Kriegstage

man führt Krieg
Mann gegen Mann
Panzer gegen Panzer
Haus um Haus

Angriffskrieg
Abnützungskrieg
Verteidigungskrieg
Stellungskrieg

man will siegen
man will kriegen
Land und Land
Haus und Haus

um jeden Preis
geht über Leichen
zerstört was wertvoll
will Krieg und nicht Frieden

man produziert Waffen
man liefert Waffen
man erbeutet Waffen
Waffen töten

Menschen verlieren die Heimat
Leichen werden vergraben
Häuser werden zu Schutt
Felder werden nicht mehr bestellt

man will nicht verhandeln
will am Schlachtfeld Fakten schaffen
man will nicht Kompromisse
will mit Stärke Vorteile erzwingen

auf den Feldern wächst kein Getreide
in den Hallen verrotten die Körner
die Ställe stehen leer
Menschen leiden an Hunger

der apokalyptische Reiter
reitet weiter und weiter
hinter ihm nur Zerstörung
wer stoppt den Wahn?

Du und ich und mit uns viele
wir rufen heute wie gestern
„Hört endlich auf mit Kriegsgeschrei!
Genug! Genug! Genug!“

klaus.heidegger, 1. Juni 2022

 

Sommerbeginn 2022

Am Ende eines Interviews im ZIB 2 sagte Gerhard Mangott, ein Politikwissenschaftler den ich sehr schätze, dass man Russland nicht so in die Ecke treiben dürfe, dass am Ende der Einsatz einer taktischen Atomwaffe als letzter Ausweg zur Gesichtswahrung Putins bliebe. Seit 100 Tagen herrscht Krieg in der Ukraine. Ein Ende ist nicht in Sicht. Kein Ende des Mordens und der Vernichtung von Städten und Dörfern ist absehbar. Gibt es auch diesmal, wie die Kriegsgeschichte lehrt, erst ein Ende des Krieges nach Leichenbergen und zerbombten Städten? Die Politik der NATO und der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten führte seither zur Eskalation des Krieges und brachte keinen Frieden. Auch das erneute EU-Sanktionspaket wird Putin-Russland nur noch entschlossener in seiner Kriegspolitik verfestigen. Inmitten der Kriegssituation wird den bisher bündnisfreien Ländern Finnland und Schweden ein NATO-Beitritt in Aussicht gestellt. Die Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine wird den Krieg befeuern und verlängern. Schon jetzt gelangen immer wieder westliche Waffen in den Besitz der russischen Invasionsstreitkräfte. Das offizielle Österreich nützt seinen neutralen Status nicht für viele diplomatischen Offensiven der Vermittlung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.