
Nicht viel weiß die Geschichte über den Ernestus aus Rom. Die katholische Kirche feiert am 12. Jänner seinen Gedenktag. Er soll als germanischer Soldat in Diensten der römischen Armee gestanden sein. Ein Söldner also. Ein Mann in Bereitschaft, das mächtigste Imperium der Antike mit Gewalt zu erweitern und aufrechtzuerhalten, ein Mann im Dienst des Kaisers, der für sich göttliche Verehrung verlangte. Dann aber lernte Ernestus das Christentum kennen und damit die Botschaft von der Barmherzigkeit Gottes und vom jesuanischen Gewaltverzicht. „Non possum militare, Christianus sum…“, ich kann nicht zugleich Christ und Soldat sein: dieses Selbstverständnis war bestimmend für die frühe Kirche. Wer den Kaiserkult ablehnte und damit auch den Dienst in der römischen Besatzungs- und Eroberungsarmee ablehnte, der hatte mit der Todesstrafe zu rechnen. Das tat Ernestus. So wurde er zu einem der frühen Märtyrer und zählt zur Schar der Heiligen, die in der Kirche verehrt werden. Mehr noch aber verbinde ich mit dem Namen Ernst meine familiäre Verbundenheiten. Weil die Wortbedeutung von „Ernst“ mit „entschlossen“ gleichgesetzt werden kann, dann trifft dies auch auf den Märtyrer-Heiligen zu – aber auch als lohnendes Lebensmotto in einer gefährlichen Mentalität, die oft auf Teufel-komm-raus dem oberflächlichen Spaß sich hingibt.
klaus.heidegger
‚(Bild: Mühlauer Klamm, Jänner 2026)