Nachhaltige und ökologische Advents- und Weihnachtszeit


 

Eine andere Welt ist möglich.

Öko-Tipps für die Advents- und Weihnachtszeit 

  • 1) Sich öffnen für klimagerechte Lebensweise

Die Advents- und Weihnachtszeit ist eine Chance, sich neu auf einen nachhaltigen Lebensstil einzulassen, der Rücksicht nimmt auf Mensch und Umwelt. Die Wochen der Vorbereitung auf Weihnachten können eine bewusste Einübung in einen neuen Lebensstil sein. In der kirchlichen Tradition ist es auch eine Zeit der Einkehr, Umkehr und Buße.

  • 2) Gegen die weihnachtliche „Lichtverschmutzung“!

Die langen Nächte sind geeignet, um zur Ruhe zu kommen. An den Fassaden, an Fenstern und Bäumen hängen jetzt jedoch Lichterketten und leuchten und blinken in allen Farben. Abertausende Lichtergirlanden tragen zur Lichtverschmutzung bei und vergeuden Unsummen an elektrischer Energie. Weihnachtsbeleuchtungen verbrauchen in den Wochen vor Weihnachten in Österreich so viel Energie wie 15.000 Haushalte in einem ganzen Jahr. So benötigt ein blinkender Rentierschlitten mit LED-Glühlämpchen in der fünfwöchigen Weihnachtszeit gleich viel Energie wie ein LCD/LED-Großbildfernseher während des ganzen Jahres. Wer unbedingt eine lichtvolle Weihnachtsdeko braucht, sollte sich überlegen, sie zumindest auf wenige Stunden Leuchtdauer zu beschränken und klein zu halten. Eine Zeitschaltuhr kann dabei helfen. Energiesparende LED-Lampen sind jedenfalls herkömmlichen Glühlämpchen vorzuziehen, da sie 90% weniger Energie benötigen.

  • 3) Der ökologisch korrekte Weihnachtsbaum.

Wenn es ein „Christbaum“ sein muss, dann ist ein Bio-Christbaum etwa einer Nordmannstanne aus Dänemark vorzuziehen, die aus intensivem Anbau stammt, über Monate tiefgefroren und dann durch halb Europa geschleppt wurde. Nur Christbäume aus heimischem Anbau schaffen ein gutes ökologisches Gewissen. Es ist wichtig, auf die Herkunftsschleife bzw. das Biozertifikat zu achten, wobei sich prinzipiell die Frage stellt, ob ein abgeschlagener Baum zu einem Fest passt, in dem es auch um den Frieden mit der Schöpfung geht.

  • 4) Den Christbaum ökologisch schmücken!

Auf einem Bio-Christbaum hat „Schmuck“ mit Schadstoffen aus Schnee-Spray, mit Lametta oder Plastikkugeln nichts zu suchen. Genauso wie beschichtete Christbaumkugeln kann Lametta schädliches Blei enthalten. Die glitzernden Streifen gehören damit auf den Sondermüll. Ebenfalls schädlich ist Silber- oder Goldspray. Ein besprühter Christbaum ist nicht mehr kompostierbar und gehört gemeinsam mit dem aufgesprühten Schmuck auf den Restmüll. Nüsse, Strohsterne oder selbst bemalte Glaskugeln sind die Alternative. Da kann sich auch die eigene Kreativität entfalten. Bio-Kerzen aus Bienenwachs passen dazu.

  • 5) Beim Schenken an die Umwelt denken!

Die eine Seite: Weihnachten wurde zum Fest für die Wachstumsökonomie. In keiner anderen Jahreszeit wird mehr gekauft als in der Zeit vor Weihnachten. Die andere Seite: Es ist möglich, Freude zu bereiten und gleichzeitig im Sinne der Umwelt zu handeln. Dabei können folgende Anregungen hilfreich sein. Weniger ist oft mehr; es muss auch kein materielles Schenken sein. Phantasie und Kreativität sind angesagt. Wenn etwas gekauft wird: Biologische, heimische, langlebige, nachhaltige, … Produkte! Mit klimafreundlichen Geschenken, beispielsweise etwas für das Fahrrad oder eine Bahnkarte, können ökologische und umweltbewusste Zeichen gesetzt werden. Auf keinen Fall gilt: Sich vom weihnachtlichen Konsumrausch anstecken zu lassen! Oder ein Geschenk von der Caritas besorgen, mit dem Menschen in Not geholfen werden kann, z.B. eine Ziege schenken für eine afrikanische Familie. Auch in den Weltläden gibt es viel Umweltfreundliches und zugleich fair Gehandeltes. Umweltfreundliche Optionen können kaufentscheidend sei: Es muss kein Kaschmir sein – weil diese Wolle zu großflächigen Zerstörungen in Asien führt; es muss keine Daune sein – weil oftmals bei der Daunengewinnung Gänse grausam behandelt wurden.

  • 6) Nachhaltiges Geschenkpapier und Upcycling von Papier!

All zu leicht entsteht durch die Bescherungen ein Geschenkpapierberg, der zudem oft unsortiert im Papierkorb landet. Beschichtetes Geschenkpapier oder Metallfolien gehören aber unbedingt aussortiert und nicht in die Altpapiersammlung. Geschenke lassen sich so einpacken, dass kein unnötiger Verpackungsmüll entsteht! Öko-Geschenkverpackungen gehören zu einem „grünen“ Weihnachtsfest. Ein Upcycling von Papier ist eine gute Alternative. Ein Geschenk verliert nicht seinen Wert, wenn es in ein Zeitungspapier verpackt wird. Es gilt also: Kein kunststoffbeschichtetes Papier, keine Kunststoffschleifen verwenden. Packpapier ist günstig, recyclebar und regt die Fantasie an. Das braune Papier lässt sich bunt bemalen, mit Bildern oder Fotos aus Zeitschriften bekleben oder mit Naturmaterialien verzieren. So wird die mit Liebe zum Detail hergestellte Verpackung auch ein Teil des Geschenkes. Bevorzugt werden soll naturbelassenes Packpapier, das dann zum Beispiel durch eine farbige Stoffschleife aufgepeppt werden kann. Stoffbänder müssen auch nicht gekauft werden. Ausrangierte Textilien eignen sich gut dafür, wenn sie in Streifen geschnitten werden. Eine originelle Verpackung besonders für rechteckige Objekte kann auch mit alten Zeitungen und Zeitschriften hergestellt werden.

  • 7) Ökologisch festlich speisen!

Gemeinsam feiern und genießen gehört zur Advents- und Weihnachtszeit. Das Festtagsessen kann ökologisch ausgerichtet werden. Dazu gehören sicherlich kein Gänsebraten und kein Lachs. Mit Weihnachten beginnt laut biblischer Überlieferung jene Zeit, in der auch Frieden zwischen Mensch und Natur geschlossen wird. Ochs und Esel an der Krippe sind ein Zeichen dafür. Ein hoher Fleischkonsum widerspricht jedenfalls in vielen Aspekten der Intention des Festes.

  • 8) Nachhaltig wintersporteln.

Gerade der Wintersport ist oft mit einem hohen Energieaufwand verbunden. Dennoch kann der ökologische Fußabdruck auch beim Wintersporteln gering gehalten werden: Dazu zählt vor allem, öffentliche Verkehrsmittel für die Anfahrt zu benützen. In manchen Skigebieten ist es ratsam, auf den Skipisten zu bleiben, um Tiere nicht aus ihren Rückzugsgebieten zu verscheuchen und Pflanzen nicht zu zerstören. Es gilt: „RespekTIERE“!

  • 9) Die innere Stärke ausloten!

Die Zeit des Advents kann zur Stärkung der inneren Widerstandskraft genützt werden. Wer sich besinnt, kann das entdecken, was wirklich im Leben zählt, gestaltet sein Leben, statt sich treiben zu lassen.

  • 10) Nachhaltiges Leben ausprobieren!

Die Advents- und Weihnachtszeit kann zur Experimentierzeit werden: Zum Beispiel möglichst alles so zu kaufen, dass es nicht in Plastik verpackt ist, nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Rad (damit kann auch im Winter gefahren werden!) oder zu Fuß unterwegs sein, vegetarisch oder vegan leben, …

  • 11) Umweltfeindliche Silvesterbräuche

Feuerwerksraketen bringen eine enorme Umweltbelastung mit sich. Sie führen zum einen zu einem enormen Anstieg der Feinstaubkonzentration in der Luft, zum anderen leiden in besonderer Weise die Tiere unter der Knallerei. Bleigießen ist ebenfalls bedenklich. Beim Erhitzen von Blei entstehen giftige Dämpfe.

Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen – und vor allem ohne Stress für dein eigenes Leben anpassen.

Viel Erfolg dabei,

Klaus Heidegger, ÖKOLOG-Landeskoordination Tirol

Nachhaltiges Weihnachten 2020, www.klaus-heidegger.at

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