche Etappe wurde sehr lange – und überraschend viele Höhenmeter sind es geworden. Vor allem aber – trotz aller Anstrengung: Jakob und ich haben fast ausnahmslos super harmoniert. War einmal jemand schwächer oder wollte schon eine Tagesetappe früher beenden, so war der andere Motivator, war ich selbst müde, so nützte der Windschatten. Während Jakob immer wieder seine GPS-Koordinaten prüfte, hatte ich kurze Zeiten, um ruhend Landschaften oder Orte aufzunehmen. Wir haben Hunger und Durst gespürt, weshalb die frischen Baguettes aus einer Bäckerei oder der Ziegenkäse, die Pilgermenüs und vor allem auch das Bier am Abend umso besser geschmeckt haben. Wir haben es geschafft – so knie ich dankbar vor dem goldenen Sarkophag des Apostels Jakobus.

Kommentare

  1. Gratulation euch Beiden,
    Eine wahrlich tolle Leistung. Es freut mich vor allen Dingen, dass ihr euch die Zeit genommen habt und dass ihr so viele gemeinsame Erlebnisse erleben durftet. Schön für euch. Gott schütze euch!
    Willi

  2. „Mit den Rennrädern entlang des Camino“ – das klingt schon ein wenig sonderbar, irgendwie komisch, wie gegenläufig für ein einfaches Gemüt, in dem Geschwindigkeit (das ‚Renn…“ beim Rad) und Pilgern (das ich spontan nach wie vor mit ‚Gehen‘ verknüpfe) nicht sofort in Einklang zu bringen sind. Meinen Respekt, ihr Radpilger, vor solchen Tagesleistungen erblasst ein nicht ganz unerfahrener Touren-Radfahrer und macht seinen „chapeau en passant“ mit heftiger Klingelbegleitung natürlich als Ausdruck der Freude. Voller Erlebnisse und Begegnungen sind Eure Tage gewesen und Eure Freundschaft hat sich bewährt, lese ich und während ich das schreibe, steigt ein Lächeln in mir auf – ich freue mich mir Dir, Klaus und Deinem Gefährten, dass alles gut gegangen ist. Eine Frage erlaube ich mir anzufügen – es ist vielleicht auch eine verkleidete Bitte an Euch, die Erfahrenen: Was hat die Pilgerei mit Deinem/Euren Glauben gemacht?

    1. Lieber Walter, du hast in Bezug auf einen gewissen Pilgerpurismus Recht, dass Pilgern mehr mit Langsamkeit und nicht mit „Renn“ verbunden ist … tatsächlich haben aber nur unsere Räder das Präfix „Renn…“, was eben bedeutet, dass sie leichter sind und mit weniger Widerstand rollen, was dafür eben mehr Zeit gibt für besinnliche Minuten in einer Kirche oder ein Pilgermenü in einer Stadt, ohne dafür ganz ausgepumpt zu sein … kurzum: du kennst die Gegend und weißt, wie einsam so manche Strecke über die Appenzeller Alpen, das französische Zentralmassiv oder die spanischen Pässe ist, so dass das leichte, gleichmäßige Watttreten immer auch zur inneren Einkehr führt, weswegen auch dein berechtigtes religiöses Nachfragen schon etwas beantwortet ist. Auch die Erfahrung, als Vater-Sohn-Team diese Strecke zu fahren, hat für mich eine religiöse Komponente – und vor allem auch das Wissen, dass Radfahren – und da bist du ein Experte – die tägliche Begegnung mit Gottes wunderbarer Schöpfung ist, die durch kein Stahl-Blech-Gehäuse und Windschutzscheibe aufgehalten wird. Lg und Danke für deinen Kommentar.

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