Ostern in Ungarn: Demokratischer Aufstand für Recht und Gerechtigkeit

Am Tag, an dem in den orthodoxen Kirchen Ostern gefeiert wird und in den katholischen Gottesdiensten die Auferstehungserzählung von Thomas gelesen wird, an diesem Tag gibt es in Ungarn eine politische Auferstehung. Freilich ist es nicht ratsam in Zeiten des grassierenden christlichen Fundamentalismus, in denen sich ein US-amerikanischer Präsident selbst mit Jesus Christus vergleicht und…

Kein Warten auf Godot in krückenhaften Seinserfahrungen

Krückengänge Ohne die Krücken unterschiedlicher Natur würde ich es nicht oder kaum schaffen, alleine zur Nachuntersuchung auf die Unfallambulanz der Universitätsklinik Innsbruck zu kommen. Die wichtigsten Krücken sind mir derzeit wohl Zweibeiner, die mich physisch und seelisch unterstützen. Dann gibt es aber auch jene zwei Unterarmgehstützen, die seit einer Woche meinen winzig gewordenen Bewegungsradius bestimmen….

No war – no Hannibals

Es war einmal ein Kriegsherr. Es ging um imperiale Interessen. Auch eine Meeresenge war ein Anlassfall für den Krieg zwischen zwei Imperatoren. Abertausende Soldaten zog der eine zusammen. Schlachten wollte er führen. Seine Söldner ließ er kämpfen, schickte sie in den Tod. Abertausende. Seine Feinde ließ er niedermetzeln. Abertausende. Es zählte der Sieg in den…

Heldenplatz in Innsbruck: Eine künstlerische Warnung vor Punschkrapferln

1988 war mein erstes Arbeitsjahr in Wien. Um auf den Heldenplatz zu kommen, musste ich nur wenige Minuten quer durch die Innenstadt gehen. Auf meinen Arbeitswegen fuhr ich immer wieder am Burgtheater vorbei. Heldenplatz und Burgtheater. Mein politisches Leben war so intensiv, dass ich mir nicht einmal Zeit nahm für Kunst und Kultur. So war…

gründonnerstägliche Wiederholungsrituale

Fußwaschung geschieht heutewo im Kleinen wie im GroßenNöte wahrgenommen werdenGesunde sich um Kranke kümmernLebensfrohe Traurige begleitenStarke Schwache stärken Brotteilen geschieht heutewo im Kleinen wie im GroßenReiche mit den Armen teilenRessourcen allen Menschen dienenMauern zwischen Völkern fallenLebensmöglichkeiten fair verteilt sind klaus.heideggerGründonnerstag 2026 Bild: letztes Bergfoto vor langen 6 Wochen ohne

Hosianna!

das Fohlen einer Eselin wird losgebundentödliche Raketen bleiben in ihren Silos Palmzweige werden gewunkennationalistische Flaggen haben keinen Platz Kleider werden auf die Straße gelegtmilitärische Uniformen werden ausgezogen alte Träume nach messianischer Befreiung werden wachgewalttätige Usurpatoren erzittern Menschen rufen hoffnungsvoll Hosiannadie Könige der Kriege verstummen die Hauptstadt Israels ist erfüllt mit revolutionärer StimmungHunderttausende rufen „stop the…

Ein fliegendes Blau in der neugotischen Pfarrkiche St. Nikolaus mit verkehrter Flugrichtung

Jedes Jahr wieder lasse ich mich gerne auf die Kunstinterventionen ein, die in einigen Innsbrucker Kirchen während der Fastenzeit zu einem besonderen Nachdenken anregen. Am Beginn der Karwoche besuche ich die neugotische Pfarrkirche St. Nikolaus. In der Vierung über dem Altar hängt ein Segelflugzeug. Es ist ganz mit einem ultramarinblauen Stoff überzogen. Das besonders kräftige…

Vom Mut, dem militärischen Wahnsinn mit einem Gewissen-Nein zu begegnen: Ein Theaterstück über Pater Franz Reinisch

Hoffentlich wird sich das Theaterstück der Gefahr entziehen, den Pallottiner-Pater Franz Reinisch als Märtyrer darzustellen, der heldenhaft mit christlichem Pathos sein Leben hingibt. In der Gegenwart der Gotteskrieger auf allen Seiten gibt es viel zu viele, die als Märtyrer einer kriegerischen Sache dienen – bzw. wo der heldenhafte Tod eine höchste Auszeichnung darstellt. Mit solchen…

Von Mozarts Idomeneo zum Krieg im Iran und zurück: Epischer Zorn oder godiam la pace, möge der Frieden leben!

Idomeneo gestern und heute Lebe ich Ende des 18. Jahrhunderts oder lebe ich im Jahr 2026? Sehe ich eine Nachrichtensendung mit Bildern vom US-amerikanisch-israelischen Angriffskrieg auf den Iran oder eine Inszenierung einer Mozart-Oper im Tiroler Landestheater? Steht da der Kreta-König Idomeneo nach seinem zehnjährigen Krieg gegen Troja in einem goldbestickten weißen Anzug auf der Bühne…

Vom Saharasand in den Bergen Tirols und meinem Nachdenken über die Lage in Gaza und dem Kriegswahnsinn im Nahen Osten

Ich weiß nicht mehr, von wem das Zitat stammt, das ich vor einer Woche bei meinem Vortrag über Soziale Verteidigung verwendete. Frei zitiert lautet es so: Wir müssen selbst stark sein und immer wieder das tun, was unsere eigenen Energien aufbaut, was unsere Resilienz stärkt – denn nur so können wir widerständisch sein gegen jene,…