Florian, der Kriegsdienstgegner und Brandlöscher

Landauf landab wird Florian ikonographisch als römischer Soldat dargestellt. Ja, er war Offizier der römischen Armee und Oberbefehlshaber einer Einheit zur Feuerbekämpfung. Doch ist er zum Christentum übergetreten und nun galt für ihn der frühkirchliche pazifistische Grundsatz: „Christianus sum, non possum militare.“ (Ich kann nicht Christ und zugleich Soldat sein.) Das Todesurteil erhielt er nicht als Soldat, sondern als jemand, der sich gegen die Befehle des übermächtigen Diokletian gestellt hatte. Wenn der Hl. Florian nun überall in Kirchen und als beliebte Brunnenfigur als römischer Soldat dargestellt wird, so kann dies als militärische Vereinnahmung gewertet werden. Jemand, der sich militärischen Befehlen widersetzt, sollte nicht als „Soldatenpatron“ angerufen werden. Vielmehr ist er in der Seligenschar jener zu finden, die wegen ihrer Verweigerung als Märtyrer gestorben sind. Sein „Landskollege“, der Selige Franz Jägerstätter, passt da gut zum Heiligen aus Enns. An seinem heutigen Gedenktag können wir ihn als Patron anrufen gegen all die Brände, die es zu löschen gilt.

„Our house is on fire…“, hat es Greta Thunberg immer wieder wiederholt. Hl. Florian, lass uns den Weltenbrand in Form der Erderhitzung stoppen! In vielen Gegenden dieser Welt breiten sich die Wüsten aus. Hl. Florian, du wirst auch angerufen bei Dürrekatastrophen. Lass uns widerständisch leben im Kampf gegen den Klimawandel! Abermillionen Feuer gäbe es zu löschen in den Verbrennungsmotoren der Autos und Flugzeuge, die zur Zerstörung der Welt beitragen. Hl. Florian, lass uns mutig aufstehen gegen all das, was Mensch und Umwelt kaputt macht! Der neue Nato-Oberbefehlshaber spricht an deinem Gedenktag davon, die „Feuerkraft“ des Militärpaktes zu steigern. Hl. Florian, bewahre uns vor einer alles vernichtenden atomaren Feuersbrunst! Lösche die Feuer in den Haubitzen der Panzer, vernichte das Dynamit der Bomben, entschärfe die Atomraketen und lösche die Kerosinbrände in den Motoren der Kampfflugzeuge

Klaus Heidegger, 4. Mai 2019

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