
Er schürt Ängste vor Menschen mit Migrationshintergrund und nützt diese Ängste für Stimmenfang aus.
Er redet von Remigration und benützt damit einen rechtsextremen Begriff, der mit Zwangsdeportation konnotiert werden muss.
Er stellte eine ganze Religionsgemeinschaft unter Generalverdacht, gewalttätig und misogyn zu sein, propagiert lauthals ein Kopftuchverbot und wettert gegen den „politischen Islam“.
Er stilisiert sich als Opfer der Parteien und Medien, die er mit Nazi-Begriffen als „Systemparteien“ und „Systemmedien“ verächtlich macht.
Er verwendet nationalsozialistische Terminologie ganz bewusst, spricht von Volkskanzler und Volksverrat.
Er ist Freund der rechtsextremen AfD und freut sich über deren Erfolge. Dass die AfD als „gesichert rechtsextrem“ vom Bundesverfassungsschutz eingestuft wird, stört ihn nicht. Das AfD-Wahlprogramm mit all den fremdenfeindlichen Tönen – ein Stopp für „kulturfremde Fachkräfte“, Quasi-Zensur für Kultureinrichtungen u.v.a – scheint ihm zu gefallen.
Er distanziert sich nicht von den Identitären und verteidigt deren politischen Inhalte. Den Verfassungsschutzbericht, der Identitäre als rechtsextrem einstuft, wischt er einfach vom Tisch. Beziehungen zwischen FPÖ-Jugend und Identitären werden geleugnet und die Mitarbeit von Identitären im FPÖ-Parlamentsklub als Vernaderung abgetan. Keine Kritik an der menschenverachtenden Ideologie der Identitären und deren Gewaltphantasien.
Er bezeichnet journalistische faktenbasierte Recherche als Lüge und bringt selbst keine Beweise, die solche Berichte widerlegten.
Er verharmlost den Klimawandel und ignoriert die wissenschaftlichen Fakten dazu. Wer vor den Folgen des Klimawandels warnt, wird des „Alarmismus“ und der „Panikmache“ bezichtigt. (Ist er nicht selbst geprägt von Alarmismus, wenn er vor der Migration warnt?) Wenn er hinter der AfD steht, dann auch hinter deren Programmatik wie Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen, keine Förderungen für erneuerbare Energieprojekte und dafür ein Zulassen von Gas- und Kohlekraftwerken.
Er wendet sich gegen klimarelevante Maßnahmen und Nachhaltigkeitsstrategien wie Klimaschutzgesetz, CO-2-Bepreisung oder Windkraftprojekte.
Er generiert sich als Patron der Autofahrenden, spricht sich gegen eine Verschärfung von Tempolimits aus und fordert eine Senkung der Mineralölsteuer und damit eine Senkung der Benzinpreise.
Er wird hofiert von den populistischen Privatsendern wie Fellner- oder ServusTV, die zu FPÖ-Belangsendern wurden. Er ist das Liebkind im Boulevard.
Er spaltet die Gesellschaft und verhöhnt den politischen Gegner.
Er stellt sein Katholischsein in den Vordergrund und ignoriert die kritisch kirchlichen Stimmen gegenüber rechtsradikaler Politik.
Er: Herbert Kickl
(Geschrieben beim Zuhören des ORF-Sommer“gesprächs“, 7.9.2026)