Hoffnungen auf dem weiteren Weg des synodalen Prozesses

Von der ersten Ankündigung durch Papst Franziskus, einen synodalen Weg bzw. Prozess in der Weltkirche zu gestalten, war ich sehr ermutigt. Es ist potenziell ein dezentraler und fast basisdemokratischer Weg. Nicht der Papst oder eine Bischofssynode entscheiden, sondern die Menschen in den Diözesen, die Kirche leben, prägen und auch verändern wollen. Es ist also ein Weg, um das Demokratische in unserer Kirche zu stärken. Dieser Weg macht dennoch nicht Halt in einer Diözese, sondern hat eine weltkirchliche Perspektive. Die ganze katholische Kirche ist in diesem Prozess drinnen. Nachdem in unserer Diözese bald die Ergebnisse veröffentlicht werden, ist zu hoffen, dass die so „alten“ Anliegen auch bis in die römischen Entscheidungszentralen hineingetragen werden. Seit meinen Tagen als Ehrenamtlicher in der Kath. Jugend, als Bundessekretär der Kath. Jugend-Jugend Land Österreichs bis jetzt in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der Kath. Aktion unserer Diözese und der Kath. Männerbewegung sind es die gleichbleibenden Forderungen nach Strukturreformen, die mit dem großen Schatz meiner Kirche, den Sakramenten, zu tun haben: Dass es zu einer Neubewertung der kirchlichen Ämter kommt. Die Richtung muss lauten: Weg von jedem Klerikalismus. Es braucht Geschlechtergerechtigkeit in den Strukturen der Kirche, damit sie ihre Glaubwürdigkeit nicht verliert. Wenn es eine Ordination in der Kirche gibt, dann dürfen Frauen nicht vom Weihesakrament ausgeschlossen werden – egal ob Diakonat, Priester- oder Bischofsamt. Die Abschaffung des Pflichtzölibats ist ein bleibendes Anliegen. Schließlich erwarten sich vor allem die jungen Menschen eine lebensbejahende Sexuallehre. Es muss endlich jede Abwertung der Homosexualität im kirchlichen Reden oder in strukturellen Regelungen abgeschafft werden. Mit dem Rückhalt von vielen Menschen im synodalen Weg können wir mutiger werden, konkret zu sprechen, was diese Fragen anbelangt. Synodaler Weg will schließlich nicht nur Schreibtischprojekt sein, sondern im Sinne der drei Stichworte – GEMEINSCHAFT,  PARTIZIPATION und MISSION – gelebt werden. Schon heute könnte es praktiziert werden, dass gleichgeschlechtliche Paare in unserer Diözese das Sakrament der Ehe empfangen können, dass Pastoralassistentinnen oder Pfarrkuratorinnen erlaubt wird, das Sakrament der Taufe zu spenden oder dass Krankenhausseelsorgerinnen das Sakrament der Krankensalbung spenden können.

Klaus Heidegger, 27.3.2022
(Bild: Fastentuch von MISEREOR)

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