Impulse zum Weltgebetstag zur Bewahrung der Schöpfung – versöhnt mit der Schöpfung leben

Im Anfang der Schöpfung, so die ersten Verse der Bibel, waren Mensch und Mensch sowie Mensch und Natur eine Einheit und in diesem Miteinander war auch Einheit zwischen Mensch und Gott erlebbar. Wo wir Menschen durch Habgier und Rivalität diesen Einklang zerstören, breitet sich Unversöhntheit zwischen Mensch und Mensch sowie Mensch und Natur aus. Will ich mehr haben als ich zum Sein bräuchte?

Durch menschliche Hybris entsteht die Feindschaft zwischen Mensch und Natur und das paradiesische Gleichgewicht wird verletzt. Wo wir Menschen raffgierig Raubende sind, die nicht mehr hegen und pflegen die Schöpfung des Göttlichen, sondern mutwillig sie zerstören, breitet sich Unversöhntes aus wie ein vernichtendes Feuer. Will ich mehr verbrauchen als mir selbst zustünde?

Als Gärtnerinnen und Gärtner wurden wir Menschen erwählt im paradiesischen Sein; die Schöpfung zu bewahren und zu gestalten, so lautet der göttliche Auftrag. Wo wir Menschen mit der Schöpfung beginnen zu leben, wird versöhnter Einklang von Mensch und Natur erkennbar. Will ich achtsam-dankbar die irdischen Schätze beschützen?

Zur Partnerschaft von Mensch und Tier sind wir bestimmt. Wo Menschen Tiere als Nutztiere ausbeuten; wo die Bedürfnisse der Tiere kühler Wirtschaftslogik geopfert werden, leben Menschen und Tiere im Streit und Tiere sind die großen Verlierer. Will ich selbst darauf achten, dass wegen meiner Essensgewohnheiten keinem Tier Leid zugefügt werde?

Lebensmittel sollen dem Leben dienen, gesund und glücklich uns machen. Wo mit Gift und Manipulation die Pflanzen malträtiert werden, wo Kunstdünger und Technik die natürlichen Abläufe zerstören, dort lebt der Mensch unversöhnt mit pflanzlicher Welt. Will ich selbst mich ernähren mit pflanzlichen Produkten aus fairer und nachhaltigem Anbau?

Wirtschaftsstrukturen gesteuert durch eine ökologisch orientierte Politik können die Rechte von Tieren und den Schutz der Umwelt sichern und individuelles nachhaltiges Tun fördern. Wo Versöhnungsprozesse politisch-strukturell gestaltet und gefördert werden, kann ein Umbau der Gesellschaft entstehen. Will ich selbst mich politisch engagieren in Bewegungen wie „Fridays for Future“, „Extinction Now“ oder Tierschutzorganisationen?

Klaus Heidegger, Vorsitzender der Katholischen Aktion der Diözese Innsbruck
(Bild: beim Jugenzentrum in Hall)

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