Die irrenden Gerechten: Es gibt kein gerechtes Töten

Der junge Revolutionär Janik wirft nicht die Bombe auf die Kutsche des Großfürsten Sergej. Alles ist für dieses Attentat vorbereitet. Seit Wochen geplant. Seine Kampfgefährtinnen und Kampfgefährten waren bereit, ihr Leben dafür hinzugeben. Janik hat so viele Gründe, den verhassten Repräsentanten des zaristischen Systems zu töten, das für Ausbeutung und Unterdrückung des russischen Volkes steht….

Die Botschaft von einem roten Lichtkreuz, einem Tetraeder-Altar und einer Kirche in Veränderung

Noch hängt das große Kreuz von der Kassettendecke der Pfarrkirche Petrus Canisius. Es wird aus vielen roten dreieckigen Plexi-Scheiben und Glas gebildet. Blutrot wie das Leben sind die Plexi-Scheiben. Im Kreuz ist das Licht. Noch steht darunter der massive Altar, geformt nach einem Tetraeder, die das kreisförmige Altarblatt tragen. Das Kreuz schwebt über dem geerdeten…

Heldenplatz in Innsbruck: Eine künstlerische Warnung vor Punschkrapferln

1988 war mein erstes Arbeitsjahr in Wien. Um auf den Heldenplatz zu kommen, musste ich nur wenige Minuten quer durch die Innenstadt gehen. Auf meinen Arbeitswegen fuhr ich immer wieder am Burgtheater vorbei. Heldenplatz und Burgtheater. Mein politisches Leben war so intensiv, dass ich mir nicht einmal Zeit nahm für Kunst und Kultur. So war…

Ein fliegendes Blau in der neugotischen Pfarrkiche St. Nikolaus mit verkehrter Flugrichtung

Jedes Jahr wieder lasse ich mich gerne auf die Kunstinterventionen ein, die in einigen Innsbrucker Kirchen während der Fastenzeit zu einem besonderen Nachdenken anregen. Am Beginn der Karwoche besuche ich die neugotische Pfarrkirche St. Nikolaus. In der Vierung über dem Altar hängt ein Segelflugzeug. Es ist ganz mit einem ultramarinblauen Stoff überzogen. Das besonders kräftige…

Vom Mut, dem militärischen Wahnsinn mit einem Gewissen-Nein zu begegnen: Ein Theaterstück über Pater Franz Reinisch

Hoffentlich wird sich das Theaterstück der Gefahr entziehen, den Pallottiner-Pater Franz Reinisch als Märtyrer darzustellen, der heldenhaft mit christlichem Pathos sein Leben hingibt. In der Gegenwart der Gotteskrieger auf allen Seiten gibt es viel zu viele, die als Märtyrer einer kriegerischen Sache dienen – bzw. wo der heldenhafte Tod eine höchste Auszeichnung darstellt. Mit solchen…

Von Mozarts Idomeneo zum Krieg im Iran und zurück: Epischer Zorn oder godiam la pace, möge der Frieden leben!

Idomeneo gestern und heute Lebe ich Ende des 18. Jahrhunderts oder lebe ich im Jahr 2026? Sehe ich eine Nachrichtensendung mit Bildern vom US-amerikanisch-israelischen Angriffskrieg auf den Iran oder eine Inszenierung einer Mozart-Oper im Tiroler Landestheater? Steht da der Kreta-König Idomeneo nach seinem zehnjährigen Krieg gegen Troja in einem goldbestickten weißen Anzug auf der Bühne…

wahrheitssuchend

in einer digital gewordenen Welt,in der Flut der Feeds,suche ich das Analoge,das Begreifbare, das Fühlbare; in einer Welt voller Fake-News,mit KI-generierten Deepfakes und Hoax-Bildern,sehne ich mich nach dem Wahren,den Fakten, dem Verifizierbaren; in einer Welt dumm-dreister Verschwörungsmythen,in einer Negation der Wissenschaften und Fakten,orientiere ich mich an der Vernunft,dem Logischen, dem Überprüfbaren; es gibt das Wahre…

Die weiße Fahne: Kraft und Stärke liegen in der Kapitulation

Ich besuche die aktuelle Ausstellung in der Albertina Modern. Die Retroperspektive zeigt einige der bekanntesten Werke aus dem fünfzigjährigen Schaffen von Marina Abramovic. Allein das eine Bild, das ich von ihr kannte und gerne bei meinen Vorträgen zu Friedensthemen verwendete, hätte mir schon genügt, um mich mit der weltweit bekanntesten Performance-Künstlerin zu beschäftigen. „The Hero“…

Radelnd eintauchen in Natur und Geschichte

Milliarden goldener Nadeln erzählen vom zarten Grün des Frühlings und leuchten strahlend im Licht der herbstlichen Sonne. Föhnwind weht durch die Lärchenhaine und löst die Nadeln von den Bäumen. Es ist so still, als könnte ich hören, wie die Nadeln auf den Boden fallen oder wie ein Eichhörnchen über meinen Weg hüpft. Die Wiesen riechen…

Durch Pfützen durch das Pfitschtal: Kulturerleben folgt Naturerleben

Natur: Pfitsch wie Pfütze Samstag, der 2. August 2025. Der Wetterbericht hatte kräftigen Regen vorhergesagt. So ist es auch. Bergsport heißt für mich nicht, mich vom Regenwetter abhalten zu lassen. Anfangs geht es mit unseren Mountainbikes vom Pfitscherjoch-Haus noch regenfrei den gut ausgebauten Karrenweg ins Pfitschtal hinunter. Eine spontane Regenerationspause legt sich beim Dorfwirt in…