No war – no Hannibals

Es war einmal ein Kriegsherr. Es ging um imperiale Interessen. Auch eine Meeresenge war ein Anlassfall für den Krieg zwischen zwei Imperatoren. Abertausende Soldaten zog der eine zusammen. Schlachten wollte er führen. Seine Söldner ließ er kämpfen, schickte sie in den Tod. Abertausende. Seine Feinde ließ er niedermetzeln. Abertausende. Es zählte der Sieg in den Schlachten. Noch mehr egal waren Hannibal die mitgeführten Tiere: Elefanten verendeten qualvoll, Pferde verreckten auf den Schlachtfeldern. Heute würden wir Hannibal einen Kriegsverbrecher nennen. Er passt in die Kategorie jener Kriegsherren heute, die völkerrechtswidrig über Leichenberge steigen. Blut, Zerstörung und Tod überall, wo Hannibal hinkam.

Hannibal ist im Ötztal angekommen. Ein martialisches Spektakel wird zu seinen Ehren aufgeführt. Erlaubt ist es, in einer Gletscherregion mit Pyrotechnik und Pistenbullys, Hubschraubern des Bundesheeres und Kleinflugzeugen für partysüchtige Genussmenschen mit ökologisch unterentwickeltem Gehirnvermögen kriegerische Shows durchzuführen, wodurch den Gletschern Schwermetalle mit in ihr Sterben gegeben werden. Red-Bull-süchtige Menschen, deren ökologischer Intelligenzquotient direkt proportional mit dem Verzehr von Dosen abnimmt, werden lautstark und ausgelassen sich daran begeilen und der Lärm am Rettenbachferner wird noch jede Restvernunft hinwegblasen.  In Kriegszeiten werden Kriege inszeniert. Der Herr Landeshauptmann scheint sich arrangiert zu haben mit den Ötztaler Touristik-Unternehmungen. The show must go on. „Hannibal ante portas“ könnte aber auch ein Weckruf oder Warnruf sein. Die Kriege müssen gestoppt werden, die Aufrüstung muss ein Ende haben und die Zerstörung der ökologischen Systeme soll endlich eingebremst werden. Sonst werden die Zivilisationen ausgelöscht wie damals Carthago.

klaus.heidegger
(Foto von Mathias, Ostersonntag-Friedensdemo)

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