Hoffnungen auf dem weiteren Weg des synodalen Prozesses

Von der ersten Ankündigung durch Papst Franziskus, einen synodalen Weg bzw. Prozess in der Weltkirche zu gestalten, war ich sehr ermutigt. Es ist potenziell ein dezentraler und fast basisdemokratischer Weg. Nicht der Papst oder eine Bischofssynode entscheiden, sondern die Menschen in den Diözesen, die Kirche leben, prägen und auch verändern wollen. Es ist also ein…

Zum Hochfest Mariä Verkündigung

Josef und Maria Vor ein paar Tagen haben wir das Fest des Hl. Josef gefeiert. Es passt so gut, dass nun knapp danach, am 25. März, neun Monate vor dem Weihnachtsfest, die Kirchen das Fest Mariä Verkündigung feiern, den Tag, an dem laut lukanischer Kindheitsgeschichte Maria den Zuspruch eines göttlichen Wesens erfuhr. Textkritische Annäherung Kaum…

Den Versuchungen widerstehen: Zum Evangelium vom ersten Fastensonntag

 Formalgeschichtliche Einordnung Am ersten Fastensonntag hören wir in den katholischen Kirchen jene Stelle aus dem Neuen Testament, die bleibende Wahrheit auf geniale Art verdichtet. Wir finden die Stelle bei Matthäus (4, 1-11) und in fast identer Form bei Lukas (4,1-13), was schon für eine frühe Überlieferung aus der Logienquelle Q schließen lässt. In einer kürzeren…

„Göttinnen“ – Innsbruck-Spaziergang (2)

Wer und wie ist Gott*? Diese Frage ist im Zentrum jeder religiösen Suche. Eine Ausstellung in der Galerie Kunsthalle Tirol beschäftigt sich frech damit. Dass Gott* nicht mit einem graubärtigen Vatergott identifiziert werden kann, ist nicht neu. Da müssten wir nur in die Kirchen in der Nähe der Kunsthalle schauen und würden am Hochalter im…

„Kirche im Herzen der Stadt“ – Stadtspaziergänge im Rekonvaleszenzmodus (1)

Meine Texte entstehen im Kontext des Augenblicks, sind Momentaufnahmen, sind verstrickt mit Situationen, in die ich hineingeworfen bin, erzählen, meist verschlüsselt, von Begegnungen, verschlüsselt, um die Intimität dahinter nicht zu stören. Die Texte sind verbunden mit Orten, an die ich komme, oftmals Zufallsorte, in denen ich plötzlich verweile und manchmal auch in die Vergangenheit eintauche,…

Kirchenwirklichkeiten wahrnehmen und anders leben

Jene, die schon ganz am Rande der Kirche stehen, die sich in ihr längst nicht mehr beheimatet fühlen, die die ritualisierten Formeln nicht mehr entziffern können, die die salbungsvollen Worte nicht verstehen, für die traditionelle liturgische Texte wie eine Fremdsprache sind, die Männer in langen Gewändern und mit eigenartigen Kopfbedeckungen wie in einem Faschingskostüm erleben,…

Über den Missbrauch politisch zentraler Begriffe und Symbole in den impfkritischen Narrativen

80 Jahre danach Am 20. Jänner 1942 wurde in der Wannseekonferenz die größte Gräueltat der Geschichte beschlossen. Systematisch sollte das ganz jüdische Volk vernichtet werden. Die „Endlösung der Judenfrage“ sollte durch großangelegte Deportationen in die Vernichtungslager im Osten Europas erfolgen. Wer immer bei impfkritischen Demonstrationen und Kundgebungen sich heute  – vielleicht sogar mit einem gelben…

Sterndeutendes Königtum

Legenden haben aus den Magiern, von denen Matthäus in seinem Evangelium berichtet, Könige gemacht. Diese Vermischung von Königsmetapher und Sterndeuter ist gut so. Wer König oder Königin ist, wer inthronisiert ist, um zu lenken und zu leiten, soll auch Sterne als Maßstab nehmen. Sterne stehen archetypisch für unsere Sehnsucht nach anderen, nach besseren Orten und…