Zölibat als Qualitätskriterium?

Als ich den Beitrag von Martin Kolosz in der Sonntags-TT (19.1.2020) las, dachte ich zunächst an einen ironisch-kabarettistischen Beitrag. Solche Argumente zum Zölibat in einem „Brief an Tirol“ zu lesen ist irritierend, da diese Rubrik eigentlich bekannt ist für seriöse Kommentare zum Zeitgeschehen. Erstens irrt der Autor, wenn er suggeriert, dass die Abschaffung des Pflichtzölibats…

wie der Heilige Stephanus

die Botschaft Jesu leben jenen dienen die der Hilfe bedürfen die Notleidenden sehen die krank sind an Leib oder Seele berühren die Ausgeschlossenen hereinholen die Steine der Gegner nicht fürchten die geworfenen Steine selbst nicht werfen die Strategie der Entfeindung im Herzen bewahren Steinwürfe von damals sind Vorwürfe im Heute verletzen die Seele Stephanus lehrt…

grenzensprengende Dynamik

  auf den Feldern von Betlehem verschwunden die Grenzen zwischen Himmel und Erde wie auf Jakobs Leiter tanzen Engel hinauf und hinunter Göttliches wurde geboren in irdische Wirklichkeiten gelegt Himmel und Erde fallen zusammen die Macht des Durcheinanderwirblers gebrochen Hirten wie Könige Ausgegrenzte wie Großmächtige zu Geschwistern verwandelt kniend gemeinsam nun vor der Krippe Peripherien…

Nichts weniger als himmlische Gegenwärtigkeit erwarten!

Dein Reich komme! Herrschaft Gottes brich an! Göttliche Wirkmacht setze dich durch! Komme, werde, sei da! Konkret, jetzt, leiblich, alltäglich Komme subversiv wie das Senfkorn winzig klein und doch voller Kraft Senfstauden lassen sich nicht mehr ausreißen Vögel des Himmels darin wohnen Komme wie der Sauerteig Frauen und Männer sind gefragt eine Riesenmenge Teig bekommt…