Zwischen „Weltliebe“ und dem Bösen in der Welt

Mit Hannah Arendt denken und mein Geworfensein verstehen Die Philosophin Hannah Arendt hatte viel mit Heidegger zu tun. Gut 50 Jahre nach ihrem Tod passt diese Aussage wohl auch zu meinem biographischen Geworfensein. Manchmal verwende ich Begriffe von Martin Heidegger, durch dessen Schule Arendt gelebt hat, manchmal verwende ich Analysen von Arendt, um auch die…

No such kings!

Der britische König Charles III. auf Staatsbesuch in den USA. Er lässt sich hofieren von jenem Mann, der autokratisch-narzisstisch-überheblich selbst King sein möchte, König auf Lebenszeit,  am besten Herrscher über die ganze Welt. Der britische Monarch trifft also auf ein Staatsoberhaupt, der die USA mit einer völkerrechtswidrigen Aktion in einen neuen Krieg gegen den Iran…

Segensverweigerung für gleichgeschlechtliche Paare?

Ernüchterung und Enttäuschung aus dem Vatikan Vor einer Woche noch schrieb ich in meinem Blog voll Hoffnung und Zustimmung, wie sehr sich Papst Leo XIV. mit klaren Worten gegen die aktuellen Kriege in der Welt aussprach, mit einer Klarheit, die den US-amerikanischen Präsidenten, seinen Vize und seinen Kriegsminister zur Gegenrede herausforderten. Die Worte von Leo…

„Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“ (Matthäus 9,13) – vom Zusammenhang zwischen Kriegstüchtigkeit und Opfertheologie

Vom politischen Opferkult unserer Tage Die ritualisierte Überstellung von Soldaten, die im Kriegseinsatz getötet wurden, sieht in allen kriegsführenden Ländern ähnlich aus. Besonders dramatisch wird dies in den USA inszeniert. Die Särge sind bedeckt mit dem Sternenbanner. Soldaten stehen stramm. US-Präsident und Kriegsminister salutieren und blicken ernst. Die Nation ehrt ihre „Opfer“, die heldenhaften Männer,…

Stoppt die Dealer! Zum Drogentod von Jugendlichen in Tirol

Bei den Berichten über die Jugendlichen, die zuletzt aufgrund von Mischintoxikation gestorben sind, frage ich mich: Warum schafft es die Polizei nicht, jene Menschen ausfindig zu machen und zu bestrafen, die Drogen verkaufen. Sie sind die direkten Täter. Sie begehen kriminelle Straftaten. Wenn es immer wieder heißt, dass es geradezu Cliquen sind, in denen Drogen…

Unbewaffnet entwaffnender Frieden: Nachdenken über die Friedensmission von Papst Leo XIV.

„Selig sind die Friedensstifter! Wehe jedoch denen, die die Religionen und selbst den Namen Gottes für ihre militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke verbiegen und damit das Heilige in Schmutz und Finsternis ziehen!“Leo XIV. in Bamenda, Kamerun, am 17.4.2026 Die päpstliche Kernbotschaft in drei Worten „Unbewaffnet entwaffnender Frieden“ ist eine geniale Begriffskombination. Sie schafft es, eine…

Gewaltfreiheit und Demokratie

Mächtige Männer in mächtigen Machtpositionen merken, dass die gewaltfreie Macht in demokratischen Prozessen liegt. Das Volk in seiner vielfältigen Ganzheit ist nicht länger ohnmächtig, wenn es sich seiner Macht bewusst ist, die darin liegt, dass selbst Autokraten und Tyrannen ohnmächtig sind, wenn Menschen mit kritischer Masse die Gefolgschaft verweigern. Die Zeit der rechtspopulistischen Autokraten ist…

Ostern in Ungarn: Demokratischer Aufstand für Recht und Gerechtigkeit

Am Tag, an dem in den orthodoxen Kirchen Ostern gefeiert wird und in den katholischen Gottesdiensten die Auferstehungserzählung von Thomas gelesen wird, an diesem Tag gibt es in Ungarn eine politische Auferstehung. Freilich ist es nicht ratsam in Zeiten des grassierenden christlichen Fundamentalismus, in denen sich ein US-amerikanischer Präsident selbst mit Jesus Christus vergleicht und…

Kein Warten auf Godot in krückenhaften Seinserfahrungen

Krückengänge Ohne die Krücken unterschiedlicher Natur würde ich es nicht oder kaum schaffen, alleine zur Nachuntersuchung auf die Unfallambulanz der Universitätsklinik Innsbruck zu kommen. Die wichtigsten Krücken sind mir derzeit wohl Zweibeiner, die mich physisch und seelisch unterstützen. Dann gibt es aber auch jene zwei Unterarmgehstützen, die seit einer Woche meinen winzig gewordenen Bewegungsradius bestimmen….

No war – no Hannibals

Es war einmal ein Kriegsherr. Es ging um imperiale Interessen. Auch eine Meeresenge war ein Anlassfall für den Krieg zwischen zwei Imperatoren. Abertausende Soldaten zog der eine zusammen. Schlachten wollte er führen. Seine Söldner ließ er kämpfen, schickte sie in den Tod. Abertausende. Seine Feinde ließ er niedermetzeln. Abertausende. Es zählte der Sieg in den…