Weg ist Ziel irgendwo in Tirol

Den automobilen Versuchungen widerstehen,
nicht schneller dort sein wollen und schneller wieder zurück,
selbst möglichst nicht beitragen wollen,
die Erde noch mehr aufzuheizen,
mit Rad zum Bahnhof,
mit Zug nach Imst,
mit Bus zum Ausgangspunkt,
so im Kontakt mit Menschen sein,
Einheimischen und Touristen.

Das Smartphone nun Flugmodus,
im Jetzt und Hier will ich sein,
das Beobachten von anderen,
die fahren und warten,
für Gespräche und Wahrnehmen von Mitreisenden,
viele von ihnen,
beim Einstieg zufrieden ihre VVT-Ganzjahreskarte hinhebend,
es gibt sie,
die Entwicklungen zum Guten.

Wartezeiten geben Gelegenheit
für ein Gebet in der Kirche
vor der Bushaltestelle nach der Tour,
dankbar für heilende Entschleunigung
in einem oftmals gehetzten Leben,
dem Hamsterrad entkommen.

Platz hier auf Erden finden,
der Raum gibt zum ganzheitlichen Leben,
Sternstunden im Hier und im Heute
mit Blick zu dem Stern,
wo Erfüllung wird sein.

Sich über den Regen freuen,
der den Blumen und Gräsern schenkt neuen Duft,
sich immer wieder bücken
für Preiselbeeren und Moosbeeren am Wegesrand,
der brüllenden Kuh mit ihrem Kalb lieber ausweichen,
dem tosenden Wasser lauschen,
das es gibt hier in Fülle,
wonach Millionen sich sehnen.

Bei der Übernachtung auf der Hütte
sich mit dem Hochgebirge anfreunden
und wieder die Gelegenheit
beim Warten und Essen,
Begegnung mit Menschen,
viele von ihnen sind noch jung,
als Einheimischer unter Fremden,
Tiroler Dialekt inmitten unter Hochdeutsch,
freundlich das Hüttenpersonal.

Im Matratzenlager,
selbst der Schnarcher irgendwo ober mir
ein von Gott geliebtes Geschöpf,
wach liegen in der Nacht.

Es zählt heute nicht der Gipfel,
es zählt der Weg,
die aufsteigenden Nebel,
zärtlich nass von Tautropfen die granitenen Steine,
der Blick wird frei für den Himmel,
gegenüber donnern Felsbrocken von den Wänden,
hallen von den Felswänden gewaltig wider,
Erderwärmung und aufgelöster Permafrost
lässt das Herz erschrecken,
sollten es doch alle hören,
die mit ihrem Verhalten zerstören das Klima!

Beim Frühstücken inmitten der Berge
dann selbst entdecken,
der wächsern eingepackte Käse aus Frankreich
und der Powerriegel aus Amerika,
der Name der Hütte erinnert an Opel und General Motors,
erbaut und erhalten wohl von Menschen,
die Arbeit finden in diesem Konzern,
so bleibe ich verstrickt.

Verstrickungen will ich lösen,
Sonnenstrahlen wärmen,
inmitten von Felsen
eine Almwiese mit Beeren,
die Welt gibt den Raum frei
für Sehnen und Leben,
ein gutes Leben für alle,
das wünsch ich so sehr.

Klaus Heidegger, 11. 8. 2018

 

 

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