„Das eigene Kreuz auf sich nehmen“

Gedanken zu Mk 8,34
Sonntagsevangelium, 16.9.2018)

Das eigene Kreuz auf sich nehmen,
das heißt nicht,
die auferlegten Kreuze zu ertragen,
sich in ungerechte Systeme hineinzuzwängen,
die auferlegten Fesseln anzunehmen,
Ungerechtigkeiten zu akzeptieren,
sinnlos Opfer um des Opfers wegen zu erbringen,
„das eigene Packerl“ halt geduldig zu ertragen,
ungelebte Träume fatalistisch wegzustecken
oder sich gar freiwillig zu quälen.

Das eigene Kreuz auf sich zu nehmen,
das heißt jedoch,
bereit zu sein,
selbst einen hohen Preis dafür zu zahlen,
damit diese Welt gerechter und friedlicher wird;
anzuecken,
um die eigene Würde zu bewahren;
unbequem zu bleiben,
um authentisch zu leben;
die Träume ernst zu nehmen,
selbst wenn andere diese als verrückt bezeichnen würden.

Das eigene Kreuz auf sich zu nehmen,
das heißt,
die bequemen Wege zu verlassen,
den konsumistischen way of life nicht mitzumachen,
Widerspruch im Gehen eines anderen Weges in Kauf zu nehmen,
verzichten können,
damit andere leben können,
Zeit für Menschen haben,
die jemanden brauchen,
auch auf die Gefahr,
selbst zu kurz zu kommen.

So wie Jesus,
der sein Kreuz,
das ist politisch verfolgt zu werden,
grausam hingerichtet zu werden,
verachtet und verspottet zu werden,
und dennoch selbst gewaltfrei zu bleiben
auf sich genommen hat,
damit das Reich Gottes in dieser Welt sein wird.

Wer so das eigene Kreuz auf sich nimmt,
wird ein bestimmtes, vorbestimmtes und fremdbestimmtes Leben verlieren,
zugleich aber zu einem neuen Leben finden.

Klaus Heidegger, 16.9.2018

 

 

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